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"Aktenzeichen"-Moderator Cerne: Nie waren wir besser

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Rudi Cerne im Studio von "Aktenzeichen XY … ungelöst". © Thomas R. Schumann/ZDF

München - Bis zu sechs Millionen Zuschauer verfolgten 2014 "Aktenzeichen XY … ungelöst" - die besten Quoten der vergangenen zehn Jahre. In der tz spricht Moderator Rudi Cerne über alte Erfolge und seinen ­neuesten Fall.

Mit Stolz darf ZDF-Moderator Rudi Cerne auf das vergangene Jahr zurückblicken: 2014 bescherte seiner Fahndungssendung "Aktenzeichen XY … ungelöst" die besten Quoten der vergangenen zehn Jahre. Bis zu sechs Millionen Zuschauer verfolgten die realen Kriminalfälle, bei denen um öffentliche Mithilfe gebeten wird. Heute meldet sich Cerne wieder live aus den Bavaria Filmstudios. In der tz spricht er über alte Erfolge und seinen ­neuesten Fall.

Die Realität ist brutaler, als das, was wir zeigen …

Herr Cerne, Sie haben 2014 die besten Quoten der letzten zehn Jahre verbucht. Woran lag’s

Rudi Cerne: Wir haben kontinuierlich an der Sendung gearbeitet, und ich glaube, das honorieren die Zuschauer jetzt. Bei unseren Einspielfilmen führen mittlerweile krimierfahrene Regisseure Regie, die zum Beispiel auch für Ein Fall für zwei oder den Tatort arbeiten. Auch haben wir mit erfahrenen Live-Regisseuren wie zum Beispiel Utz Weber und Günter Mitgutsch richtige Glücksgriffe getan.

Die nachgespielten Filme sind besser geworden, aber auch brutaler, oder?

Rudi Cerne: Das sind alles kleine Krimis in sich. Wir bereiten die Fälle aber nicht auf, weil sie so spektakulär sind. Unser wichtigstes Motiv ist und bleibt die Unterstützung der Polizei. Die Filme geben dem Zuschauer bei aller Dramatik die Gelegenheit, die gezeigten Informationen zu verarbeiten. Was die Brutalität angeht: Wir verfälschen nichts, mitunter ist die Wirklichkeit viel brutaler, als das, was wir zeigen. Wir arbeiten stets in dem Bewusstsein, dass es Opfer und Angehörige gibt, die unsere Darstellungen ertragen müssen.

Die Spannung entsteht also durch die Machart?

Rudi Cerne: XY muss unterhaltsam sein, um die Zuschauer anzusprechen. Schon mein Vorgänger Eduard Zimmermann hat gesagt: Wir müssen mit der Zeit gehen, sonst spielen wir irgendwann vor leeren Häusern.

Noch ist der Laden ausverkauft. Die Aufklärungsquote Ihrer Sendung liegt bei beachtlichen 42 Prozent. Welcher Fall hat Sie in den letzten Jahren besonders berührt?

Rudi Cerne: Ich erinnere mich an eine Frau aus Bonn, die sieben Jahre als vermisst galt. Ihre Tochter hat darauf gedrängt, dass der Fall noch einmal aufgerollt wird. Nach unserer Ausstrahlung erinnerten sich Nachbarn, dass das Haus der Familie zum Zeitpunkt des Verschwindens eingerüstet war und umgebaut wurde. Es stellte sich heraus, dass der Ehemann seine Frau ermordet und ihre Leiche im Fundament versteckt hatte. Dieser Mord wurde nach sieben Jahren dank Aktenzeichen XY aufgedeckt.

Wovon ist es abhängig, ob ein Fall noch einmal aufgerollt wird? Treten die Leute direkt an die Redaktion heran?

Rudi Cerne: Nein, wir müssen da schon den offiziellen Weg einhalten. Im Allgemeinen ist es so, dass die Polizei an uns herantritt. Die Öffentlichkeitsfahndung wird eingeschaltet, wenn alle zur Verfügung stehenden Mittel ausgereizt sind. Und Aktenzeichen XY bietet die optimale Plattform, weil wir Millionen Zuschauer bundesweit erreichen. Natürlich hält auch die Redaktion die Augen offen und fragt gegebenenfalls nach, ob unsere Hilfe gebraucht wird. Wenn allerdings Privatpersonen bei uns anrufen, verweisen wir sie an die Polizei. Schließlich sind wir keine Polizisten, sondern Journalisten …

… die sich heute unter anderem mit dem Raub des KZ-Tors in Dachau beschäftigen.

Rudi Cerne: Ja, der zuständige Ermittler der Kripo Fürstenfeldbruck wird bei uns im Studio sein. Das ist schon ein besonderer Fall, weil er eine neue Dimension der Kriminalität spiegelt. Hier geht es um die Schändung einer Gedenkstätte und nicht um einen normalen Diebstahl. Dieser Fall hat uns ebenso empört wie viele Bürger. Insofern hoffen wir, dass XY zur Aufklärung beitragen kann.

Darum geht es am Mittwoch, den 14.01.2014 u. a.

Lokalteil).

von Astrid Kistner

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