Anne ist das Mädchen, dass unserer Spendenaktion für Kinder der Elfenbeinküste sein Gesicht gibt

Meine Schule ist die schönste der Welt

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Anne besitzt nicht genügend Schulhefte. Wie die meisten Kinder in ihrer Klasse schreibt sie auf eine Tafel

Der Tag für Anne beginnt vor Sonnenaufgang. Gegen fünf Uhr steht die Achtjährige auf. Dann macht sie Feuer, kümmert sich darum, dass ein Kessel mit Wasser heiß wird und fängt an, den Boden mit einem abgenutzten Reisigbesen zu fegen. „Das macht mir nichts aus, jeder hat Aufgaben, die gehören für mich einfach dazu“, erzählt sie.

Anne ist das Mädchen auf unserem Aktionsplakat. Wir haben sie in Toumoudi getroffen, einem Dorf im Hinterland von Abidjan. Dort hat Unicef auch eine der ersten Pilotschulen aus Plastikmüll gebaut. Anne besucht dort seit ein paar Wochen die dritte Klasse.

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Für sie bedeutet die neue Schule viel mehr als nur ein hübsches Klassenzimmer zu haben. Die Achtjährige verbindet mit ihr Zukunft. Hoffnung. Möglichkeiten. Chancen auf ein gutes Leben.

Deshalb haben wir Anne auch ausgewählt der tz-Aktion „Bitte helft uns lernen!“ ein Gesicht zu geben.

Das Mädchen stammt aus einem kleinen Dorf, wächst mit sechs Geschwistern auf. Die beiden größten Brüder leben schon nicht mehr zu Hause. Von ihrer Mutter und zwei weitere ältere Schwestern und einem zweijährigen Bruder ist sie derzeit getrennt. Denn Ihr Vater hat eine Arbeit als Lehrer gefunden. In der neuen Unicef-Schule. „Ich bin sehr stolz, dass genau mein Papa genommen wurde“, sagt Anne. Deshalb ist auch ihr Bruder Elichama (6) mit umgezogen – er will schließlich auch in die coole Plastikschule gehen. Arsène Tindé (39) hat sich bewusst für diese Schule beworben, seine Frau und die anderen Kinder erst einmal in seinem Heimatdorf, eine Stunde entfernt zurückgelassen. „Ich war mehrmals bei der regionalen Schulverwaltung, weil ich unbedingt hier arbeiten wollte. Ein Direktor und eine Schule, die Klassenzimmer aus Plastik hat, muss eine gute und fortschrittliche Schule sein“, erklärt der 39-Jährige.

Anne mit ihrem Vater Arsène Tindé

Das ist sie. Direktor Joachim Koffi Konan (50): „Wir wollen nicht einfach eine schöne Schule mit genug Platz für alle Kinder haben. Wir möchten, dass sich alle, egal ob Mädchen oder Bub, schnell oder langsam, groß oder klein, entwickeln können und sehen, was alles möglich ist.“ Dazu gehört für ihn auch, dass die Kinder Verantwortung übernehmen, dass sie lernen Zusammenhänge zu erkennen. „Die Klassenzimmer aus Plastikmüll sind das beste Beispiel dafür“, sagt Koffi Konan überzeugt. „Unsere Schüler haben gesehen, wie die Klassenräume entstanden sind, wir haben ihnen erklärt, aus was die Steine sind und sie haben Wände selbst gestalten können mit Farbe und einer Idee.“

Drei Klassenräume sind in Toumoudi entstanden.

Viele der Kinder von Toumoudi kommen jetzt sogar freiwillig am Samstag in die Schule. Anne gehört natürlich dazu. Auch wenn sie dafür wieder so früh aufstehen muss. Samstag ist für sie ein Tag wie jeder andere. Hat sie die Hausarbeit erledigt, das Frühstück und den Abwasch erledigt, geht‘s zum Unterricht. Im Schlepptau hat sie ihren kleinen Bruder. Nach der Schule geht’s nach Hause. Die Familie lebt in zwei Räumen in einem Haus ohne Fenster. In dem Vorraum stehen zwei alte Plastikstühle und ein halb kaputter Holzschemel. Deshalb isst die Familie auf dem Boden. Das Essen macht meist Anne. Reis mit einer Gemüse-Soße. Manchmal gibt es vom Markt etwas Fisch dazu, selten auch mal ein Stück Huhn. Anne ist eine gute Köchin. Das findet auch Bruder Elichama. Mit seinen kleinen Hände formt er Reisklupmen und ta1ucht sie in die Soße. Erst als seine Schwster Löffel bringt, isst er damit. Vater Arsène wartet, bis seine Kinder fertig sind und begnügt sich mit den Resten. Auch als Lehrer hat er nur ein bescheidenes Einkommen. Das meiste Geld der Familie fließt in die Ausbildung der Töchter und Söhne. Und gerade braucht er noch viel Benzingeld, um seine Frau Gerardine und den Rest der Familie zu besuchen. Die leben noch Dorf der Großeltern. Nur jedes zweite Wochenende besucht er sie mit seinem Moped. Anne und Elichama freuen sich auf die Besuche, denn in ihrem alten zu Hause kann Anne noch für ein paar Stunden Kind sein, muss sich nicht um den Haushalt und andere Arbeiten kümmern.

