"Die Welt gehört allen Menschen"

In "Blindgänger" bezieht Wolfgang Stumph Stellung

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Wolfgang Stumph und Mia Kasalo in dem bewegenden ZDF-Drama „Blind­gänger“.

Mainz - Das ZDF zeigt am Montag das TV-Drama "Blindgänger" mit Wolfgang Stumph. Es sind Filme wie dieser, für die Stumph ­seine Dienstmarke als Kommissar Stubbe abgegeben hat.

Es sind Filme wie dieser, für die Wolfgang Stumph ­seine Dienstmarke als Kommissar Stubbe abgegeben hat. „Zuletzt“, sagt der Schauspieler, „hat diese sehr schöne Krimireihe alles andere zugedeckt“. Was, zeigt das ZDF heute mit dem TV-Drama Blindgänger, in dem Stumph als Bombenentschärfer Conny Stein sein Herz an die zehnjährige Zuwanderin Olli und den Glauben an die deutschen Behörden verliert.

Wie hochaktuell und brisant der Film in Zeiten von Flüchtlingsströmen und Pegida ist, war vor drei Jahren noch nicht abzusehen. Damals begann ­Simone Kollmorgen an dem Buch zu Blindgänger zu arbeiten. Wolfgang Stumphs langjähriger Freund und Stubbe-Regisseur Peter Kahane kam dazu und inszenierte eine ­kritische und ehrliche Geschichte um das tschetschenische Mädchen Olli (Mia Kasalo), das abgeschoben werden soll. Verzweifelt klammert sie sich an Bombenentschärfer Conny Stein, der sie bei seinem letzten Einsatz in einem Dresdener Keller entdeckt hat und ihr mit den Behörden helfen will. Doch im Angesicht der ernüchternden Bürokratie wächst nach und nach Steins ziviler Ungehorsam.

Es ist ein Film nach dem Geschmack von Wolfgang Stumph geworden. Gedreht in seiner Heimatstadt Dresden, in der er zuletzt mit rund 35 000 Menschen bei einer Kundgebung vor der Frauenkirche ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzte. „Einfach um zu zeigen, dass wir offen sind. Deutschland gehört nicht uns allein. Die Welt gehört allen Menschen“, sagt der 69-Jährige, der seiner sächsischen Heimat sehr verbunden ist. „Hier bin ich aufgewachsen, zur Schule gegangen, habe als Schweißer gearbeitet, Kabarett und Theater gespielt.“ Die Dreharbeiten zu Blindgänger weckten nostalgische Gefühle in Stumph, der seinen Unruhestand nach der Ära Stubbe genießt.

Zwischen Koch- und Quizshows müsse er noch nicht pendeln, um im Geschäft zu bleiben, lacht Wolfgang Stumph. Gerade hat er einen neuen Film abgedreht. In Insassen spielt er einen Finanzmanager, der mit Burn-out in einer Klinik landet, die er umzukrempeln versucht.

„Es gibt noch eine Menge spannender Rollen da draußen, und ich freu mich, die eine oder andere in Zukunft spielen zu dürfen“, sagt Stumph, der im TV-Drama Blindgänger bei ­aller Brisanz auch wieder für humorvolle und charmante Momente sorgt. Momente, die der Ernsthaftigkeit des Films guttun. Dass er gegen Ende ein wenig pathetisch wird und nicht ganz ohne das eine oder andere Klischee auskommt – geschenkt.

„Blindgänger“

heute, 20.15 Uhr, ZDF

aki

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