298 Menschen sterben bei Absturz

MH17: Die Fakten zum Todesflug von Malaysia Airlines

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Trümmer der MH17-Maschine von Malaysia Airlines liegen am Absturzort in der Ostukraine.

Die Maschine mit der Flugnummer MH17 sollte am 17. Juli 2014 von Amsterdam nach Kuala Lumpur fliegen. Über dem Osten der Ukraine stürzte der Flieger von Malaysia Airlines ab. 298 Menschen kamen ums Leben. Wir haben die bisher bekannten Fakten zum Unglück für Sie auf einen Blick:

  • Am 17. Juli 2014 war eine Boeing 777-200 aus der Flotte von Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 von Amsterdam auf dem Weg nach Kuala Lumpur. Als die Maschine gerade über den Osten der Ukraine flog und noch etwa 50 Kilometer von der russischen Grenze entfernt war (gegen 16.15 Uhr MESZ), brach der Kontakt mit dem Flugzeug ab. Die Boeing 777 stürzte aus rund 10.000 Metern Höhe ab und schlug nahe der Ortschaft Schachtarsk unweit von Donezk auf der Erde auf. Alle 298 Menschen an Bord - unter ihnen 193 Niederländer, dutzende Malaysier sowie vier Deutsche - kamen ums Leben. Die Trümmer der Maschine liegen kilometerweit verstreut in der Ostukraine.
  • Flug MH17 war um 12.15 Uhr (Ortszeit) in Amsterdam gestartet und hätte am 18. Juli 2014 um 6.10 Uhr (malaysischer Zeit) in Kuala Lumpur landen sollen.
  • Die Piloten haben vor dem Absturz keinen Notruf abgesetzt.
  • Die Maschine war laut Malaysia Airlines in einem technisch einwandfreiem Zustand. Zuletzt war sie am 11. April 2014 gewartet worden. Die Boeing 777-200 war 17 Jahre alt.
  • Malaysia Airlines betonte in einem Statement, dass die Flugroute zuvor von der International Civil Aviation Organisation als sicher eingestuft worden war. Auch Lufthansa und mehrere andere Fluggesellschaften überflogen die Ukraine bis zuletzt.
  • Bereits kurz nach dem Unglück wurde vermutet, dass die Maschine mit der Flugnummer MH17 wahrscheinlich abgeschossen wurde und deshalb abgestürzt ist. Experten und US-Geheimdienste vermuten, dass dies mit einer Boden-Luft-Rakete vom Typ Buk geschehen sein könnte. Wer sie abgefeuert hat, ist allerdings noch unklar. Die ukrainische Regierung und die Rebellen weisen sich gegenseitig die Schuld am Abschuss zu. Fakt ist, dass die Maschine über einem von prorussischen Rebellen kontrollierten Gebiet abgestürzt ist. US-Außenminister John Kerry wies in einem TV-Interview mit dem amerikanischen Sender Fox darauf hin, dass Igor Girkin, ein Kommandeur der prorussischen Rebellen, in einem sozialen Netzwerk mit dem Abschuss von Flug MH17 geprahlt hätte. Der Post wurde aus dem Netz entfernt, als klar war, dass es sich bei der getroffenen Maschine nicht um ein Transportflugzeug, sondern um eine Boeing mit Zivilisten an Bord gehandelt hatte. Die Seite politifact.com, ein Projekt der Tampa Bay Times, hat in einem Artikel analysiert, wie viel Wahrheitsgehalt in der Aussage von Kerry steckt und wie belastbar der gelöschte Post ist. Ihr Fazit: Höchstwahrscheinlich/überwiegend zutreffend. Außerdem zeigt eine Untersuchung durch Experten der Beratungsfirma IHS Jane's, dass wenigstens eines der Wrackteile von MH17 deutliche Schrapnell-Spuren aufweist. Das berichtet die New York Times. Nach Einschätzung von US-Geheimdiensten feuerten die Aufständischen die Rakete versehentlich auf das Zivilflugzeug ab.
  • Politiker aus aller Welt fordern eine rasche, umfassende und vor allem unabhängige Untersuchung der Absturzursache.
  • Die prorussischen Rebellen, die die Kontrolle über den Osten der Ukraine haben, behindern immer wieder die Untersuchungen am Unglücksort. Auch am Mittwoch hatten Experten nach Angaben des nationalen Sicherheitsrats der Niederlande keinen Zugang zur Absturzstelle. Und erst in der Nacht zum Dienstag, 22. Juli 2017, hatten die Separatisten die Black Boxes an eine malaysische Delegation übergeben.
  • Im niederländischen Eindhoven sind am Mittwochnachmittag zwei Flugzeuge mit den Überresten von Insassen des Fluges MH17 eingetroffen. Die beiden Maschinen transportierten 40 Opfer des Absturzes. Am Donnerstag, 24. Juli 2014, sollen zwei weitere Flugzeuge mit 74 Särgen an Bord in den Niederlanden ankommen.
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Andrea Pientka mit Material von dpa und AFP

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