Die Kinder haben die Wände selbst mit Farbe bemalt und ihren Handabdruck hinterlassen

Anne freut sich jetzt vor allem auf Weihnachten: „Da gibt es immer Hühnchen und ganz viel dazu.“ Das ist ihr Geschenk und, dass sie in die neue Schule gehen darf. Die Achtjährige kann genau erklären, wie die Schule gebaut wurde. Wie Frauen Plastikmüll sammeln, wie daraus kleine Schnipsel gemacht werden, die geschmolzen und zusammengepresst Bausteine ergeben. Dann kann man die Steine zusammenstecken und die Schule ist in ein paar Tagen fertig. Und der Müll ist weg. „Ganz einfach also“, sagt sie.

Mit tz-Redakteurin Dorit Caspary teilen die Schülerin und ihr Bruder Elichama das selbst gekochte Mittagessen–es gibt Reis mit Soße und ein paar Brocken Fisch.

Und viel besser als das alte Schulhaus aus Bambus. „Da konnten wir nicht sehen, was an der Tafel steht, wir sind bei Regen immer nass geworden und irgendwo kamen immer Tiere herein. Da konnten wir nur ganz schlecht aufpassen.“ Anne glaubt, dass die Grundschule die beste und schönste auf der ganzen Welt ist. Erst vor ein paar Tagen hatte sie im Fernsehen – im Dorf haben zwei Familien ein Gerät, in das auch fremde Kinder manchmal mitreinschauen dürfen – einen Bericht über Deutschland gesehen. „Die haben da auch schöne Schulen, aber keine aus Plastik. Da haben wir es doch richtig gut.“

Dorit Caspary

Video: Ex-tz-Chefredakteur Karl Schermann über die Anfänge der tz-Unicef-Spendenaktionen

Seit 30 Jahren setzt sich die tz gemeinsam mit UNICEF für Kinder in Not auf der ganzen Welt ein. Karl Schermann, der viele Jahre Chefredakteur der tz war, spricht im Interview über die gemeinsamen Hilfsaktionen mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen und die große Unterstützung durch die Leser der tz.   

Jeder Cent zählt!

Mit Ihrer Spende – und sei sie auch noch so klein – unterstützen Sie die tz-aktion „Bitte helft uns lernen!“. Gemeinsam mit Unicef und Ihnen, liebe Leser, möchten wir in der Elfenbeinküste Klassenzimmer aus recyceltem Plastikmüll bauen. Nur fünf Prozent des täglich anfallenden Plastikmülls werden in dem westafrikanischen Land bislang wiederverwertet. Dazu kommt, dass zwei Millionen Kinder nicht in die Schule gehen. Es fehlt ihnen am Zugang zur Bildung. Unicef beziffert den Bedarf auf 15 000 fehlende Klassenzimmer! Das möchten wir ändern und so vielen Kindern wie möglich helfen, lernen zu können. Schon mit vier Euro kann ein Plastik-Ziegel gefertigt werden. Jetzt noch ein Versprechen, das die tz und Unicef seit 30 Jahren halten: Jeder Cent, den Sie spenden, kommt bei den Kindern an. Alle Verwaltungskosten werden aus anderen Töpfen gedeckt, auftretende Kosten werden von Sponsoren übernommen.

Wie Sie helfen können

Sie möchten per Überweisung spenden? Bitte geben Sie bei Ihrer Überweisung das Stichwort Plastikschule an. Bei Spenden bis 100 Euro gilt der Einzahlungsbeleg als Quittung fürs Finanzamt. Bei größeren Beträgen bekommen Sie von Unicef automatisch eine Spendenbescheinigung zugeschickt. Bitte geben Sie im Feld Empfänger Unicef an, im Feld Verwendungszweck unbedingt ihren Namen und ihre Adresse. 

- Falls Sie an der Verlosung des Cluno-Auto-Abos teilnehmen möchten, bitte unbedingt ihre vollständige Adresse und ihre Telefonnummer angeben, damit wir Sie im Gewinnfall benachrichtigen können.

- Sie möchten direkt bei Unicef spenden? Hier finden Sie den direkten Zugang zu unseren Spendenkonten.

Die Spendenkonten 

Commerzbank

IBAN: DE78 7008 00000326 900000

BIC: DRESDEFF700

Stadtsparkasse München

IBAN: DE70 7015 00000000 263525

BIC: SSKMDEMM

Spenden und gewinnen

Für 10 Euro Spende mit Cluno gratis Mini fahren Besser geht’s doch nicht: Zehn Euro spenden und mit ein bisschen Glück ein ganzes Jahr umsonst Mini fahren. Unser Partner Cluno (www.cluno.com) verlost unter allen Lesern, die mindestens zehn Euro spenden, ein Auto-Abo für einen Mini Cooper Chili Automatik im Wert von über 5000 Euro. Sie müssen sich dabei um nichts kümmern, denn mit dem Münchner Unternehmen ist "Auto fahren so einfach wie Musik hören", so der Slogan. Versicherung, Wartung, Verschleiß, TÜV, Reifen, Zulassung und Garantie sind im Cluno Auto-Abo inklusive. Nur Tanken kommt on top.

Der Gewinner wird nach Abschluss unserer Spendenaktion im Februar gezogen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wichtig: Bitte notieren Sie Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse auf der Überweisung.Cluno und tz wünschen viel Glück!

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