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Pflegeratschefin geht in ARD-Talk auf „Wetten, dass.. ?“ los - und die Runde schweigt

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Christine Vogler, die Chefin des deutschen Pflegerates bei Anne Will
Die Präsidentin des Deutschen Pflegerates, Christine Vogler, war am Sonntag (7. November) bei Anne Will zu Gast. © Jürgen Heinrich / Imago

Die Pflegeratschefin Christine Vogler sprach sich klar für 2G-Regeln bei allen Veranstaltungen aus. „Wetten, dass..?“ nennt sie als Negativbeispiel.

Berlin - Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Montag auf den bisherigen Höchststand seit Beginn der Pandemie: Pro 100.000 Einwohner gab es 201,1 Neuinfektionen. Im ARD-Talk bei Anne Will* ging es am Sonntag deshalb um das Thema „Corona-Neuinfektionen auf Höchststand - braucht Deutschland eine Impfpflicht?“. Pflegeratspräsidentin Christine Vogler sprach sich klar für eine 2G-Regel aus, um die Pandemie in den Griff zu bekommen – und zog „Wetten, dass..?“ als Negativbeispiel heran.

Pflegeratschefin für 2G-Regelung bei Veranstaltungen: „Wetten, dass“ als Negativbeispiel

Im ARD-Talk bei Anne Will traf die Pflegeratschefin Christine Vogler am Sonntag auf CSU-Chef Markus Söder, die Fraktionschefin der Grünen Katrin Göring-Eckardt, den Chef des Weltärztebundes Frank Ulrich Montgomery und die Medizinethikerin Alena Buyx. In der Diskussion ging es um die Frage, ob Deutschland eine Impfpflicht braucht. Denn die Corona-Zahlen steigen kontinuierlich, am Montagmorgen lagen sie so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Die vierte Welle hat Deutschland fest im Griff.

Der Deutsche Pflegerat habe von Anfang an gesagt, man sei für eine Impfpflicht, wenn sie für alle gelte, so Vogler. Eine Impfpflicht nur für Pfleger halte sie hingegen nicht für sinnvoll*, hatte die gelernte Krankenschwester bereits zu Beginn der Sendung gesagt. Sie ergänzte: „Wir sind für 2G in allen Veranstaltungen, die nicht sein müssen. Wenn ich gestern Abend „Wetten, dass..?“ gekuckt habe, (...) ich konnte das nicht ansehen!“, nennt die Präsidentin des Deutschen Pflegerates ein Beispiel dafür, wie es nicht laufen soll. Daraufhin wird die Medizinethikerin Alena Buyx eingeblendet, die bestätigend lächelt. Keiner der anderen Teilnehmer hakt ein, da sich die Pflegeratspräsidentin mitten in ihren Ausführungen befindet. „Wir sind für Testpflichten, wir sind dafür, die Impfzentren weiter auszubauen und die Booster für alle anbieten, die wollen.“ Man erlebe jetzt in den Einrichtungen vor Ort, dass die Menschen, die geimpft werden wollen eben nicht sofort die Impfung bekommen, weil alles viel zu lange dauert.

„Wetten, dass“ auch bei Zuschauern in der Kritik: „Neues Superspreader-Event“

Nicht nur die Pflegeratspräsidentin kritisierte „Wetten, dass..?“ aufgrund der fehlenden Corona-Schutzmaßnahmen. Auch zahlreichen Zuschauern fiel die vollbesetzte Halle negativ auf. Rund 2.500 Personen nahmen in der Messehalle Nürnberg live am Spektakel teil und saßen dicht an dicht. „Unfassbar, wie Corona ignoriert wird. Wer ist auf die Idee gekommen, die ganze Halle ohne Lücken zu besetzen?“, lautet einer der Kommentare in den sozialen Medien. „‘Wetten dass ..?‘ als neues Superspreader Event“, schreibt ein anderer. Der Moderator Thomas Gottschalk begrüßte die weiblichen Gäste trotz Corona in alter Manier mit Küsschen links und Küsschen rechts. Die Einschaltquoten waren dennoch ein Hit: Fast 14 Millionen Menschen sahen die Sendung, das entspricht einem Marktanteil von 45,7 Prozent. Sogar viele junge Zuschauer schalteten ein, hier lag die Quote sogar bei 50,2 Prozent. Nun denkt das ZDF über eine Fortsetzung der Erfolgssendung nach. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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