Zu Gast bei „3nach9“

Comedian Bülent Ceylan kämpft in TV-Show mit Tränen - „Das ist ein hartes Thema“

Bülent Ceylan
+
Bülent Ceylan kämpft in TV-Show mit den Tränen.

Comedian Bülent Ceylan teilt in der „3nach9“-Talkshow eine herzzerreißende Erinnerung aus seiner Jugend. Als er davon erzählt, kämpft er mit den Tränen.

Bremen - Bülent Ceylan zählt zu den beliebtesten deutschen Comedians und begeistert seine Fans regelmäßig mit seinen Auftritten. Der 45-Jährige sorgt dabei mit seinem Humor für gute Laune und Leichtigkeit. Dass auch er jedoch bereits schwere Zeiten in seinem Leben durchmachen musste, davon berichtete er in der Talkshow „3nach9“ am Freitagabend (10. September). Mit dem Moderatoren-Duo Judith Rakers und Giovanni Di Lorenzo sprach er über eine Situation in seiner Vergangenheit, bei der er noch heute mit den Tränen kämpfen muss.

„3nach9“: Comedian Bülent Ceylan muss Tränen zurückhalten - „Das ist ein hartes Thema“

Als Sohn eines Betonmischerfahrers wuchs der heute erfolgreiche Kabarettist in einfachen Verhältnissen auf. In Ceylans Vergangenheit gab es eine Situation mit seinem Vater, die auch Moderatorin Judith Rakers berührte, als sie in seinem neuen Buch davon erfuhr. Denn sein Vater, der 2012 verstorben ist, gelangte in früheren Zeiten als selbständiger Betonmischfahrer in eine finanzielle Notlage. Damals musste er sich von seinem Sohn Geld leihen.

„Das ist ein hartes Thema“, erwidert Ceylan der Moderatorin, als Rakers ihn bittet, von dieser belastenden Situation zu erzählen. Sein Vater wollte vor allem für die Bildung und die Zukunft seines Sohnes vorsorgen, um ihn später finanziell unterstützen zu können. Dafür musste er mehr Geld verdienen, das Geschäft in der Baubranche lief zu damaliger Zeit allerdings schlecht, so der Comedian. „Mein Vater ist bankrott gegangen“, schildert er weiter und berichtet dann von einem herzzerreißenden Moment, in dem er davon erfuhr.

„3nach9“: Bülent Ceylan teilt emotionales Erlebnis aus seiner Vergangenheit

„Das war ganz schlimm für mich. Ich komme nach Hause - und für meine Mutter musste immer der Obstteller voll sein, das hat sie erlebt als kleines Kind in der Nachkriegszeit. (...) Für sie war wichtig, dass der Obstkorb voll war. Das war für sie ein Statussymbol“, so der 45-Jährige. Als er damals als Teenager jedoch nach Hause kam, war der Obstteller an diesem Tag nicht voll und der Kühlschrank war leer. Während er mit Judith Rakers über diese Situation spricht, kämpft der Comedian sichtlich mit den Tränen. „Das ist selten, dass mich eine Talkshow mal so weghaut“, gibt er weiter zu.

Rakers kommt ihm schließlich zur Hilfe und fasst zusammen, wie er diese Situation auch in seinem Buch schilderte. Sein Vater habe ihn dann nämlich gebeten, ob er ihm sein Sparbuch geben könne. Dort befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits ein paar Tausend Euro für Ceylans Ausbildung. „Mein Vater hat es schwer gehabt und dann kam er ins Wohnzimmer - wir hatten eine 80 Quadratmeter große Wohnung zu sechst - und ich wusste, irgendwas will er mir sagen. ‚Sohn, es fällt mir sauschwer, ich weiß, du brauchst das Geld. Das habe ich eigentlich für dich gemacht, dass du Führerschein machen kannst, dass du anfangen kannst mit einem Studium. Ich brauche das Geld.‘“, berichtet Ceylan weiter, der es kaum verbergen kann, wie emotional diese Erinnerung noch immer für ihn ist.

„3nach9“ (NDR): Bülent Ceylan wird in TV-Show emotional

Als er seinem Vater das Geld überließ, versprach dieser ihm, dass er es ihm zurückzahlen werde. Ein paar Jahre später überwies er seinem Sohn die geliehenen 10.000 Euro. Gleichzeitig gab auch Ceylan seinen Eltern ein Versprechen: „Papa und Mama, eines Tages werde ich so viel Geld verdienen und euch eine Wohnung kaufen.“ Dieses Versprechen hielt er und kaufte ihnen eine Wohnung, in der inzwischen seine Mutter alleine lebt. Und um eines muss sie sich keine Sorgen mehr machen: „Meine Mutter hat immer den Obstkorb voll.“ (jbr)

Auch interessant

Kommentare