Sonder-Brennpunkt

Carolin Kebekus teilt in eigener Show gegen ihren Arbeitgeber aus: „Da die ARD bis jetzt ...“

Carolin Kebekus kritisiert ARD in ihrer Sendung.
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Carolin Kebekus kritisiert ARD in ihrer Sendung.

Kabarettistin Carolin Kebekus traut sich was! In ihrer ARD-Show teilte sie gegen ihren eigenen Arbeitgeber aus. Der reagierte nun.

  • Der gewaltsame Tod von George Floyd schockierte Menschen weltweit
  • Auch in den Medien wird das Thema Rassismus heftig diskutiert
  • Comedian Carolin Kebekus widmete dem Thema einen besonderen Beitrag und setzte damit einen Seitenhieb gegen die ARD
  • Viele weitere spannende Geschichten aus dem TV-Ressort gibt es in unserer App.

Carolin Kebekus steht in ihren Shows normalerweise für reihenweise Witze und Lacher. Doch in ihrer neuen „Caroline Kebekus Show“ lieh sie, anlässlich der Vorfälle um George Floyd am Donnerstag (4.6) einem ersten Thema ihre Bühne: Rassismus.

Carolin Kebekus: Seitenhieb gegen die ARD in Sonder-Brennpunkt

„Was in den USA geschieht, ist unerträglich. Aber es ist zu einfach zu behaupten, dass das ein amerikanisches Problem ist. Denn Rassismus tötet auch in Deutschland“, leitete die Moderatorin ihren Sonderbeitrag ein. 

Auch in Deutschland müssten wir uns mit dem Thema auseinandersetzen, auch wenn es weh tue, so Kebekus. Ihr Arbeitgeber, die ARD tut ihr das wohl noch zu wenig. „Da die ARD bis jetzt keinen Brennpunkt dazu gemacht hat, machen wir einfach einen“, setze die Moderatorin einen Seitenhieb gegen den Sender.

Carolin Kebekus (ARD): Brennpunkt im ersten deutschen weißen Fernsehen

Anders als bei „Maischberger“ und „Markus Lanz“, die für die „weiße Besetzung“ ihrer Rassismus-Sendungen vielfach kritisiert wurden, gab Kebekus  in ihrer Sendung das Mikro ab. Sie selbst, als Weiße, konnte keine Rassismus-Erfahrungen teilen. Moderatorin Shary Reeves, die vielen aus der Sendung „Wissen macht Ah!“ bekannt ist, dagegen schon.

„Herzlich willkommen zum Brennpunkt im ersten deutschen weißen Fernsehen“, begrüßte die Moderatorin die Zuschauer direkt und stellte gleich zu Beginn klar: „Rassismus ist näher als wir denken.“ 

Weiße Menschen hätten Rassismus allerdings noch nie erlebt. „Menschen mit heller Haut können sich nachempfinden, was Menschen mit dunkler Haut fast täglich an Benachteiligung widerfährt“, so Reeves. 

Carolin Kebekus (ARD): Rassismus gibt es auch in Deutschland

Kommunikation ist der Schlüssel. Wer nicht glauben könne, dass People of Colour auch in Deutschland diskriminiert werden, solle mit dunkelhäutigen Freunden reden, stellt Reeves klar. Und für all jene, die keine dunkelhäutigen Freunde haben, hat die Moderatorin einige Erfahrungen ihrer Kollegen - Moderatoren, Fußballer, Politiker, Journalisten und Schauspieler - zusammengeschnitten. 

Geschichten von offenen Beleidigungen, Missachtung und Diskriminierung. „Es ist etwas das nicht nur heute, sondern jeden Tag und immer passiert“, so einer der Befragten.

Carolin Kebekus (ARD): Rassismus ist ein tägliches Problem

Zurück ins Studio: „Kam ihnen das zu langatmig vor?“, will Reeves sofort wissen. „Das waren genau acht Minuten und 46 Sekunden. So lange wie der Polizist auf George Floyd gekniet hat.“ 

Acht Minuten und 46 Sekunden. Reeves erinnert die weiße Bevölkerung an das Privileg diese Begebenheiten einfach ignorieren zu können. Weiße Zuschauer können solche Beiträge abschalten oder in der Mediathek vorspielen, weil man „diesen Rassismus [...] ja kaum ertragen kann“, so die Moderatorin. „Für Menschen wie mich ist das allerdings Alltag. Da ist nichts mit Abschalten oder Vorspulen“, erinnert die dunkelhäutige Moderatorin und beendet damit den Beitrag im „ersten deutschen weißen Fernsehen“

Carolin Kebekus (ARD): ARD äußert sich

War der Brennpunkt der Moderatorin tatsächlich ein Seitenhieb gegen die ARD? Das sieht der Sender selbst anders. "Wir haben das nicht als Vorwurf empfunden", äußerte sich der Sender gegenüber watson. Kebekus dürfe "als Kabarettistin vieles zugespitzt behaupten". Zudem beleuchte die ARD das Thema Rassismus in seinen Sendungen in verschiedenen Formaten, so das Statement.

Nicht das erste mal, dass Carolin Kebekus ihre Plattform für andere Personen und Themen räumt. Auch ihren Instagram-Account verlieh die Komikerin zur Verbreitung von Corona-Botschaften.

Währenddessen sorgten rechte Demonstranten in Halle unfreiwillig für Lacher im Netz. Mit schlechten Englischkenntnissen entstand der Eindruck, die Rechten würden für „weiße Aufzüge“ protestieren.

chd

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