Fast 600 Euro für zwei Bier-Metallschilder: „Bares für Rares“-Händler bieten sich „in Rausch“
In der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ sorgen zwei historisch interessante Bier-Werbeschilder für einen unerwarteten Wettkampf um den Zuschlag.
Mainz – Understatement kann sich bei „Bares für Rares“ lohnen. Nichtsahnend bringt ein Kandidat aus Bayern den Nachlass seines Vaters in die ZDF-Sendung und entfacht einen wahren Bieterstreit unter den Händlern.
Bierwerbung für historische Brauerei aus dem 16. Jahrhundert bei „Bares für Rares“
In der jüngsten „Bares für Rares“-Folge (18. Juli) bringt Kandidat Armin Buchner (52) den Nachlass seines Vaters mit: zwei Emaille-Schilder einer bekannten Brauerei. Der bayrische Fahrdienstleiter möchte die Bier-Werbung in den guten Händen eines Sammlers wissen. Die Schilder stammen aus dem Hause Thurn und Taxis Regensburg, das im 16. Jahrhundert das Postwesen innehatte, wie Experte Detlev Kümmel (56) in der Sendung erklärt. Als Entschädigung für das Abgeben der Postrechte zum Ende des Römischen Reiches habe der Staat Bayern die Brauerei an das Haus Thurn und Taxis übergeben. Später wurde die Brauerei von Paulaner übernommen.
Der Vater des Kandidaten sei zeit seines Lebens Bierfahrer bei Thurn und Taxis gewesen. 30 bis 50 Euro stellt er sich als Entlohnung für sein Erbe vor. Experte Kümmel schätzt den Wert deutlich höher ein: 300 bis 400 Euro könne der Bayer verlangen. Alleine wegen des gut erhaltenen Zustands der Schilder aus den 1950er Jahren, nur kleine Abplatzer und etwas Rost sind zu sehen. „Die Leute lieben alles, was mit Lebensmittel und Alkohol zu tun hat“, sind sich die Händler sicher. Unverhofft entbrennt ein wahrer Bieter-Wettstreit bei „Bares für Rares“ und die vierköpfige Runde überbietet sich mit einem Startgebot von 150 Euro im Sekundentakt.
„Bares für Rares“-Kandidat kann sein Glück kaum fassen
„Sie bieten sich in Rausch, obwohl sie noch nichts getrunken haben“, beschreibt Auktionator Wolfgang Pauritsch (52), der mittendrin sitzt, seine Beobachtung des Wettstreits. Als bereits 500 Euro im Raum stehen, facht „Bares für Rares“-Urgestein Walter „Waldi“ Lehnertz (57) die Verhandlung weiter an und findet, 250 Euro pro Schild seien zu wenig. 560 Euro kann der Besitzer schließlich herausschlagen – 500 Euro mehr, als er sich vorgestellt hatte. Ein voller Erfolg! Möbelhändler Jan Čížek (48) gibt das Höchstgebot ab, der zurückhaltende Besitzer ist „geplättet“ und nimmt das Angebot ohne Zögern an.

„Bares für Rares“ ist den Quoten nach zu urteilen die erfolgreichste ZDF-Nachmittagssendung und läuft seit 2013. Von Anfang an dabei: Moderator und ehemaliger TV-Koch Horst Lichter (62), der die Verkäufer zunächst im Verkaufsraum begrüßt und von einem Sachverständigen den Wert der Funde schätzen lässt. Die Experten der Sendung prüfen jedes Fundstück genau. Erst kürzlich musste ein Verkäufer wegen einer Fälschung „Bares für Rares“ verlassen. Verwendete Quellen: ZDF („Bares für Rares“, Folge vom 18. Juli 2024)