ZDF und Arte übertreffen sich selbst

Fünf Fakten über die Serie „Bad Banks“, über die gerade alle reden

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Jana (Paula Beer) steht unter großem Druck, sie hat Angst, bei der Deutschen Global Invest zu versagen. 

ZDF und Arte haben sich mit ihrer sechsteiligen Serie „Bad Banks“ selbst übertroffen. Sie ist beinahe so unerträglich spannend konstruiert, dass wir sie an einem Stück sehen wollen. Unsere Autorin hat fünf Fakten über „Bad Banks“ gesammelt. 

„Die Serie Bad Banks“ von Regisseur Christian Schwochow erzählt die Geschichte der jungen, ehrgeizigen, auf den eigenen Vorteil bedachten Investmentbankerin Jana Liekam (Paula Beer), die wegen einer Intrige ihren Job bei einer internationalen Großbank in Luxemburg verliert und bei der Deutschen Global Invest in Frankfurt einsteigt (nein, die gibt es nicht wirklich). Was Jana erlebt, wird all diejenigen bestätigen, die in Klischees denken und den überbezahlten Bankern in Frankfurt Manipulation, Gier, Exzess und Skrupellosigkeit nachsagen.  

Die Serie „Bad Banks“ hat internationalen Charakter, ein Kompliment, das nur wenige deutsche Serien verdienen, etwa „Deutschland 83“, „Babylon Berlin“ oder die erste deutsche Netflix-Originalserie „Dark“

1. Wer ist die gefeierte Hauptdarstellerin Paula Beer?

Spätestens nach einer Viertelstunde werden Zuschauer der Serie „Bad Banks“ vermutlich die Hauptdarstellerin und ihr Alter googeln. Paula Beer ist erst 23 Jahre alt, doch sie spielt, als habe sie ein halbes Jahrhundert Erfahrung gesammelt. Dabei hat Beer nie eine Schauspielschule besucht, schreibt das Nachrichtenmagazin Focus. Sie spielt die Hauptrolle in „Bad Banks“ hervorragend: eine Frau, die sich verausgabt, und die nicht mehr zulässt, dass andere die Lorbeeren einheimsen. Sie wirkt stark, doch Versagensängste quälen sie, sie bekommt Panikattacken. Trotzdem bringt es sie nicht dazu, einen Gang herunterzuschalten. Im Gegenteil. 

Paula Beer spielt die Bankerin Jana Liekam.  

Beer sagt im Gespräch mit dem Focus über ihre Rolle der Jana Liekam: „Für so jemanden, der mitten im System dieser Finanzwelt steckt, ist der Kontrollverlust, wenn alles aus den Fugen gerät, wohl das Schlimmste, was passieren kann.“ Das Thema Fi­nan­zen habe Beer erst Bauch­schmer­zen bereitet, gibt sie  im Ge­spräch mit B.Z. zu. „Mit gro­ßen ame­ri­ka­ni­schen Fil­men über das Fi­nanz- und Wirt­schafts­we­sen hatte ich bis­her immer meine Pro­ble­me, das zu ver­ste­hen. Weil es so de­tail­liert um die Bran­che mit ent­spre­chen­den Fak­ten ging.“ 

Paula Beer kennen manche Zuschauer zum Beispiel aus dem Schwarz-Weiß-Melodram „Frantz“ von François Ozon. Dafür bekam Beer auf dem Filmfest Venedig den Preis als beste Nachwuchsdarstellerin. Sie spielte außerdem in dem Film „Vier Könige“ mit der aus „Fack ju Göhte“ bekannten Schauspielerin Jella Haase. Darin geht es um vier Teenager, die Weihnachten in einer Jugendpsychiatrie verbringen. Im April sehen wir Paula Peer im Kinofilm „Transit“. 

2. Ist „Bad Banks“ Désirée Nos­buschs großes Comeback? 

Christelle Leblanc (Désirée Nosbusch) will endlich an die Macht. Und Ties Jacoby (Germain Wagner) soll ihr dabei helfen.

