Neue Show für den TV-Koch

Rach berät tz-User: 10 Fragen - 10 Tipps

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Christian Rach war der Restauranttester von RTL, nun präsentiert er eine Verbrauchershow im ZDF.

München - Neuer Sender, neue Show: Rach tischt auf! heißt es am Donnerstag im ZDF. Dort geht Christian Rach, den die Zuschauer bislang von RTL (Rach, der Restauranttester) kannten, Fragen und Mythen über unser Essen nach.

Warum müssen wir Kartoffelchips fast zwanghaft bis zum letzten Brösel futtern? Sind Fische aus Aquakulturen schädlich? Was verleitet uns dazu, in der Kantine statt eines Salats doch etwas Deftiges zu essen? „Es geht um Aufklärung in einem klassischen, aber auch fröhlichen Sinn“, erklärt Rach.

Zwei Folgen der Show sind bereits fest eingeplant (20. Februar und 6. März, jeweils 20.15 Uhr), eine Fortsetzung bei Erfolg nicht ausgeschlossen, heißt es beim ZDF. Dort ist man auch in Gesprächen für ein weiteres Format mit dem Spitzenkoch, in dem es um Existenzgründungen auch abseits der Gastronomie gehen soll. Den Wechsel von RTL zum ZDF begründet Rach übrigens mit „Ermüdungserscheinungen“. Acht Jahre lang habe er mit „vollster Überzeugung“ für den Sender gearbeitet. Jetzt sei es Zeit für etwas Neues gewesen. In der tz verrät der 56-Jährige, worauf er bei der Ernährung achtet.

  1. Ist „Bio“ besser als konventionelle Ware?

Dieser Wettstreit zwischen Bio-Karotte und Nicht-Bio-Karotte macht mich ­kirre. Ein Vergleich macht doch erst Sinn, wenn wir definitiv wissen, welche Auswirkungen Lebensmittel mit chemischen Zusatzstoffen auf Dauer im Körper haben. Solche Langzeitstudien gibt es noch nicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jedoch kürzlich festgestellt, dass die Krebsraten in der östlichen Hemisphäre nach oben schießen und das hat unter anderem stark mit dem Kopieren unserer westlichen Ernährungsweise zu tun.

2. Wie sehr täuschen uns Lebensmittel-Verpackungen?

Wenn auf einer Milchpackung „Weidemilch“ steht, dann ist das ein reiner Kunstbegriff. Vermutlich wird aber eine Mehrzahl der Verbraucher glauben, dass die Kuh draußen auf der Weide stand und man daher Milch von einer glücklichen Kuh trinkt. Das impliziert wiederum: Ich tue mir was Gutes. Die Werbung nutzt hier Grenzbereiche aus. Böse formuliert ist das Verbrauchertäuschung.

3. Woran erkennen Verbraucher Frische zum Beispiel bei abgepacktem Fleisch?

Fleisch braucht Zeit, um zu reifen. Ein Rind, das vier Wochen abgehangen ist, schmeckt sicherlich besser als eines, das vor zwei Tagen geschlachtet wurde, obwohl letzteres eigentlich frischer ist. Der Begriff ist schwierig und funktioniert vielleicht bei einer Erdbeere, die frisch vom Feld auf den Kuchen kommt. Geht es um die Qualität bei abgepacktem Fleisch, dann sollten Verbraucher darauf achten, dass nicht so viel Saft austritt.

4. Sind Kartoffeln mit Schale gesünder?

Die Schale ist ein Schutz, damit die Inhaltsstoffe einer Kartoffel beim Kochen nicht rauswaschen. Wenn die Kartoffeln nicht gespritzt sind, kann man sie auch problemlos mit ­Schale essen.

5. Gibt es tatsächlich die „gute Butter“?

Ja, und wir wissen heute auch, dass die ganze Cholesterin-Arie eine manipulierte Aktion war. Ein Stück Butter ist besser für uns als ein Stück Margarine.

6. Wie bringe ich mein Kind dazu, auch mal Gemüse zu essen?

Eltern müssen auch hier Vorbild sein. Aber nahezu alle Kinder haben irgendwann die Phase, in der sie Gemüse ablehnen. Ein guter Trick ist, nicht über gesund zu argumentieren, sondern zu sagen: „Wenn du groß bist, darfst du den Brokkoli auch mal essen! Aber jetzt ist das noch gar nichts für dich!“

7. Was halten Sie vom „fixen“ Küchenglück in Tütchenform?

Gar nichts. Es gibt keinen Grund, mit Tüten zu kochen, das kriegt man auch alles selbst hin.

8. Gehören zu einer ausgewogenen Ernährung nicht auch mal Pizza, Döner oder Burger?

Das ist das Zauberwort: ausgewogen. Wenn der Döner, die Pizza oder der Burger die Standardernährung sind, dann werden Sie ein Problem bekommen. Sind sie aber die Ausnahme, dann ist das vollkommen okay.

9. Welche Lebensmittel haben Sie immer im Haus?

Butter und Olivenöl. Immer irgendein frisches Kraut – im simpelsten Fall Petersilie. Immer auch eine Zitrone, Knoblauch und Zwiebeln.

10. Vom Hunger getrieben oder strukturiert nach Plan? Wie gehen Sie einkaufen?

Nach Plan und Lust. Meine Frau und ich sind Frischefanatiker, daher machen wir viele kleine Einkäufe in der Woche.

So lebt Rach privat

„Ich bin kein Showmaster“, sagt Christian Rach (56) über sich. „Meine Stärke ist die Interaktion mit den Menschen.“ Seine Leidenschaft fürs Kochen erkannte er am Ende seines Mathematik- und Philosophie-Studiums. 1986 eröffnete er sein erstes Restaurant in Hamburg: das Leopold. Es folgten das Tafelhaus und Rach & Ritchy – Das Grillhaus. Eine 80-Stunden-Woche sei für ihn das Minimum gewesen. Sein Geld habe er jedoch mit „unternehmerischen Aktivitäten“ abseits der Öffentlichkeit und der Küche verdient, verrät Rach heute. Vor zweieinhalb Jahren zog er die Handbremse. Die Spitzen­gastronomie aufzugeben, sei eine bewusste Entscheidung auch für seine Familie gewesen – Ehefrau Andrea und zwei Kinder.

Stefanie Backs

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