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Die Tafel deckt unseren Tisch

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Von: Stephanie Ebner

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Das Ehepaar Yuri und Maya Ginzunterman stammt aus der Ukraine und ist auf die Versorgung durch die Münchner Tafel angewiesen.
Das Ehepaar Yuri und Maya Ginzunterman stammt aus der Ukraine und ist auf die Versorgung durch die Münchner Tafel angewiesen. © Oliver Bodmer

Zu Weihnachten stehen in der Ukraine deftige Fleischgerichte auf dem Speiseplan. Auch bei Maya und Yuri Ginzunterman, die seit über 20 Jahren in München leben. Das Ehepaar freut sich, an dieser Tradition – dank der Münchner Tafel – festhalten zu können.

Ein Besuch bei Menschen, die auf die Tafel angewiesen sind, aber selbst so viel zu geben haben.

Gemeinsam gegen Armut

Armut kann jeden treffen. Plötzlich und überall. Mit unserer Hilfsaktion „Gemeinsam gegen Armut“ möchten wir Menschen in Armut unterstützen, vor allem Familien aus der Ukraine, die wegen des Krieges ihre Heimat verlassen mussten – gemeinsam mit der Münchner Tafel hier und mit Unicef vor Ort. Yuri Ginzunterman stammt aus der Ukraine und ist Tafelgast, allerdings hilft er auch immer wieder mit. Zu Weihnachten zeigen er und seine Frau Maya, wie ein ukrainisches Festessen mit Zutaten aus der Tafel-Versorgung aussehen kann.

In einem Alter, in dem sich die Menschen normalerweise zur Ruhe setzen, in Rente gehen und das Leben zu genießen beginnen, hat Yuri Ginzunterman seine Habseligkeiten zusammengepackt und ist mit der Familie nach Deutschland gekommen. „Ich sah keinen anderen Ausweg für mich und meine Familie.“ Sie kamen mit fast leeren Händen in Deutschland an. „Wir durften nur wenig mitnehmen.“ Nur was sie tragen konnten. Wichtige Dokumente musste der Ukrainer zurücklassen – „sie wären uns an der Grenze abgenommen worden“.

So können Sie spenden

Mit Ihrer Spende - und sei sie auch noch so klein — unterstützen Sie die tz-Hilfsaktion „Gemeinsam gegen Armut“ zugunsten der Münchner Tafel und von Unicef. Ganz konkret geht der Erlös an Menschen, die in München trotz aller eigenen Anstrengung auf Hilfe angewiesen sind, vor allem an Familien aus der Ukraine, die mit Nichts von einem Moment auf den anderen ihre Heimat verlassen mussten. Und an notleidende Kinder und Familien vor Ort, die in der Ukraine und den Nachbarländern gerade jetzt im Winter so dringend Unterstützung brauchen. Gemeinsam mit unseren Partnern und Ihnen, liebe Leser, möchten wir sowohl hier, direkt vor unserer Haustür, als auch in der Ukraine helfen. Armut kann jeden treffen. Egal wo. Durch Krieg, durch persönliche Schicksalsschläge. Deshalb: Bitte unterstützen Sie unsere Hilfsaktion mit Ihrer Spende.

Sie möchten per Überweisung spenden?

Bitte wählen Sie zunächst die Organisation aus, für die Sie spenden möchten. Geben Sie bei der Überweisung auf das jeweilige Konto unbedingt als Stichwort Armut an. Bei Spenden bis 100 Euro gilt der Einzahlungsbeleg als Quittung fürs Finanzamt. Bei größeren Beträgen bekommen Sie von der jeweiligen Organisation automatisch eine Spendenquittung zugesandt. Bitte geben Sie im Feld Verwendungszweck unbedingt Ihren Namen und die Adresse an, sonst können wir Ihnen keine Spendenbescheinigung zuschicken. Empfänger ist entweder die Münchner Tafel oder Unicef.

Die Spendenkonten

Für Unicef

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Für die Münchner Tafel e.V.

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Jetzt noch ein wichtiges Versprechen, das die tz seit über 30 Jahren hält: Jeder Cent, den Sie spenden, kommt zu 100 Prozent bei den Kindern und Familien an. Alle Verwaltungskosten werden aus anderen Töpfen und von Sponsoren übernommen.

