Nach massiver Zuschauer-Kritik

BR-Sendung „Stammtisch“ mit neuer Frau: Professorin ersetzt Monika Well

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Gut ein halbes Jahr zählte Moni Well zur Besetzung des „Sonntags-Stammtischs“ im Bayerischen Fernsehen und stritt mit Hans Werner Kilz (Mi.), Klaus Bogenberger sowie jeweils zwei Gästen über die Themen der Woche.

„Kluge Gespräche in entspannter Atmosphäre“: Eine alte Bekannte ersetzt Monika Well in der BR-Sendung „Stammtisch“. Ursula Münch war schon mehrmals Gast - und zählt nun zur dauerhaften Besetzung.

Update von Mittwoch, 4. September: Der „Sonntags-Stammtisch“ im BR Fernsehen, jene Sendung, über die zuletzt so viel gestritten wurde, ist wieder vollzählig Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch übernimmt den Platz, der nach dem Rauswurf von Musikkabarettistin Monika Well frei geworden war. Ihren ersten Auftritt in der Kulisse des Brunnerwirts aus der Serie „Dahoam is dahoam“ hat die Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing am 20. Oktober, wie der BR gestern mitteilte. Der erste „Stammtisch“ der neuen Saison wird bereits am 13. Oktober zu sehen sein. Wie bislang auch beginnt die Live-Sendung um 11 Uhr.

Vor der Sommerpause war Monika Well, die seit dem Neustart des Formats im Januar als Co-Gastgeberin mit am Tisch saß, nach massiver Kritik der Zuschauer vom Münchner Sender gefeuert worden. Vorausgegangen waren mitunter heftige Attacken des Publikums auf die 58-Jährige. Die Kritik reichte vom Vorwurf, Well „quatsche“ zu oft in die Beiträge der anderen Gäste, bis zur Bemerkung, sie sei eine „Fehlbesetzung“. Gar von einem „Störfaktor“ war die Rede. Möglich auch, dass einigen Zuschauer die linksliberale Haltung der Künstlerin aufstieß.

Ursula Münch ist Chefin der Akademie für Politische Bildung.

Ursula Münch beim BR-Stammtisch: Vom Gast zum Stammpersonal

Die Politologin Ursula Münch, die in Esslingen (Baden-Württemberg) geboren wurde, kennt das sonntägliche Format aus eigener Erfahrung – bereits mehrfach war sie Gast am „Stammtisch“, zuletzt heuer im Juni. Von Oktober an darf sich die 58-Jährige also zur Stammbesetzung im Brunnerwirt zählen und mit Moderator Hans Werner Kilz „bayerisch – bissig – bunt“, so das Motto der Sendung, die aktuelle Themen der jeweiligen Woche diskutieren.

„Ich freue mich auf die neue Aufgabe, weil das eine ganz besondere Sendung ist“, sagte die verheiratete Mutter zweier Kinder. „Kluge Gespräche in entspannter Atmosphäre sind eine Bereicherung – nicht nur für die Zuschauerinnen und Zuschauer, sondern auch für alle, die am ,Sonntags-Stammtisch sitzen‘.“

An der sonstigen Besetzung will der BR nichts ändern. Jeweils zwei Gäste diskutieren unter der Gesprächsführung von Gastgeber Kilz mit zwei der vier Co-Gastgeber – neben Münch weiterhin der Ingenieurwissenschaftler Klaus Bogenberger, Evelyn Ehrenberger, Präsidentin der Hochschule der Bayerischen Wirtschaft, sowie Ski-Legende Christian Neureuther. Im Frühjahr bekam auch die „Rundschau“ im BR Zuwachs. Zuvor moderierte der weibliche Neuzugang eine bekannte Show.

