Gebühren für Hotline

ARD-Zuschauer empört über teure Hotline bei Spendengala: „Wohin geht das Geld?“

ARD-Benefizgala zur Hochwasserkatastrophe, Ingo Zamperoni.
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Ingo Zamperoni bei der ARD-Spendengala.

Millionen Menschen spendeten bei der ARD-Gala für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Deutschland. Kostenpflichtige Hotlines sorgten für reichlich Ärger im Publikum - die ARD reagierte nun auf Twitter.

Leipzig/Köln - Mehr als 16,5 Millionen Euro kamen insgesamt bei der ARD-Spendengala am 23. Juli und dem Spendentag „Aktion Deutschland hilft“ zusammen. Viele prominente Persönlichkeiten wie Thore Schölermann, Nico Santos, Herbert Grönemeyer oder Sarah Connor waren in Leipzig für eine dreistündige Sondersendung der ARD vor Ort. Unter dem Motto „Wir halten zusammen“ konnten Anruferinnen und Anrufer für die Opfer der Hochwasserkatastrophe spenden und mit ihren Stars telefonieren. Während in Köln „Tagesschau“-Sprecher Ingo Zamperoni mit Betroffenen, Helferinnen und Helfern sprach, stand Sarah von Neuburg in Leipzig bereit.

ARD-Spendengala: Kostenpflichtige Leitungen sorgen für Twitter-Kritik

Die Telefonleitungen sorgten aber für reichlich Unmut bei den Spendewilligen. Denn: Statt einer 0800er-Nummer musste man eine 0180-Nummer wählen. Die sind bekanntlich absolut nicht kostenlos, sondern eher teuer. Für einen Anruf aus dem deutschen Festnetz wird da eine Gebühr von 6 Cent fällig. Wer aus dem Mobilfunknetz anruft, zahlte sogar 42 Cent pro Minute.

Auf Twitter äußerten sich dazu zahlreiche verwunderte Zuschauerinnen und Zuschauer. „Sollte eine Spendenhotline nicht wenigstens kostenlos sein?“, schreibt eine Frau. Eine andere fügt hinzu: „Spendengala, aber 42 Cent pro Minute über Mobilfunk Extra-Gebühren?“ Im Publikum kam so die Frage auf, wer denn das Geld aus den Telefongebühren kassieren würde. „Das Geld bekommt dann die Telekom?“ und „Wohin geht das Geld von den Telefongebühren?“, war auf dem sozialen Netzwerk zu lesen.

ARD gibt Statement ab und erklärt „technische Verbindungsaufwendungen“

Auf die letzte Frage antwortete die ARD dann auch. „Die Verbindungsentgelte werden seitens der jeweiligen Anbieter erhoben und abgerechnet, wobei es keinen Rückfluss in Richtung des Anbieters oder Ausrichters gibt. Die Summen decken lediglich die technischen Verbindungsaufwendungen zwischen den einzelnen Providern ab.“

Zusätzlich schrieb die ARD an anderer Stelle auf Twitter: „Bei kostenfreien Nummern besteht das Risiko, dass sie missbräuchlich verwendet werden und diejenigen, die tatsächlich spenden möchten, nicht durchkommen.“ Trotz der zusätzlichen Gebühren ließen sich die Menschen aber nicht abhalten, zu spenden. Die Leitungen der Hotline waren zeitweise sogar so überlastet, dass es schwer war, überhaupt durchzukommen. Die ARD musste sogar versichern, „mit Hochdruck“ an einer Verbesserung zu arbeiten. 

Ungewöhnlich ist eine derartige Handhabe allerdings nicht. Kostenpflichtige Hotlines werden häufiger bei Spendengalas eingesetzt, beispielsweise auch bei der „Ein Herz für Kinder“-Gala.

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