Über 20 Jahre ist die Ausreise jetzt her. „Ich habe sie keinen Tag bereut.“ Yuri sitzt mit seiner Frau Maya auf dem Sofa. „Wir hatten keine Alternative“, sagt er. Die Töchter, beide Buchhalterinnen, wurden damals genötigt, Bilanzen zu fälschen. „Da haben wir beschlossen dass wir in der Ukraine keine Zukunft haben.“

„Der Anfang in München war schwer“, sagt Yuri rückblickend. „Wir reisten nach Deutschland, weil meine Urgroßmutter ursprünglich von hier stammt.“

Sein erster Weg führte Yuri, einst ein leitender Ingenieur, zum Arbeitsamt. Doch dort bekam er den Rat: „Lassen sie die Jungen arbeiten. Sie sind zu alt.“ Damit musste sich der Techniker, der ein Leben lang für sich und seine Familie gesorgt hat, abfinden. Zumindest die Sprache lernte er aber. Denn „nur wer die Sprache kann, gehört dazu.“

Ohne Hilfe hätte es das Ehepaar nicht geschafft, in der neuen Heimat Fuß zu fassen. „Es war ein Segen, dass wir bei der Münchner Tafel Lebensmittel holen durften.“ Immer wieder betont der 87-Jährige: „Ich bin so dankbar, dort Gast sein zu dürfen.“ Dass ihm gerade die Worte fehlen, liegt nicht an seinen fehlenden Sprachkenntnissen. Er und seine Frau sind gerührt von all der Hilfe, die sie bekommen. „Ich weiß nicht, was wir ohne die Münchner Tafel machen würden.“ Denn Rente aus der Ukraine bekommen sie nicht – trotz der über 40 Jahre, die der Ingenieur und die Bibliothekarin gearbeitet haben.

Redakteurin Stephanie Ebner hat Yuri und Maya Ginzunterman besucht. Das Ehepaar stammt aus der Ukraine und ist auf die Versorgung durch die Münchner Tafel angewiesen. Für uns haben sie ein typisches Weihnachtsessen gekocht.
Redakteurin Stephanie Ebner hat Yuri und Maya Ginzunterman besucht. Das Ehepaar stammt aus der Ukraine und ist auf die Versorgung durch die Münchner Tafel angewiesen. Für uns haben sie ein typisches Weihnachtsessen gekocht. © Oliver Bodmer

Einmal in der Woche ist Yuri berechtigt, bei der Tafel Lebensmittel zu holen. „Jedes Jahr werden wir mehr Menschen, die darauf angewiesen sind.“ Auch eine andere Tatsache hat der 87-Jährige beobachtet: „Früher kamen die meisten Hilfsbedürftigen aus fremden Ländern, jetzt sind es immer mehr Deutsche, die zur Tafel kommen. Vor allem Rentner.“

Die Mittel der Tafel sind begrenzt. Das bekommt auch das Ehepaar zu spüren: „Ich kann nicht sagen, dass wir Hunger leiden, doch früher waren die Zuteilungen größer.“ Es wird von Jahr zu Jahr weniger. Geld, um essen zu kaufen, haben die beiden Rentner kaum. Die meiste finanzielle Zuwendung gehe für die Medizin drauf, sagt der 87-Jährige.

Dem gebürtigen Ukrainer war es immer wichtig, dass er sich nicht nur von der Tafel versorgen lässt, sondern auch selbst aktiv mit anpackt: 20 Jahre half er da, wo es nötig war. Er war Dolmetscher und Aufsicht. Seinen Einsatz hat er erst mit Ausbruch der Pandemie beendet.

