Die tz war am Set dabei

BR dreht zweiten Franken-"Tatort": Mit Liebe zum Detail

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Regisseur Andreas Senn (l.) gibt Eli Wasserscheid, Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs Anweisungen.

München - Im Frühjahr 2016 wird der zweite Franken-Tatort ausgestrahlt. Die Messlatte nach dem Debüt liegt hoch. Wie gehen die Verantwortlichen damit um? Wir waren beim Set mit dabei.

Es ist eigentlich nur eine kleine, recht kurze Szene – doch bis sie im Kasten ist, dauert es eine gefühlte Ewigkeit: „Das war nicht gut“, sagt Fabian Hinrichs selbstkritisch. Und Regisseur Andreas Senn fordert: „Das machen wir bitte noch mal.“ Beim nächsten Versuch blitzt ein Handy und irritiert die Schauspieler, dann redet der Nachbar im Garten zu laut, das stört natürlich auch. Also alles wieder auf Anfang.

Wir sind bei den Dreharbeiten für den zweiten Franken-Tatort in Röthenbach an der Pegnitz, gut zehn Kilometer von Nürnberg entfernt. Die Tochter einer Wirtsfamilie hat ihre Mutter tot im Gasthaus aufgefunden, die Kommissare nehmen die Ermittlungen auf – das ist der Plot. Wenn man den Schauspielern und dem Team drumherum zuschaut, wird eines schnell klar: Hier sind Perfektionisten am Werk, hier wird akribisch gearbeitet, mit sehr viel Leidenschaft und Liebe zum Detail. Man will ganz offensichtlich wieder einen sehr guten Film präsentieren – und die Messlatte hängt hoch: Der erste Fall aus Franken, der im April Premiere feierte, bekam schließlich nicht nur überwiegend positive Kritiken, sondern erreichte auch eine Spitzenquote: Über zwölf Millionen Zuschauer schalteten ein.

„Ich habe von Kollegen noch nie so viel Feedback auf einen Film bekommen wie auf unseren ersten Tatort“, erinnert sich Dagmar Manzel im Gespräch mit der tz. Sie spielt die Hauptkommissarin Paula Ringelhahn. Ihr Kollege im Kommissariat, der wunderbare Fabian Hinrichs alias Felix Voss, freute sich auch über den großen Zuspruch, gleichwohl sagt er: „Ich habe mich nach der Ausstrahlung gefragt, was passiert wäre, wenn wir ,nur‘ sechs Millionen gehabt hätten.“ Das wäre im Tatort-Kosmos ja einer Katastrophe gleichgekommen. „Ein guter Film wäre es aber dennoch gewesen.“ Und das sei für ihn persönlich wichtiger als die Quote.

Zurück zum neuen Film, zum zweiten Franken-Tatort mit dem Titel Das Recht sich zu sorgen. Die Ermittler – an der Seite von Hinrichs und Manzel spielen erneut Eli Wasserscheid, Andreas Leopold Schadt und Matthias Egersdörfer – sehen sich mit gleich drei Fällen konfrontiert: Neben der toten Wirtin geht es um einen fremden Schädel in der Knochensammlung des Instituts für Anatomie der Uni Würzburg. Und vor dem Nürnberger Polizeipräsidium protestiert eine Frau, weil niemand nach ihrem vermissten Sohn suchen will. Viel Stoff für ein noch relativ neues Ermittlerteam, oder? „Ja“, sagt Drehbuchautorin Beate Langmaack. Das sei eine Herausforderung gewesen. „Aber die Kommissare arbeiten im zweiten Fall viel vertrauter miteinander als im ersten. Sie sind ein Team geworden.“ Ihr „Kennenlernen“ müsse man nicht mehr ausführlich thematisieren, das schaffe mehr Platz für den Fall.

Auffällig ist, dass die Episodenhauptrollen mit eher unbekannten Schauspielern besetzt sind (Karolina Lodyga, Jan Krauter). Einen Namen wie Armin Rohde, der zuletzt in zwei Tatort-Episoden (aus Frankfurt und Köln) mitspielte, sucht man vergebens. „Eine ganz bewusste Entscheidung“, erklärt Regisseur Andreas Senn. „Die Geschichten stehen für sich, da brauchen wir keine großen Namen.“ Man habe ja außerdem Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs, der sich übrigens sehr auf seinen zweiten Einsatz in Franken gefreut hat. „Wenn in Berlin eine Straße für Dreharbeiten gesperrt wird, fahren die Leute trotzdem durch und denken sich: Schon wieder so Idioten, die einen Film drehen“, erzählt der Wahl-Hauptstädter. In Franken sei das nicht so. „Hier ist der Umgang liebevoller, und das überträgt sich aufs Team“, so der Schauspieler. Klingt alles ­danach, dass einem neuerlichen großen Tatort-Wurf aus Franken nichts im Wege steht. Die Ausstrahlung von Das Recht sich zu sorgen ist für Frühjahr 2016 ­geplant.

Und sie feiern Jubiläum

Während Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs gerade ihren zweiten Fall in Franken lösen, steuern die alten ­Tatort-Hasen aus München ihrem Jubiläum entgegen: Udo Wachtveitl und Miro Nemec sind 2016 satte 25 Jahre im Dienst. Ab Mitte August ­drehen die beiden unter der Regie von Max Färberböck nach einem Buch von Catharina Schuchmann und Max Färberböck die Jubiläumsfolge. Worum es darin geht und wer sonst noch mitspielt, will der BR noch nicht verraten.

Stefanie Thyssen

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