Drama auf vielen Kanälen

Hammer-Quote, doch viel Kritik: Das Erste macht sich mit TV-Experiment „Feinde“

Toll gespielt hätte Bjarne Mädel, befanden die TV-Zuschauer. Buch und Regie aber wurden teils heftig kritisiert
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Toll gespielt hätte Bjarne Mädel, befanden die TV-Zuschauer. Buch und Regie aber wurden teils heftig kritisiert.

Mehr als zehn Millionen Menschen sehen das Öffentlich-Rechtliche TV-Experiment „Feinde“. An der Umsetzung des Dramas üben jedoch viele Zuseher Kritik.

  • Das Erste erregt mit seinem TV-Experiment „Ferdinand von Schirach: Feinde“ die Gemüter.
  • Die Verfilmung des Buches eines Münchner Autors wurde in zwei verschiedenen Versionen ausgestrahlt.
  • Der Film lief auf zahlreichen Sendern der Öffentlich-Rechtlichen. Trotz guter Quoten gibt es auch Kritik.

Großer Erfolg an einem ungewöhnlichen TV-Sonntag: Fast 10,5 Millionen Zuschauer ­haben das Fernseh-Experiment „Ferdinand von Schirach: Feinde“ verfolgt. Wobei – war das wirklich ein so großer ­Erfolg? Immerhin wurden die zwei Filme zum selben Thema zeitgleich in der ARD und in allen Dritten ­sowie bei One gezeigt. Wie berichtet, schilderte das zweigleisige Justizdrama einen Entführungsfall aus zwei Perspektiven – in einem Film aus der des Kommissars Peter Nadler (Bjarne Mädel) und im anderen aus der des Verteidigers Konrad Biegler (Klaus Maria Brandauer). Die Frage, die sich für die Zuschauer ergab, war, ob Folter ein probates Mittel sein darf, um einen Verdächtigen dazu zu bringen, die Wahrheit zu sagen.

TV-Experiment der ARD: „So stark, dass es in allen Dritten Programmen gleichzeitig laufen muss“

Ein Drama auf so vielen ARD-Kanälen? Ein bisschen zu viel Aufmerksamkeit, fanden einige Zuschauer. Von „Gleichschaltung“ wird in den sozialen Netzwerken gar geschimpft. Andere drücken es sachlicher aus. ­„Dafür, dass es so überlebensgroß angekündigt wurde, hat Schirachs „Feinde“ sehr enttäuscht. Wo lag jetzt der ­Erkenntnisgewinn? So stark, dass es in allen Dritten Programmen gleichzeitig laufen muss, war es gewiss nicht“, schreibt eine ­Twitter-Nutzerin. Und resümiert: „Finde Fernseh-Experimente ­interessant, aber das war nichts.“

Auch andere Zuschauer kritisieren die kreative Umsetzung: „Es war völlig unnötig, so lange wachzubleiben. Die zweite Version brachte nicht die angekündigte andere Sichtweise“, findet ein Kommentator auf Twitter. Ein anderer bestätigt: „Die Idee ist gut mit den Perspektiven, aber bitte etwas mehr Mühe geben, dass die beiden Teile nicht zu 70 Prozent gleich sind und dabei fast nichts bei rum kommt?!“

Worüber sich aber alle ­einig sind, ist die hervorragende Qualität des Spiels insbesondere der zwei Hauptdarsteller Mädel und Brandauer. „Für mich als juristischer Laie ist ­allein die Schauspielkunst der beiden ein Fest. Und regt zum Nachdenken an. Und macht deutlich, wie schnell man sich auf eine vermeintlich richtige Seite stellen kann“, schreibt ein Twitter-Nutzer.

ARD: TV-Experiment „Feinde“ polarisiert im Netz -

Die rege Diskussion im Netz zeigt, wie sehr die ARD am Ende doch richtig lag mit ­diesem Experiment. Und die Quote. Der eine Handlungsstrang ­Feinde – Gegen die Zeit ­erreichte in der ARD ab 20.15 Uhr rund 7,96 Millionen Menschen (21,8 Prozent). Die gleiche ­Geschichte aus anderer Perspektive erzählt erlebten 2,49 Millionen Zuschauer (6,8 Prozent), die bei One oder in einem der Dritten Programme Feinde – Das Geständnis einschalteten.

Am Ende sollte man es wohl am besten so ­nehmen, wie es eine Twitter-Nutzerin in ihrem Kommentar tut – mit Humor: „Pro-Tipp: Im ZDF seht ihr die Von-Schirach-Story gerade noch mal aus dem Blick­winkel einer gewissen Inga Lindström, die von dem ­ganzen Schlamassel nichts mitbekommen hat.“

Das „Traumschiff“ machte an Neujahr Halt auf den Seychellen. Ein Promi wird von einem Verehrer verfolgt - die Fans haben aber mehr Augen für den schlechten Greenscreen. Florian Silbereisen äußerte sich bereits - nun legt Laura Karasek nach.

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