WDR liefert Begründung

Gast-Star aus neuem Münster-„Tatort“ einfach rausgeschnitten - er ist fassungslos

Michael Tsokos sollte eigentlich einen Gastauftritt im „Tatort“ haben.
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Michael Tsokos sollte eigentlich einen Gastauftritt im „Tatort“ haben.

Im neuen „Tatort“ aus Münster sollte eigentlich auch ein Gast-Star einen Auftritt haben. Seine Szene wurde aber überraschend herausgestritten. Er reagiert - und bekommt eine Antwort vom WDR.

Münster - In der „Tatort“-Reihe stehen die Fälle aus Münster ganz oben auf der Beliebtheitsskala. 2017 ergatterte das Team um Kommissar Thiel (gespielt von Axel Prahl) und Gerichtsmediziner Boerne (gespielt von Jan Josef Liefers) gar einen Quotenrekord von 14,56 Millionen Zuschauer:innen. Der anhaltenden Begeisterung der Fans tat auch der Ärger um Liefers und die #allesdichtmachen-Aktion keinen Abbruch. Auch der neue Fall vom Sonntag (02. Mai 2021) landete mit 14,22 Millionen eine Wahnsinns-Quote in der ARD. Der Erfolg hat für eine Person aber sicherlich einen bitteren Beigeschmack.

Klar, wenn da so ein erfolgsversprechendes Format eine Rolle frei hat, will man natürlich zuschlagen. So ging es vermutlich auch Michael Tsokos. Der 54-Jährige ist Rechtsmediziner und Professor an der Charité in Berlin. Eigentlich sollte Tsokos im neuen Film „Rythm and Love“ eine Gastrolle übernehmen. Er sollte den Professor Thomsen spielen, einen ehemaligen Mentor und großes Vorbild von Boerne. Eigentlich. Denn völlig unerwartet war Tsokos im Film überhaupt nicht zu sehen. Aus der Szene, in der er seinen großen Auftritt gehabt hätte, wurde er einfach rausgeschnitten. Man sieht lediglich kurz seinen Rücken, hört dann nur noch seine Stimme.

„Tatort“ (ARD) aus Münster: Gast-Star einfach rausgeschnitten - er macht den Vorfall öffentlich

Das Ganze machte Tsokos am Sonntag via Instagram auch öffentlich. „Wo fängt Zensur an?“, fragte er dort zu einem Bild, was vermutlich am Set des Filmes entstanden ist. Weiter schreibt er, dass er im neuen „Tatort“ mitgespielt habe. „Betonung auf ‚HABE‘, denn meine Szene wurde einfach herausgeschnitten“. Seine scheinbar nicht unbedingt begnadete Schauspielkunst sei allerdings nicht der Grund gewesen. Viel mehr ging es wohl um etwas ganz anderes.

Wie Tsokos weiter schreibt, ist der Grund für sein „Tatort“-Aus seine Serie „Obduktion“, in der er echte Einblicke in die Arbeit in der Rechtsmedizin gibt. Die läuft auf dem Streaming-Dienst TVNOW. Er würde daher „nicht fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen taugen“, nennt er die Begründung. Das Skurrile daran: In der Serie hat er Jan Josef Liefers, der ja bekanntlich im Münster-„Tatort“ dabei ist, als Co-Star an seiner Seite. Außerdem behauptet Tsokos, man habe ihm nicht mal ins Gesicht gesagt, dass seine „Tatort“-Szene rausgeschnitten wird, er habe das über Thiel-Darsteller Axel Prahl erfahren.

„Tatort“ (ARD) aus Münster: Nach Zensur-Vorwurf - Tsokos zeigt WDR-Reaktion auf Instagram

„Gerade in einer Zeit wie heute, in der potentielle Meinungsmache öffentlich-rechtlicher Sender immer wieder hinterfragt wird, halte ich so ein Agieren für gefährlich. Brandgefährlich“, führt Tsokos sein Plädoyer weiter aus. Die Antwort des zuständigen Sender WDR ließ derweil nicht lange auf sich warten. Auch diese teilte Tsokos auf Instagram.

Auf dem Bild, das Tsokos teilte, ist ein Kommentar der offiziellen Instagram-Seite des WDR zu sehen. Dort heißt es, man habe erst lange nach Ende der Dreharbeiten zufällig erfahren, dass Tsokos und Liefers gemeinsam in einer Serie für TVNOW partizipieren würden. „Da wir keine Werbung für TV Now machen wollen und dürfen, haben wir die Szene entsprechend gekürzt“, endet der Kommentar. Für Tsokos scheint die Sache damit erledigt zu sein. „Da hat der WDR aber schnell reagiert und ich rechne es den Verantwortlichen hoch an, dass Sie hier nichts unter den Tisch fallen lassen“, schreibt er zum Post.

Tsokos‘ Szene ist übrigens nicht die einzige, die im neuen „Tatort“ herausgeschnitten wurde. Auch einen Ausschnitt von Jan Josef Liefers bekamen die Zuschauer:innen nie zu Gesicht. Der Schauspieler zeigte ihn aber trotzdem selber auf Instagram. Die beiden Hauptdarsteller aus Münster haben derweil erst kürzlich ihre Verträge verlängert - und so viel Geld sollen sie pro Folge kassieren. Es gibt neben dem Münsteraner Duo aber auch noch zahlreiche Tatort-Ermittler aus anderen Städten.

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