Uli Hoeneß: Fakten und Zahlen zum Prozess

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Auf diesem Stuhl saß Uli Hoeneß während des Prozesses.

Uli Hoeneß wurde der Prozess gemacht: Von Montag, 10. März 2014 an musste sich der FC-Bayern-Präsident wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Hier erfahren Sie die wichtigsten Fakten und Zahlen zum Uli-Hoeneß-Prozess:

Uli Hoeneß hat sich am 17. Januar 2013 beim Finanzamt selbst angezeigt und eine Abschlagszahlung in Höhe von zehn Millionen an den Fiskus überwiesen. Von Montag, 10. März 2014, an musste sich der Präsident des FC Bayern wegen Steuerhinterziehung vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München II im Saal 134 des Justizpalastes verantworten (Aktenzeichen: W5 KLs 68 Js 3284/13). Die Staatsanwaltschaft München II warf Hoeneß vor, 3,2 Millionen Euro Kapitalerträge auf einem Depotkonto bei der Zürcher Privatbank Vontobel nicht versteuert zu haben. Der Betrag stieg während des Prozesses noch an. 

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Uli-Hoeneß-Prozess: Der Richter, die Anwälte und die Chancen

Für den Prozess waren nur vier Verhandlungstage angesetzt. Uli Hoeneß wurde vor Gericht von drei Anwälten verteidigt: Hanns W. Feigen aus Frankfurt, Markus Gotzens und Dieter Lehner - beide aus München. Der vorsitzende Richter heißt Rupert Heindl. Er hat den Ruf eines strengen Juristen. Außerdem hat die Wirtschaftskammer im Juni 2010 entschieden, sich auf keinen Deal mehr einzulassen. Absprachen zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung wurden seitdem nicht mehr getroffen.

Uli-Hoeneß-Prozess: 49 Plätze für Journalisten, 51 für die Öffentlichkeit

Für Journalisten waren im Gerichtssaal 49 Plätze reserviert. 454 Medienvertreter hatten sich um einen der begehrten Plätze beworben - sie waren innerhalb von nur 27 Sekunden besetzt. Schon bei der Besichtung des Gerichtssaals am Freitag vor dem Uli-Hoeneß-Prozess war der Medienrummel enorm: 100 Journalisten drängten sich in Saal 134. Neben diesen reservierten Plätzen waren weitere 51 frei zugänglich für die Öffentlichkeit.

Uli-Hoeneß-Prozess: Das Urteil

Am vierten Verhandlungstag fiel das Urteil: Uli Hoeneß muss für drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Der Anwalt des Bayern-Präsidenten hatte zwar umgehend Revision angekündigt, doch einen Tag nach Prozessende teilte Hoeneß in einer persönlichen Erklärung mit, die Haftstrafe anzutreten und alle seine Ämter beim FC Bayern ruhen zu lassen.

Die Verhandlungen fanden an folgenden Tagen statt:

Am ersten Tag des Verfahrens gegen Uli Hoeneß kam vor Gericht heraus, dass der FC-Bayern-Präsident deutlich mehr Steuern als bisher angenommen hinterzogen haben soll: Es geht jetzt um eine Summe von 18,5 Millionen Euro. Sein Anwalt musste Uli Hoeneß im Verlauf der Befragung ermahnen, dem Richter "doch keinen vom Pferd" zu erzählen, sondern die Wahrheit zu sagen.

Am zweiten Tag im Steuer-Prozess sagte die Steuerfahnderin Gabriele H. gegen Uli Hoeneß aus und rechnete vor, dass der FC-Bayern-Präsident nicht 18,5, sondern über 27,2 Millionen Euro an Steuern hinterzogen hat. Die Beamtin aus dem Finanzamt Rosenheim berichtete außerdem, dass Uli Hoeneß bei der Abgabe von weiteren Unterlagen immer wieder Fristen verstreichen ließ. Wurden die Fristen vom Finanzamt dann verlängert, ließen Hoeneß und seine Berater sie zum Teil erneut verstreichen. Ebenso brisant: Eine PDF-Datei mit Kontoauszügen, die von der Bank im Januar 2013 erstellt worden war, wurde erst am 27. Februar 2014 an die Ermittler übergeben - kurz zuvor soll sie angepasst worden sein.

Am dritten Tag im Steuer-Prozess haben Richter Rupert Heindl und die Verteidiger von Uli Hoeneß die 27,2-Millionen-Euro-Berechnung der Finanzbeamtin Gabriele H. akzeptiert. Laut Anwalt Hanns Feigen sei die Summe durch die Zahlen in der Selbstanzeige bereits gedeckt und deshalb nicht überraschend. Diese Aussage gepaart mit dem Geständnis von Uli Hoeneß am Montag (da war noch von 18,5 Millionen Euro die Rede) wirft allerdings Fragen auf. Zudem bestreitet der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ken Heidenreich, dass sich aus den Zahlen in der Selbstanzeige die Steuerschuld errechnen lasse. Der EDV-Experte Peter G., der vom Gericht als zusätzlicher Zeuge geladen war, konnte Uli Hoeneß unterdessen in einem Punkt entlasten: Die Dateien auf dem USB-Stick, von dem am Vortag die Rede war, seien überwiegend tatsächlich erst im Februar erstellt worden. Nur bei einer Datei konnte der 18. Januar 2013 als Erstelldatum festgestellt werden.

Am vierten Tag ist das Urteil gegen Uli Hoeneß gefallen! Demnach muss der Bayern-Präsident für drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Mit den vorgelegten Unterlagen hätte keine vollständige Selbstanzeige erstattet werden können, sagte der Vorsitzende Richter Rupert Heindl. Das Gericht sei deshalb zu dem Ergebnis gekommen, dass die Selbstanzeige unwirksam gewesen sei und deshalb nicht strafbefreiend wirken könne. Sofort ins Gefängnis muss Hoeneß aber nicht - der Haftbefehl bleibt außer Kraft gesetzt. Zudem kündigte sein Anwalt an, dass er Revision einlegt.

Für den Tag nach dem Uli-Hoeneß-Prozess wurde eine Stellungnahme des FC Bayern München erwartet. Schließlich gab der 62-Jährige selbst eine Erklärung ab: "Nach Gesprächen mit meiner Familie habe ich mich entschlossen, das Urteil des Landgerichts München II in meiner Steuerangelegenheit anzunehmen. Ich habe meine Anwälte beauftragt, nicht dagegen in Revision zu gehen." Uli Hoeneß legte im selben Zug mit sofortiger Wirkung seine Ämter als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern nieder. Auch die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Revision. Uli Hoeneß wird seine Haftstrafe deshalb bereits in rund sechs Wochen - also Ende April/Anfang Mai - antreten.

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