Bundeliga lohnt sich nicht

Zahlreiche TV-Sender und Streaming-Dienste machten mit der Bundesliga Minus

Bundesliga, Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln, 21. Spieltag im Borussia-Park
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Ein Kameramann filmt das Aufwärmen der Bundesliga-Mannschaften im zuschauerfreien Stadion Borussia Park

„Eurosport“ und Co. sind wahrscheinlich ziemlich froh darüber, die Senderechte der deutschen Bundesliga nach der Saison abzugeben.

München – Keine Sportart wird in Deutschland so begeistert verfolgt wie König Fußball. Wer am Wochenende nicht im Stadion seinem Lieblingsverein zujubelt, der schaut sich die Spiele sehr wahrscheinlich vor dem Fernseher an. Insbesondere der Bezahlsender „Sky“ zeigt sich für die Übertragung der deutschen Bundesliga verantwortlich. Doch in den letzten Jahren hatten sich auch Free-TV-Kanäle und Streaming-Dienste um die Senderechte der wöchentlichen Spiele bemüht. Mit dem 34. Spieltag am kommenden Wochenende (22. und 23. Mai) sowie den darauffolgenden Relegationsspielen um den Auf- und Abstieg enden jedoch die Übertragungsrechte für einige Anbieter.

Und diese werden sehr wahrscheinlich sehr froh sein, sich in Zukunft nicht mit den Matches herumschlagen müssen, denn: Die Rechte an der Bundesligaübertragung haben den Sendern in der Vergangenheit kein Glück gebracht. Der von dem US-amerikanischen Konzern „Discovery“ geführte Kanal „Eurosport“ beispielsweise begann vor vier Jahren die Präsentation der Freitagabendpartien sowie vereinzelter Spiele am Sonntag und Montag. Viele Zuschauer konnte man damit jedoch nicht vor das TV-Gerät locken, weshalb die teuren Rechte für „Discovery“ wohl eher ein Minusgeschäft waren.

Auch Streaming-Dienste wie „DAZN“ haben sich mit der Bundesliga ziemlich verspielt. Einziger Gewinner bleibt der Pay-TV-Sender „Sky“

Nach nur zwei Jahren übertrug das Unternehmen die Lizenzen daraufhin an den Streaming-Dienst „DAZN“, nachdem eine Einigung mit „Sky“ gescheitert war. Doch auch hier erfreuten sich die Spiele keiner großen Beliebtheit. „Discovery“ war allerdings noch nicht ganz raus aus dem Geschäft und versuchte — wie unter anderem berichtet — die derzeitige Pandemie als Sonderkündigungsgrund bei der Deutschen Fußballliga zu nutzen.

Das lockte „Amazon“ auf den Plan und sorgte schlussendlich für einen Rechtsstreit, den die DFL für sich entscheiden konnte. Einzig „Sky“ schien auch in letzter Zeit noch ein mehr oder weniger gutes Geschäft mit den Bundesligaübertragungen zu machen. Zwar war der Einstieg in die 2. Liga wohl eher ein Fehlkauf, weshalb diese zukünftig wieder im Free-TV gezeigt wird. Die 1. Liga ist jedoch nach wie vor das absolute Zugpferd des Pay-TV-Kanals. Und wer sich weigert zu zahlen, dem bleibt natürlich immer noch der Dauerbrenner der Öffentlich-Rechtlichen: die „Sportschau“.

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