BR trennt sich von umstrittenem „Stammtisch“-Mitglied

Die Bayern lieben ihren Stammtisch – nicht nur den echten im Wirtshaus, sondern auch den im BR Fernsehen. Und wie das so ist mit Sachen, die man liebt: Wenn sich etwas verändert, macht sich erst mal Skepsis breit. So oder so ähnlich ging es vielen Zuschauern wohl, als die Musikkabarettistin Monika Well (Die Wellküren) zu Beginn des Jahres festes Mitglied der „Stammtisch“-Runde im Dritten wurde. Wirklich warm wurden sie nicht mit ihr. 

Auch Leser unserer Zeitung schrieben, in zum Teil sehr deutlichen Worten, dass sie die Sendung nicht mehr anschauen würden, sollte Well weiterhin auftreten.

Nun hat der Sender die Reißleine gezogen. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt die Redaktion: „Wir haben uns entschieden, vor dem Hintergrund einer Gesamtbetrachtung die Position von Moni Well neu zu besetzen.“ Ihren letzten Auftritt hatte sie bereits am 30. Juni.

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Moni Well: BR trennt sich von „Stammtisch“-Mitglied - weil Zuschauer genug hatten

Eigentlich sollte erst in der Sommerpause (der letzte „Stammtisch“ vor den Ferien läuft am 28. Juli) über eine eventuelle Veränderung gesprochen werden. Der BR wollte eine „Evaluation“, also eine Bestandsaufnahme, vornehmen und prüfen, ob die „Gesamtmischung“ der Sendung noch stimme. Die massive Kritik, die auf Well einprasselte, hat nun ein schnelleres Handeln nötig gemacht.

Die 58-Jährige selbst will sich zu ihrem Aus auf Anfrage unserer Zeitung nicht äußern. Aber man muss kein Hellseher sein, um zu erahnen, dass selbst einer gestandenen Frau wie ihr derart heftige Kritik zu schaffen macht. Zumal diese oft persönlich gehalten wurde. Zuschauer warfen ihr vor, zu oft ungefragt in die Runde zu „quatschen“. Sie sei mit ihrer Art (!) ein „Störfaktor“, eine „Fehlbesetzung“. Den konservativen Zuschauern mag zudem ihre linksliberale Haltung ein Dorn im Auge gewesen sein.

Moni Well: BR trennt sich von „Stammtisch“-Mitglied - zuvor zeigte sie sich kämpferisch

Lange Zeit nahm Well all das sportlich. Bevor ihr Ende beim „Stammtisch“ besiegelt war, hatte sie sich im Interview mit unserer Zeitung noch kämpferisch, fast trotzig gezeigt. Sie denke nicht daran, das Feld zu räumen „wegen ein paar alter weißer Männer, die mir übel nehmen, wenn ich auch mal etwas gegen Markus Söder sage“, meinte die Oberbayerin, die verheiratet und Mutter zweier Kinder ist.

Nun wurde ihr die Entscheidung aus der Hand genommen. Beim BR gibt man sich versöhnlich. „Jede Persönlichkeit bringt eine eigene Farbe mit und hat eigene Fans im Publikum“, heißt es. „Uns war klar, dass bei einer grundlegenden Veränderung die Zuschauerinnen und Zuschauer Zeit brauchen, sich an die ,Neuen‘ zu gewöhnen.“ Viele positive Reaktionen hätten die Macher darin bestärkt, dass der Zeitpunkt, auf neue Gesichter zu setzen, richtig gewählt war. Aber es gab eben auch viel negatives Feedback. Nichtsdestotrotz dankt der Sender Monika Well „ausdrücklich für die besondere Farbe, mit der sie, immer bayerisch, immer bissig“ im „Stammtisch“ kommentiert und nachgefragt und die Sendung so „bereichert und vorangebracht“ habe.

Wer auf sie folgt und (teils im Wechsel) mit Journalist Hans Werner Kilz (75), Skilegende Christian Neureuther (70) sowie den Wissenschaftlern Evelyn Ehrenberger (49) und Klaus Bogenberger (47) die Themen der Woche diskutiert, ist noch offen. Es wird auf jeden Fall wieder eine Frau sein.

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