Gastfreundschaft heißt für den Wahl-Münchner auch, Besuchern etwas mit auf den Weg zu gebeben. So auch diesmal in Form eines Glases aus eingemachtem Gemüse. Es wäre unhöflich, dies abzulehnen, das macht Yuri zum Abschied unmissverständlich klar: „Wir haben so viel bekommen, wir wollen auch etwas zurückgeben.“

Dann sagt er einfach nur noch einmal Danke. Danke, dass er hier mit seiner Familie ein neues Leben beginnen durfte. (Stephanie Ebner)

Eintopf und Auflauf mit Zutaten von der Münchner Tafel

Die Ukrainer essen viel Fleisch, vor allem Schweinefleisch, aber auch Rind und Lamm. Reichhaltige Suppen und Eintöpfe sind ein Muss. Besonders zu Festtagen. Neben Fleisch spielen Gemüse eine wichtige Rolle in der ukrainischen Küche. Kartoffeln, Fleisch, Früchte, Pilze, Beeren oder Kräuter sind in vielen Rezepten zu finden.

Hlechyk – Eintopf im Tontopf gegart
Hlechyk – Eintopf im Tontopf gegart. © Oliver Bodmer

Hlechyk – Eintopf im Tontopf gegart

(für 4 Personen)

600 g Fleisch

450 g Kartoffeln

200 g Pilze

150 g Karotten

1 große Zwiebel

2 Knoblauchzehen

400 ml Brühe

Salz und Pfeffer

eventuell Koriander (nach Geschmack)

Zubereitung:

1. Fleisch, Kartoffeln, Karotten und Pilze in Würfel schneiden.

2. Alle Zutaten nacheinander in der Pfanne mit Pflanzenöl anbraten. Die Zutaten anschließend in die Töpfchen schichten und würzen. Das heißt, es werden alle Zutaten zusammen in dem Topf gegart. Zutaten, die länger brauchen wie z.B. Fleisch, kommen dabei nach unten und Kartoffeln und Gemüse werden darüber geschichtet.

3. Mit Brühe aufgießen und mit dem Deckel verschließen, im Backofen bei 190 Grad fertiggaren.

4. Wer will, bestreut das Gericht zum Schluss mit Korianderblättern.

Tipps:

- Die Töpfchen aus Ton muss man mindestens 30 Minuten vor Verwendung gut wässern.

- Wer keinen ukrainischen Tontopf hat, kann stattdessen einen Römertopf (im Backofen) oder unglasierte Tajine mit tiefem Unterteil benutzen.

- Den Abschluss bildet oft eine Schicht Tomaten, was für eine leckere tomatige Soße sorgt.

- Das Rezept kann man beliebig variieren, je nach Jahreszeit und abhängig davon, was man bekommt.

Gemüseauflauf
Der Gemüseauflauf. © Oliver Bodmer

Gemüseauflauf

½ Blumenkohl

½ Brokkoli

1 Zwiebel

1 Paprika

1 Tomate

3 Eier

3 EL Mehl

100 g Milch

3 EL Sonnenblumenöl

Salz und Pfeffer

etwas Reibekäse zum Bestreuen

Zubereitung:

1. Gemüse waschen und zerkleinern. Vom Brokkoli und dem Blumenkohl Röschen abbrechen. Den Rest in Würfel schneiden.

2. Eier, Mehl, Milch und Öl zusammen verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.

3. Eine Auflaufform mit etwas Öl einfetten. Das Gemüse und die Flüssigkeit miteinander vermengen und alles zusammen in die Auflaufform geben. Mit dem Käse vermischen.

4. Den Gemüseauflauf bei 180 Grad circa 45 Minuten stocken lassen.

Wichtig: Der Gemüseauflauf lässt sich beliebig variieren. Je nachdem, was gerade erhältlich ist.

tz-Redakteurin Dorit Caspary.
tz-Redakteurin Dorit Caspary. © fkn

Ihre Ansprechpartnerin

Haben Sie noch Fragen oder möchten selbst aktiv werden, beispielsweise eine eigene Spendensammlung oder Versteigerung organisieren? Dann rufen Sie an oder schreiben eine E-Mail. tz-Redakteurin Dorit Caspary hat sich sowohl bei den Projekten der Münchner Tafel als auch bei Unicef ein Bild gemacht. Sie können sich sicher sein: Jeder Spenden-Euro wird dringend gebraucht. Unsere Reporterin erreichen Sie unter Tel. 089/5306 512 oder per E-Mail unter dorit.caspary@merkurtz.de.

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