Nach 40 Jahren steigt er aus

Der Alte: Für Michael Ande geht's zu Ende

Michael Ande
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Michael Ande.

München - Ohne ihn lief nichts in der Münchner Mordkommission II – doch nun, sagt er selbst, ist es an der Zeit zu gehen. Nach 40 Jahren und über 400 Folgen steigt Michael Ande am Ende der neuen Staffel, die heute Abend im ZDF startet, aus der Dauerserie Der Alte aus.

Seit der ersten Folge gehört ­Michael Ande zum Team der Serie. 1977 bis 1986 ermittelte er an der Seite von Siegfried Lowitz.

Seine Figur Gerd Heymann, der dienstälteste Kommissar im deutschen Fernsehen, geht in den Ruhestand. Im Interview mit der tz erinnert sich Michael Ande (71) an seinen letzten Drehtag, erzählt, wie sich sein Leben ohne Kameras anfühlt und was er mit der neu gewonnenen Freizeit anfangen möchte.

Herr Ande, mit welchen ­Gefühlen erinnern Sie sich an Ihren letzten Drehtag für den „Alten“?

Michael Ande: Der letzte Drehtag war sehr bewegend und intensiv und es sind am Schluss auch ein paar Tränen geflossen. Das war ein ganz besonderer Tag in meinem Leben – und ich verbinde ihn mit den vielen Kolleginnen und Kollegen, die mir so sehr ans Herz gewachsen sind.

Warum haben Sie sich überhaupt entschieden, die Rolle an den Nagel zu hängen?

Ande: In meinen kühnsten Träumen hätte ich mir nicht vorstellen können, was im Frühjahr 1976 in München begann – dass mich die Figur Gerd Heymann 40 Jahre meines Berufslebens begleitet. Aber nun sind die 40 voll – und 40 Jahre sind genug. Für mich und für Gerd Heymann, der dieses Jahr 65 wird, ist es jetzt einfach an der Zeit für einen neuen Lebensabschnitt.

Die Fans werden das sicher bedauern …

Ande: Dass die Zuschauer den Heymann so lieben, berührt mich seit vielen Jahren sehr und ich bin mir der damit verbundenen Verantwortung bewusst. Trotzdem ist es jetzt einfach an der Zeit, in Pension zu gehen.

Sie haben vier ­„Alte“ erlebt: Siegfried Lowitz, Rolf Schimpf, Walter Kreye und Jan-Gregor Kremp. Wer stand Ihnen persönlich am nächsten? Und: Was hat die Einzelnen für Sie persönlich ausgemacht?

Ande: Alle meine Kollegen haben, jeder für sich, etwas ganz Besonderes. Ein Vergleich würde da hinken.

Es ist schon eine Weile her, dass Sie den Abschied von Gerd Heymann gedreht haben. Wie geht es Ihnen ohne das Leben vor der Kamera?

Ande: Richtig gut! Weil ich jetzt meine Zeit so einteilen kann, wie ich möchte. Das ist herrlich. Ich kann endlich mein Italienisch verbessern!

Gibt es auch etwas, das Sie vermissen?

Ande: Nur meine Kollegen – manchmal.

Wie stehen Sie dazu, dass „Der Alte“ nun mit Stephanie Stumph und Ludwig Blochberger zwei sehr junge Schauspieler an seiner Seite hat?

Ande: Jedes Format muss sich verändern und mit der Zeit gehen. So wie es jetzt für mich ganz persönlich Zeit für einen neuen Lebensabschnitt ist. Das ist einfach der Lauf der Dinge. Auf jeden Fall hat mir die Arbeit mit Stephanie und Ludwig sehr großen Spaß gemacht.

Werden Sie sich Ihre ­letzte Folge am Bildschirm anschauen?

Ande: Das glaube ich schon, auf jeden Fall werde ich die Folge aufnehmen. Und: Ich freue mich, nach meinem Ausstieg, gemeinsam mit den Zuschauern, auf viele weitere spannende Fälle, die Hauptkommissar Richard Voss, Annabell Lorenz und Tom Kupfer lösen werden.

„Der Alte“,

freitags, 20.15 Uhr, ZDF

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