Nach schwerem Verlust

Christine Neubauer spricht in TV-Talk über ihre Krankheit und ihren Vater - und hat Tränen in den Augen

Christine Neubauer ist bekannt als Schauspielerin und Autorin. Vor einem Jahr verlor sie ihren Vater. Nun spricht sie über ihre erbliche Krankheit und Kritik - aber auch über Zuversicht.

  • Christine Neubauer hat eine erbliche chronische Krankheit.
  • Auch ihr verstorbener Vater litt daran.
  • Doch Christine Neubauer hat nicht vor aufzugeben.

München - Christine Neubauer ist bekannt als Schauspielerin und Autorin. Seit fast 40 Jahren steht die geborene Münchnerin bereits vor der Kamera und feierte auch mit ihrer „Vollweib“-Bücherreihe auch als Autorin Erfolge. In der SWR-Talkshow „Nachtcafé“ wurde Neubauer nun sehr privat und erzählte unter anderem von ihrer Krankheit.

Nachtcafé (SWR): Christine Neubauer spricht über ihre Krankheit - auch ihr Vater war daran erkrankt

Christine Neubauer leidet unter der Krankheit Morbus Bechterew. Eine vererbbare, chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung, die mit Schmerzen und der Versteifung von Gelenken einhergeht. Es kann zudem zu einer Versteifung der Wirbelsäule kommen. Ausgebrochen ist die Krankheit bei Christine Neubauer im Jahr 2017, erzählt sie in der Talkshow, doch einen Bluttest, der die Veranlagung feststellte, machte die Schauspielerin bereits sehr früh. Denn die 58-Jährige ist nicht die erste Morbus Bechterew-Erkrankte in ihrer Familie. Den Verlauf der Krankheit konnte die Schauspielerin bereits an ihrem Vater verfolgen.

„Ich hab es ja mitbekommen als Kind“, erzählt Christine Neubauer, die acht Jahre lang keinen Kontakt zu ihrem Sohn hatte. „Das ging ja ab 40 los bei ihm und dann habe ich das ja als Kind mitbekommen, dass er sich immer weniger und weniger bewegen konnte“, so die Schauspielerin. Seine Diagnose hätte länger gedauert, da die Krankheit damals noch nicht weit bekannt war.

Nachtcafé (SWR): Christine Neubauer über den Tod ihres Vaters - sie hat Tränen in den Augen

Christine Neubauer sieht ihren Vater, unter anderem die Krankheit betreffend, als Vorbild. „Er hat aber, und deswegen ist er mein Vorbild, immer Sport gemacht. Bei ihm war es zu spät, dass man es gemerkt hat, was es ist“, so die Schauspielerin über ihren Vater, der im Oktober letzten Jahres an einer Lungenentzündung verstarb. Christine Neubauer hat Tränen in den Augen während sie von ihrem Vorbild spricht. Er sei immer noch bei ihr.

Doch welche Konsequenzen hatte die Krankheit bereits für Christine Neubauer? Sie müsse nun vermehrt Sport treiben und habe dadurch weiter abgenommen, erzählt sie in der Talkrunde. „Das Ziel ist natürlich die Rückenmuskulatur zu stärken und den Körper mit Muskeln aufzubauen, damit der Rücken die Wirbelsäule unterstützen kann, damit man gegenarbeitet.“ Denn drei Wochen ohne Sport würden für Neubauer Schmerzen bedeuten.

Nachtcafé (SWR): Christine Neubauer hat nicht vor aufzugeben - „Ich bin immer noch das Vollweib“

Nicht bei allen kam Neubauers Veränderung aufgrund der Krankheit gut an. Es gab Gegenbewegungen und auch für ihre Schauspielkarriere war der vermehrte Sport teilweise hinderlich, so Neubauer. „Als Schauspieler [ist man] darauf angewiesen anderen zu gefallen und als Schauspieler ist man auch in so einem Schubladenbesetzungsdenken.“ Wenn sich nun alles ändert, existiert „die Schublade nicht mehr, also existiert man nicht mehr“, so Neubauer. Veränderungen würden in der Schauspielerei nur langsam oder gar nicht akzeptiert.

Doch Neubauer hat nicht vor aufzugeben. „Ich bin immer noch das Vollweib“, so die 58-Jährige. Außerdem: „Das Spielen ist absolut wichtig, das ist meine Leidenschaft und wenn ich 100 Jahre alt werden sollte, hab ich immer noch diesen Drang zu spielen.“ Wir werden Christine Neubauer wohl noch in vielen Produktionen erleben. (chd)

Rubriklistenbild: © Screenshot ARD

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