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Unsere Mission für die Ärmsten

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Von: Dorit Caspary

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Austausch über nachhaltige Hilfe: Hannelore Kiethe (l.) und Claudia Graus (Unicef) bei einem Besuch im Warenlager der Münchner Tafel.
Austausch über nachhaltige Hilfe: Hannelore Kiethe (l.) und Claudia Graus (Unicef) bei einem Besuch im Warenlager der Münchner Tafel. © Klaus Haag

Es gibt vieles, was Claudia Graus und Hannelore Kiethe verbindet. Ihr über Jahre andauerndes Engagement für Menschen in r Menschen in Not. Ihre Grundidee, wie Hilfe aussehen muss: vor allem nachhaltig!

Was das bedeutet, darüber haben wir mit der Tafel-Gründerin Hannelore Kiethe und Claudia Graus, viele Jahre stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Unicef Deutschland, gesprochen.

Sie engagieren sich beide seit vielen Jahren für ihre Organisationen. Nachhaltigkeit ist inzwischen ein Begriff, den sich gerne alle auf die Fahne schreiben. Wie verhält es sich damit bei Ihrer Arbeit?

Hannelore Kiethe: Unsere Grundidee 1994 war, Lebensmittel, die Supermärkte wegwarfen, vor der Mülltonne zu retten.

Weihnachts-Aktion für Münchner Tafel und Unicef: Dauerhaft helfen

Wie viele Menschen man mit dieser Idee nachhaltig, also dauerhaft mit anhaltender Wirkung helfen kann, war uns damals nicht bewusst. Umso schöner ist es zu sehen, was aus dieser Anfangsidee geworden ist.

Claudia Graus: Vielleicht hat man damals den Begriff Nachhaltigkeit nicht so inflationär verwendet. Die Idee kenne ich seit dem ersten Tag bei Unicef. Unsere Projekte sind – abgesehen von der akuten Nothilfe beispielsweise bei Naturkatastrophen – immer dauerhaft und nachhaltig angelegt. Das ist auch etwas, was mich von Anfang an bei Unicef überzeugt hat. Was heißt das konkret? Graus:Frühernannte man das Hilfe zur Selbsthilfe. Das System hat sich aber kaum geändert. Wir versuchen, mit der Projektarbeit in den Ländern passgenau Hilfe anzubieten. Immer in Zusammenarbeitund mit Zustimmung zum Beispiel der Dorfältesten.Nur dann werden Programme dauerhaft umgesetzt und die Spendengelder Ihrer Leser verhelfen den Kindern wirklich zu einer besseren Zukunft. Im Idealfall brauchen die Familien oder Dörfer nach fünf Jahren kaum mehr Hilfe von uns und unseren Partnern und sie können beispielweise Gesundheits-und Bildungsprogramme selbst fortführen und anderen das Wissen weitergeben.

Kiethe: Den Gedanken, dass nachhaltiges Handeln letztendlich auch eine richtungsändernde Entwicklung und ein Überdenken von alten Strukturen beinhaltet, finde ich ganz wichtig. Wir streben schließlich an, dass unsere Gäste hoffentlich irgendwann wieder ohne unsere Hilfe im Lebenzurechtkommen können. Unsere Unterstützung soll natürlich die Not lindern, aber eben auch Freiräume und Möglichkeiten schaffen, dass Familien statt für Lebensmittel beispielweise Geld fürSchulmaterialien ausgeben können. Das eine ist die materielle Nachhaltigkeit, das andere betrifft doch eher eine Verhaltensänderung.

Kiethe: Sicher, die Wertigkeit von Lebensmitteln ist bei unseren Gästen sicherlich größer als vielleicht bei anderen. Sie wissen zu schätzen, was sie bekommen. Oft erzählen sie, was sie alles aus den Resten machen, damit sie ja nichts wegwerfen. Ganz einfaches Beispiel: Sollten Tomaten übrig sein, wird Soße selbst einkocht. Auch bei unseren 750 ehrenamtlichen Helfern sehen wir, dass ihnen der Nachhaltigkeitsgedanke sehr wichtig ist.

Wie wichtig sind technische Innovationen bei der nachhaltigen Hilfe für Menschen in Not?

