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Wer wird der neue Supernarr im BR?

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Christian Haller (33) und Angie Aschbacher (39) machen seit 16 Jahren Comedy. © BR/Sessner

München - In der BR-Castingshow "Franken sucht den Supernarr" steigt heute das erste Halbfinale. Mit dabei: Das Comedyduo Steckerlfisch und Schlagsahne. Das Interview.

Es ist der Traum vieler Kabarettisten und Kleinkünstler: ein Auftritt bei der legendären Fastnacht in Franken – am 6. Februar ist es heuer in Veitshöchheim wieder so weit. Das Comedyduo Steckerlfisch und Schlagsahne alias Christian Haller (33) und Angelika „Angie“ Aschbacher (39) aus München beziehungsweise Rosenheim hat die Chance, sich einen Auftritt in der Kultsendung zu sichern. Die beiden sind Kandidaten in der BR-Castingshow Franken sucht den Supernarr. Heute steigt das erste Halbfinale, am 23. Februar das zweite. Im Finale am 30. Februar wird schließlich der neue Supernarr gekürt.

In der tz erzählt Christian Haller, der im Hauptberuf als Sozialpädagoge arbeitet, wie er zur Comedy kam und warum er und Angie Aschbacher heute Abend ein „Anti-Jammer-Lied“ zum Besten geben.

Herr Haller, Ihr Duo nennt sich Steckerlfisch und Schlagsahne – den Namen müssen Sie uns erklären.

Christian Haller: Ja, das ist klar (lacht). Als wir vor 16 Jahren anfingen, hießen wir Bandwurm. Relativ bald hat uns der Name dann schon nicht mehr gefallen, weil er doch arg ekelig klingt. Wir wollten aber bei etwas Kulinarischem bleiben, denn das können sich die Leute immer ganz gut merken. Außerdem sollte ein „und“ in der Mitte stehen, damit klar ist, wir sind ein Duo. Und wir wollten etwas Widersprüchliches, denn Angie und ich schauen ja auch sehr gegensätzlich aus. Irgendwann war dann Steckerlfisch und Schlagsahne da. Eine Eingebung.

Sind Sie „nur“ auf der Bühne ein Paar oder auch privat? 

Haller: Nein, wir halten die Liebe zur Bühne von einer Liebesbeziehung getrennt.

Heute treten Sie bei „Franken sucht den Supernarr“ an – mit einem „Anti-Jammer-Lied“, wie es in der Ankündigung heißt. Was muss man sich darunter vorstellen?

Haller: Wir haben festgestellt, dass viele Mitbürgerinnen und Mitbürger wahnsinnig viel jammern. Dagegen wollen wir ansingen.

Weil Sie finden, es gibt gar nicht so viel zu jammern?

Haller: Das ist natürlich immer relativ. Aber ich finde schon, dass die Deutschen auf einem recht hohen Niveau jammern. Über den Job. Über das Geld, das nie reicht. Über die Beziehung, die man aber dann doch nicht beendet. Klar, mein Geld reicht auch nie (lacht) – aber gerade, wenn wir uns mit anderen Ländern vergleichen, geht es uns doch insgesamt nicht sooo schlecht. Wir wollen mit unserem Auftritt einen positiven Blick aufs Leben vermitteln. Also, Leute: Jammert nicht so viel, sondern genießt das, was Ihr habt. Das ist ja einiges – man muss es sich nur bewusst machen.

Die Sendungen sind ja schon aufgezeichnet. Wie fällt Ihr Blick auf die Konkurrenz aus? 

Haller: Ich darf natürlich nicht sehr viel verraten. Aber ich hatte schon das Gefühl, dass wir kleine Exoten sind.

Inwiefern?

Haller: Wir sprechen Oberbairisch und nicht Fränkisch, damit fängt es schon mal an. Und wir sind eigentlich gar nicht so faschingsaffin. Wir spielen ja über das ganze Jahr verteilt auf Festen wie Betriebsfeiern, Geburtstagen oder Jubiläen und weniger auf Faschingsveranstaltungen. Dieses Jahr zum Beispiel haben wir nur drei Faschingsveranstaltungen.

Wollen Sie das so oder woran liegt das?

Haller: Wenn wir auftreten, müssen die Zuschauer ruhig sein. Wir leben ja hauptsächlich vom Wort, von dem, was wir zu sagen haben. Bei Faschingsveranstaltungen, das liegt in der Natur der Sache, wollen die Leute eher nicht ruhig sein, sondern tanzen. Das ist schwer zu vereinbaren.

Sind Sie dann überhaupt ein großer Fan der „Fastnacht in Franken“?

Haller: Ich habe es natürlich schon mal angeschaut. Aber ich als Münchner bin eher mit dem Nockherberg aufgewachsen.

Wie sind Sie eigentlich zur Comedy gekommen? Von Haus aus sind Sie Sozialpädagoge, arbeiten in der Jugendhilfe bei der Diakonie.

Haller: „Schuld“ ist eigentlich mein Vater. Als er 50 wurde, wollte ich nicht einfach nur rumsitzen auf der Geburtstagsfeier, sondern etwas darbieten. Also habe ich Angie gefragt: Lass uns doch zwei Sketche spielen und ein bisschen Schwung in die Party bringen. Und seitdem werden wir gebucht. Kein Witz: Noch am selben Abend kamen Leute auf uns zu, die wollten, dass wir bei ihrer Feier spielen. Irgendwann haben wir dann unseren ersten öffentlichen Auftritt gemacht. Und dann ging es immer weiter.

Wollen Sie die Comedy in Zukunft zu Ihrem Hauptberuf machen?

Haller: Das steht immer mal wieder im Raum. Ich wäre nicht abgeneigt, aber es ist natürlich ein unheimlich unsicherer Beruf. Allerdings – wer weiß, vielleicht tut sich nach unserem Auftritt heute Abend im Bayerischen Fernsehen ja noch einiges mehr.

Letzte Frage: Was machen Sie, wenn ein Juror heute den gefürchteten Buzzer drückt?

Haller: Wir spielen einfach so lange weiter, bis es allen gefällt (lacht).

Interview: Stefanie Thyssen

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