Olympische Winterspiele

Olympia 2014 in Sotschi: Der große Rückblick

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Maria Höfl-Riesch, Felix Loch und Viktoria Rebensburg jubeln bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi über Gold.

Sotschi - Die Olympischen Winterspiele sind zu Ende. Deutschland hat bei Olympia 2014 Sotschi acht Goldmedaillen geholt. Doch es flossen auch viele Tränen. Ein Rückblick auf die emotionalsten Momente.

Bei Olympia 2014 in Sotschi sind im Februar 2014 Träume wahr geworden - oder wie Seifenblasen zerplatzt. Rund 3000 Sportler aus 90 Ländern waren zu den 22. Olympischen Winterspielen in Russland angereist, um sich zwischen dem 7. und dem 23. Februar in 98 Wettkämpfen miteinander zu messen. Insgesamt wurden 295 Medaillen - davon 99 Goldene, 97 Silberne und 99 Bronzene - vergeben. Diese Verteilung der Medaillen kam zustande, da erstmals in der Geschichte beim Abfahrtsrennen der Damen zwei Goldmedaillen vergeben wurden. Dominique Gisin und Tina Maze hatten die Ziellinie exakt zur selben Zeit überfahren. Im Super-G der Herren gab es unterdessen zwei Bronzemedaillen-Gewinner: Jan Hudec und Bode Miller.

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Der Olympia 2014 Rückblick

Für das deutsche Olympia-Team waren die Winterspiele 2014 ein Wechselbad der Gefühle. Nachdem Felix Loch am zweiten Wettkampftag die Goldmedaille im Rodeln geholt hatte, lief es für Deutschland zunächst richtig gut: Maria Höfl-Riesch sicherte sich in der Super-Kombination ihr drittes Olympia-Gold. Ähnlich spektakulär war die Goldmedaille von Natalie Geisenberger. Sie siegte beim Rodeln im Einzelrennen mit dem zweitgrößten Gesamtvorsprung der Geschichte. Im selben Rennen positionierte sich die Deutsche Tatjana Hüfner auf Rang zwei und wurde dafür mit Silber belohnt. Zwei Tage später holte Geisenberger dann in der Team-Staffel zusammen mit Felix Loch und den Doppelsitzer-Fahrern Tobias Wendl und Tobias Arlt ihr zweites Olympia-Gold. Doch nicht nur Natalie Geisenberger, sondern auch Carina Vogt schrieb Olympia-Geschichte: Die 22-Jährige durfte sich über die erste Goldmedaille in der neuen Disziplin Skispringen der Damen freuen.

Gold, Silber und Bronze - dann folgte die Pechsträhne

Es folgten weitere Goldmedaillen für Eric Frenzel (Nordische Kombination), Tobias Wendl und Tobias Artl (Doppelrodler) sowie für die deutsche Rodel-Staffel. Erik Lesser holte im Biathlon über 20 Kilometer überraschend Silber - ebenso wie die Staffel der Damen im Langlauf und Maria Höfl-Riesch im Super-G. Und Aljona Savchenko und Robin Szolkowy durften sich über Bronze im Eiskunstlauf freuen.

In der zweiten Woche riss die Glückssträhne der Deutschen schließlich ab: Erst häuften sich Krankheitsfälle im deutschen Olympia-Team. Eric Frenzel schlug sich mit einer Virusinfektion herum, Maria Höfl-Riesch kämpfte mit einer Erkältung und Felix Neureuther musste aufgrund von Schmerzen nach seinem Unfall auf dem Weg zum Flieger nach Sotschi sein Training abbrechen. Dann verabschiedete sich das deutsche Curling-Team nach acht Niederlagen aus dem olympischen Turnier. Und die inzwischen 41-jährige Claudia Pechstein musste sich bei ihren letzten Winterspielen von ihrem Medaillentraum verabschieden und anerkennen, dass sie mit der Konkurrenz einfach nicht mehr mithalten kann. Die nächste Niederlage musste Deutschland im Zweierbob wegstecken: Gold ging an Russland und der bestplatzierte deutsche Pilot im Rennen war Francesco Friedrich auf Rang acht - das schlechteste Olympia-Ergebnis in 58 Jahren!

Pleiten, Pech und Pannen - das Olympia-Drama setzt sich fort

Auch im Eistanz blieb Deutschland mit den deutschen Meistern Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi weit hinter den Erwartungen zurück. Es reichte gerade mal für einen elften Platz. Nur die deutschen Skispringer Andreas Wank (Oberhof), Marinus Kraus (Oberaudorf), Andreas Wellinger (Ruhpolding) und Severin Freund (Rastbüchl) retteten mit einer Goldmedaille im Teamwettbewerb den verpatzten Start in die zweite Olympia-Woche. Doch der Jubel hielt nicht lange an, denn Maria Höfl-Riesch musste auf ihren Start beim Riesenslalom verzichten und Snowboardcrosser Konstantin Schad stürzte nach einem hervorragenden Start und verpasste ebenso wie sein deutscher Kollege Paul Berg (ebenfalls durch einen Sturz) das Viertelfinale. Einen Grund zur Freude lieferte bei so viel Pech nur Viktoria Rebensburg. Sie holte Bronze im Riesenslalom. Es folgen erneut bittere Niederlagen: Simon Schempp lief beim Massenstart der Herren als bester Deutscher auf Rang zwölf! Bei den Nordischen Kombinierern kämpften drei Deutsche um Gold - am Ende reichte es dann gerade mal für Bronze. Die Medaille holte sich Fabian Rießle, nachdem Johannes Rydzek kurz vor der Zielgeraden gestürzt war. Bei den Eisschnellläufern musste sich Patrick Beckert unterdessen mit dem sechsten Platz begnügen.