Graus: Nehmen Sie beispielsweise Drohnen. Diese Innovation ist ein Meilenstein in der Entwicklungshilfe. Früher war es extrem aufwendig, Medikamente und Hilfe in entlegene Regionen zu transportieren. Oder Vorhersagen und Dokumentationen von Naturkatastrophen zu erstellen. Mit dieser neuen Technologie kann Hilfe noch viel gezielter und damit natürlich auch nachhaltiger eingesetzt werden. In Malawi unterstützt Unicef ein Pilotprojekt, das sehr erfolgreich seit 2017 läuft und auch Vorbild für andere Regionen ist. Nachhaltig ist eine Idee auch dann, wenn sie von anderen Ländern oder Partnern umgesetzt wird.

Welche Rolle spielt die moderne Technik bei der Münchner Tafel?

Kiethe: Seit Corona wissen wir technische Innovationen noch mehr zu schätzen. Alle unsere Ausgabestellen sind mit Tablets ausgestattet, um beispielsweise die lückenlose Registrierung und das Einchecken unserer Gäste zu gewährleisten. Technische Innovationen ermöglichen so, dass den Helfern mehr Zeit für andere Dinge bleibt. Beispielweise für ein aufmunterndes Gespräch, für einen Rat, der dem einen oder der anderen weiterhilft.

Graus: Das Vertrauen und der persönliche Austausch sind – egal ob hier oder in einem abgelegenen Dorf in Malawi – die Basis, damit Menschen mit Zuversicht ihren Weg gehen. Nur dann kann er auch nachhaltig sein.

Gemeinsam gegen Armut: So können Sie spenden

Mit Ihrer Spende – und sei sie auch noch so klein – unterstützen Sie die tz-Hilfsaktion Gemeinsam gegen Armut für die Münchner Tafel und Unicef. Konkret geht der Erlös an Familien, die in München trotz aller eigenen Anstrengungen auf Hilfe angewiesen sind–und an Kinder in Malawi, die nach Flut- und Dürrekatastrophen weder genug zu essen haben noch in die Schule gehen können. Gemeinsam mit unseren Partnern und Ihnen, liebe Leser, möchten wir direkt vor unserer Haustür helfen. Und wir wollen Menschen in Malawi unterstützen, einem der ärmsten Länder der Welt. Denn Armut kann jeden treffen. Egal wo.

Spende per Online-Überweisung: Bitte wählen Sie zunächst die Organisation aus, für die Sie spenden möchten. Geben Sie bei der Überweisung auf das jeweilige Konto unbedingt als Stichwort Armut an. Bei Spenden bis 100 Euro gilt der Einzahlungsbeleg als Quittung fürs Finanzamt. Bei größeren Beträgen bekommen Sie von der jeweiligen Organisation automatisch eine Spendenquittung zugesandt. Bitte geben Sie im Feld Verwendungszweck unbedingt Ihren Namen und die Adresse an, sonst können wir Ihnen keine Spendenbescheinigung zuschicken. Empfänger: entweder Münchner Tafel oder Unicef.

Ein wichtiges Versprechen, das die tz seit über 30 Jahren hält: Jeder Cent, den Sie spenden, kommt zu 100 Prozent bei den Kindern und Familien an. Alle Verwaltungskosten werden aus anderen Töpfen und von Sponsoren übernommen.

Die Spendenkonten

Für Unicef:
Commerzbank
IBAN: DE78 7008 0000 0326 9000 00
BIC: DRESDEFF700

Für die Münchner Tafel e. V.
HypoVereinsbank
IBAN: DE37 7002 0270 6850 1933 10
BIC: HYVEDEMMXXX 

Ihre Ansprechpartnerin

Haben Sie noch Fragen oder möchten selbst aktiv werden, beispielsweise eine eigene Spendensammlung oder Versteigerung organisieren? Dann rufen Sie an oder schreiben eine E-Mail. tz-Redakteurin Dorit Caspary hat sich sowohl bei den Projekten der Münchner Tafel als auch bei Unicef ein Bild gemacht. Sie können sich sicher sein: Jeder Spenden-Euro wird dringend gebraucht und sinnvoll verwendet. Unsere Reporterin erreichen Sie unter Tel. 089/5306-512 oder per E-Mail unter dorit.caspary@merkurtz.de.

Spendenbeispiele

Nur 78 Euro reichen, um einen Tafelgast ein ganzes Jahr lang mit Lebensmitteln zu unterstützen. Wie Sie ganz einfach Gastgeber für Münchner in Not werden: www.muenchner-tafel.de

Mit 30 Euro kann Unicef einen Monat lang ein akut mangelernährtes Kind mit lebensrettender Erdnusspaste versorgen. 

 

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