Désirée Nosbuschs letzter TV-Auftritt ist acht Jahre her, damals spielt sie in einem „Tatort“. Das ZDF und Arte haben der luxemburgischen Schauspielerin Désirée Nosbusch (53 Jahre) mit „Bad Banks“ jetzt ein großes Comeback ermöglicht. Sie erzählt im Interview mit faz.net, warum ihr Comeback so lange gedauert hat: „Ich glaube, das hat zum einem damit zu tun, dass ich sechsundzwanzig Jahre in Amerika gelebt habe. Zum anderen war ich vermutlich in den Köpfen der Macher immer zu sehr Désirée mit dem Pferdeschwanz, die Moderatorin. Ich habe immer gehofft, dass irgendwann mal jemand kommt, der sagt: Ich hätte Lust, dich neu zu sehen. Das war jetzt Christian Schwochow.“

Nosbusch spielt die mächtige Investmentbankerin Cristelle Leblanc, die Ex-Chefin von Jana Liekam. Indem LeBlanc Jana Liekam nach der Kündigung in Luxemburg den Job in Frankfurt vermittelt, verfolgt sie einen großen Plan: Sie spielt sich als große Gönnerin und Förderin der jungen talentierten Frau auf, in Wahrheit will sie Jana Liekam aber nur als Informantin benutzen. 

Sie gibt Jana den Tipp für ein hochattraktives, aber äußerst riskantes Geschäft, mit dem Jana ihren neuen Chef Gabriel Fenger (Barry Atsma) so sehr beeindruckt, dass er sie damit beauftragt, das Projekt zu leiten.

Der Münchner Merkur hat Nosbusch anlässlich des Weltfrauentags (8. März) interviewt. Lesen Sie das Gespräch auf Merkur.de*.

3. Wie viel Wahrheit steckt eigentlich in „Bad Banks“?

Willkommen in der Deutschen Global Invest: Gabriel Fenger (Barry Atsma) und die Kollegen gratulieren Jana Liekam zum neuen Job.

Die ZDF-Sendung Wiso hat Szenen aus „Bad Banks“ zwei Investmentbankern gezeigt und gefragt, ob die Serie ein übertriebenes oder realistisches Bild der Finanzwelt zeichnet. Roland Ulrich arbeitete viele Jahre lang als Investmentbanker, u.a. bei der Deutschen Bank und UBS. Heute berät er als Freiberufler Manager. Ulrich sieht die an „The Wolf of Wall Street“ (2013, mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle) erinnernde Szene, in der Jana Liekams Chef Gabriel Fenger seinen Leuten einheizt: „Seid hungrig, seid aggressiv, seid ehrgeizig!“ Ulrich sagt: „Klar, der Leistungs- und Performance-Druck war groß. Die Ziele sind immer hoch, überambitioniert gesetzt worden. Work-Life-Balance gab es nicht.“ Es sei „eine harte Zeit“ gewesen, doch „die Serie überzeichnet das“. Den Druck gebe es immer noch, bestätigt ein junger Investmentbanker, der anonym bleiben will. „Stress ist normal in der Branche. Häufig wird bis 0 Uhr gearbeitet.“ 

4. Wird die Serie ihrem Titel gerecht?

Das ZDF und Arte nennen ihre Serie „Bad Banks“, erklären den Zuschauern jedoch nicht, was genau das bedeutet. Ungeklärt ist auch, wie die dargestellte Finanzkrise tatsächlich verursacht wurde und was sich hinter den von Liekam und ihrem Team entwickelten Produkten eigentlich verbirgt. 

Stattdessen fokussiert sich die Serie auf das Innenleben der Hauptfiguren Jana Liekam (Paula Beer), Gabriel Fenger (Barry Atsma), Quirin Sydow (Tobias Moretti), Adam Pohl (Albrecht Schuch, merken Sie sich ihn. Er hat kürzlich in dem ARD-Zweiteiler „Gladbeck“ und seinen Job sehr gut gemacht) und Cristelle Leblanc (Désirée Nosbusch). 

5. Wird es eine zweite Staffel „Bad Banks“ geben?

Es wird eine zweite Staffel „Bad Banks“ geben. Der Beginn der Dreharbeiten und der Ausstrahlungstermin stehen allerdings noch nicht fest, wie eine ZDF-Sprecherin am Montag mitteilte. Zuschauer, die die ersten sechs Folgen von „Bad Banks“ im Fernsehen verpasst haben, können die Serie bis Ende August 2018 in der ZDF- und Arte-Mediathek sehen. 

Sehen Sie den Trailer der ersten Staffel „Bad Banks“

Lesen Sie die Liste mit acht Netflix-Serien fürs Binge Watching an einem freien Wochenende.

*Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

sah

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