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25 Jahre Batic und Leitmayr! "Wer vertraut, braucht keinen Vertrag"

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Von: Stefanie Thyssen

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Udo Wachtveitl und Miro Nemec
Udo Wachtveitl und Miro Nemec am Drehort in Oberföhring. © Reinhard Kurzendörfer

München - Seit 25 Jahren ermitteln Udo Wachtveitl und Miro Nemec schon als Franz Leitmayr und Ivo Batic im "BR"-Tatort in München: ein Rückblick sowie eine Tabelle der erfolgreichsten Folgen.

Sechs Folgen??? Zwei pro Jahr??? Nie und nimmer! Auf so „viele“ Episoden wollten sich Udo Wachtveitl und Miro Nemec nicht festlegen lassen, als sie 1991 die neuen Tatort-Ermittler des BR wurden. „Wir waren zwar glücklich, dass wir Kommissare wurden, aber drei Jahre – das kam uns zu lang vor“, erinnert sich Nemec im Gespräch mit der tz. Einen Vertrag wollten die beiden Schauspieler schon gar nicht unterschreiben, sie wollten ihre Freiheiten behalten, sich nicht fest binden. Und so ist es bis heute – 25 Jahre später – geblieben. „Wer vertraut, braucht keinen Vertrag“, heißt es. „Für mich ist die Zusammenarbeit ein schönes Beispiel dafür, dass ,gschlamperte‘ Verhältnisse oft die stabilsten sind“, sagt Udo Wachtveitl und lacht.

München-Tatort: Jubiläumsfolge wird im Frühjahr 2016 ausgestrahlt

25 Jahre Batic und Leitmayr also. In diesen Tagen wird in München die Jubiläumsfolge gedreht, die im Frühjahr 2016 ausgestrahlt werden soll. Es geht, sehr kurz gesagt, um den Mord an einer rumänischen Prostituierten. Regie führt Max Färberböck, der zuletzt nicht nur den fantastischen ersten Franken-Tatort inszeniert hat, sondern auch verantwortlich zeichnet für jene Folge aus München, in der Leitmayr am Ende niedergestochen wurde. Die Zuschauer wussten nicht, ob er überlebt. Zwei Jahre ist das her, und die zuständige BR-Redakteurin Stephanie Heckner erinnert sich noch heute an die Proteste der Fans. „Niemand wollte Batic und Leitmayr getrennt sehen“, sagt sie. „Niemand wollte, dass es die beiden zusammen nicht mehr gibt.“

Auch im echten Leben stand das Dreamteam Wachtveitl / Nemec durchaus mal auf der Kippe. Sie sagen nicht, wann es war, und auch nicht, warum. Das sei nichts für die Öffentlichkeit. Entscheidend ist, dass man sich wieder zusammengerauft hat und wohl nicht zuletzt auch wegen des großen Erfolges weitermacht. Die Münchner gehören neben den Ermittlern aus Köln und Münster schließlich zu den beliebtesten Kommissaren im Tatort-Land, viele Folgen mit ihnen (Frau Bu lacht, Nie wieder frei sein) sind Kult. So etwas gibt man nicht leichtfertig auf. Das ist wahrscheinlich wie in einer Ehe, in der auch mal gestritten wird. Am Ende versöhnt man sich – meistens jedenfalls.

Sind die 25 Jahre auch deswegen etwas Besonderes? Weil die Zukunft mal ungewiss war? Für Udo Wachtveitl nicht wirklich. „Mir bedeutet diese Zahl gar nichts.“ Der Tatort nehme ihn etwa vier Monate im Jahr in Anspruch. „Da bleiben noch acht Monate, etwas anderes zu machen“, sagt der 56-Jährige. Abgesehen davon sei die Arbeit sowieso immer anders. „Ich mache nicht seit 25 Jahren dasselbe.“ Miro Nemec (61) ist sentimentaler. „Für mich ist es etwas Besonderes“, sagt er. 25 Jahre – das sei schon toll. „Und ich finde, wir arbeiten immer noch sehr gut.“

München: Neue Redaktion im BR-Tatort seit 2012

Außerdem habe mit dem Wechsel in der Redaktion eine neue Ära begonnen. 2012 übernahm Stephanie Heckner das Zepter, sie ist seitdem für alle Tatorte des BR verantwortlich. Mit ihr kamen wieder relevantere Themen, bessere Drehbücher. Ein neuer Assistent („Kalli“, gespielt von Ferdinand Hofer) wurde eingeführt, dazu eine Fallanalytikerin (Christine Lerch alias Lisa Wagner), die ab und zu zum Einsatz kommt. Und: Das Lokale ist wieder stärker präsent. „Wir suchen nach Möglichkeit Münchner Themen oder Münchner Orte“, sagt Heckner. Das gelinge nicht immer, sei aber das gemeinsame Anliegen. „Vor einigen Jahren“, erinnert sich der gebürtige Münchner Wachtveitl, „wurde darauf geachtet, dass jede kleine Nebenrolle in einem BR-Tatort auch für die Zuschauer in Schleswig-Holstein verständlich sein soll.“ Das habe sich komplett verändert. „Inzwischen wird der Dialekt wieder mehr gepflegt – egal, ob es ein bairischer, ein sächsischer oder ein holsteinischer ist. Das finde ich gut.“

Und hat sich für den Münchner Tatort etwas verändert, seitdem der BR ein zweites Team in Franken ermitteln lässt? „Nein“, beteuern beide glaubhaft. Generell gelte: „Gute Tatorte sind gut, auch für uns. Und nicht so gute sind nicht so gut – auch für uns nicht“, sagt Udo Wachtveitl. So simpel sei das. „Bayern ist groß und bietet Platz für viele Geschichten.“ In diesem Sinne – auf die nächsten Jahre mit Batic und Leitmayr!

Stefanie Thyssen

Top 10 der München-Tatorte

AufzählungDatumQuote
Die chinesische Methode10.11.199112,51
Wer zweimal stirbt03.03.199111,70
Kainsmale20.09.199211,47
Alles Palermo29.08.199310,38
Sommernachtstraum25.07.199310,38
Einmal täglich29.10.200010,05
Der Wüstensohn14.09.20149,99
Viktualienmarkt12.3.20009,94
Unsterblich schön21.11.20109,89
Das verkaufte Lächeln28.12.20149,76
Quelle: Bayerischer Rundfunk

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