Statt besser wurde es für die Deutschen zur Mitte der zweiten Olympia-Woche hin sogar noch schlechter: Die deutschen Snowboarderinnen stürzten reihenweise und zwei von dreien verpassten die Qualifikation für den Parallel-Riesenslalom. Selina Jörg, die als einzige Deutsche antreten durfte, stürzte schließlich ebenfalls. Dann fuhr Felix Neureuther doch den Riesenslalom, schaffte es aber am Ende nur auf Platz acht. Fritz Dopfer fuhr auf Rang zwölf. Und Stefan Luitz, der im ersten Durchgang zunächst eine fantastische Abfahrt hinlegte, disqualifizierte sich, als er am letzten Tor einfädelte. Biathlet Andreas Birnbacher teilte kurz darauf mit, dass er die Winterspiele vorzeitig abbricht. Patrick Bussler verpasste am zweiten Mittwoch knapp die Bronzemedaille im Parallel-Riesenslalom der Herren und die Damen Stefanie Böhler und Denise Herrmann machten es ihm im Teamsprint im klassischen Langlauf nach. Nach so vielen verpassten Chancen musste Deutschland die Führung im Medaillenspiegel an Norwegen abgeben - und rutschte in den kommenden Tagen Rang um Rang zurück. Es folgten bittere Stürze der Skilangläufer Hannes Dotzler und Tim Tscharnke im Teamsprint. Und Claudia Pechstein verfehlte abermals eine Medaille im Eisschnelllauf. Ähnlich erging es den deutschen Biathleten Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl), Laura Dahlmeier (Partenkirchen), Daniel Böhm (Buntenbock) und Simon Schempp (Uhingen) bei der Olympia-Premiere der Mixed-Staffel. Die Frauen sorgten nach den Männern durch eine verpasste Medaille im Zweierbob für eine historische Pleite im deutschen Bobsport. Der zehnte Platz im Eiskunstlauf für die deutsche Meisterin Nathalie Weinzier war da kaum weiter schlimm.

Doping-Skandal um Evi Sachenbacher-Stehle

Es folgte ein weiterer Tag voll großer Träume, die in letzter Sekunde platzten: Skicrosser Florian Eigler verpasste seine erste Olympia-Medaille und die Nordischen Kombinierer fuhren um 0,3 Sekunden an Gold vorbei, holten aber immerhin Silber. Als gegen Donnerstagabend bekannt wurde, dass Biathlon-Bundestrainer Gerald Hönig Evi Sachenbacher-Stehle nicht für den Staffel-Wettbewerb am Freitag aufstellt, ahnte kaum jemand, welche Bombe am nächsten Tag platzten würde.

Gegen 9.15 Uhr am Freitag meldeten die ersten Nachrichtenagenturen einen Doping-Fall im deutschen Olympia-Team. Kurz vor 10 Uhr sickerte schließlich der Name durch: Evi Sachenbacher-Stehle wurde bei einer Dopingprobe positiv getestet. Am Nachmittag stand dann auch fest, dass die B-Probe der Biathletin ebenfalls positiv ausgefallen war. Sofort fühlte man sich an die Winterspiele 2006 in Turin erinnert, wo es schon einmal einen Doping-Verdacht gegen Sachenbacher-Stehle gegeben hatte. Es folgte mit einem 11. Platz ein Staffel-Debakel für die deutschen Biathlon-Damen. Dann holte Maria-Höfl Riesch im Slalom den undankbaren 4. Platz - und verpasste somit ihre letzte Medaillen-Chance beim letzten olympischen Rennen ihrer Karriere. Auch für die Skicrosser war es ein schwarzer Freitag: Die Lenggrieserin Heidi Zacher schied schon im Achtelfinale aus und Anna Wörner stürzte im Viertelfinale schwer und verletzte sich dabei am rechten Knie.

Medaillen-Hoffnung Felix Neureuther scheidet im Slalom aus

Evi Sachenbacher-Stehle wurde schließlich von den Olympischen Winterspielen ausgeschlossen. All ihre Ergebnisse wurden annulliert. Immerhin: Am letzten Samstag holten die deutschen Snowboarderinnen im Parallel-Slalom noch zwei Medaillen für Deutschland. Anke Karstens durfte sich über Silber und Amelie Kober über Bronze freuen. Und auch die Biathleten durften sich trotz des Schocks noch einmal über Edelmetall freuen: Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp holten sich Silber in der Staffel. Das Drama folgte kurz darauf im Slalom: Felix Neureuther fädelte im zweiten Durchgang ein und schied aus. Bei Fritz Dopfer reichte es nur für den 4. Platz - er verpasste die Bronzemedaille um nur 5/100.

Auch der letzte Tag der Olympischen Winterspiele gehörte nicht zu den sportlichen Glanzleistungen des deutschen Teams: Thomas Bing schaffte als bester Deutscher beim Langlauf der Herren nur einen traurigen 36. Platz. Dank Maximilian Arndt, Thomas Florschütz und Francesco Friedrich war die historische Bob-Pleite des deutschen Teams am Abschlusstag schließlich perfekt: Erstmals seit 50 Jahren waren die Bobpiloten ohne Medaille geblieben.

Nur 19 statt 30 Medaillen fürs deutsche Olympia-Team

Ursprünglich hatte sich das deutsche Olympia-Team 30 Medaillen erhofft. Am Ende mussten sich die Sportler in Sotschi mit etwas mehr als der Hälfte, nämlich 19 Medaillen, begnügen. Mit acht Gold-, sechs Silber- und fünf Bronzemedaillen reichte es für Deutschland im Medaillenspiegel nur für Platz sechs. Wenige Minuten nach 22 Uhr am Sonntagabend waren die 22. Olympischen Winterspiele in Russland schließlich beendet - und das olympische Feuer erloschen.

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