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Ekel-Szene live im TV! Auf Corona-Demo in Wien belästigen Männer Reporterin auf „abstoßendste Weise“

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Reporterin Julia Rauch wird vor der Kamera von Männern belästigt.
Reporterin Julia Rauch wird vor der Kamera von Männern belästigt. © Screenshot/oe24

Zehntausende gingen in Wien auf die Straßen, um gegen Corona-Maßnahmen zu protestieren. Eine Reporterin wurde dabei von einem Demonstranten belästigt.

Wien/München - Aufgrund steigender Corona-Infektionen und Inzidenzen beschloss die österreichische Regierung vor einigen Wochen einen Lockdown sowie eine allgemeine Impfpflicht zum Februar. Kurz vor Ende des Lockdowns gingen in Wien den Angaben der Behörden zufolge rund 44.000 Menschen auf die Straßen, um gegen Pandemie-Maßnahmen zu demonstrieren.

Bei diesen Demonstrationen spielte sich eine empörende Szene ab. Eine Reporterin des österreichischen Senders OE24 wurde mitten in einer Live-Übertragung auf offener Straße von zwei Demonstranten belästigt. Einer der Männer näherte sich sogar von hinten an und versuchte sie zu küssen. In sozialen Medien wurde die Attacke scharf verurteilt.

Corona-Demo in Wien: Mann fasst Reporterin an den Schultern - und versucht sie zu küssen

Am Samstag (11. Dezember) berichtete die Reporterin Julia Rauch von den laufenden Demonstrationen in der österreichischen Hauptstadt in einer Live-Übertragung. Im Hintergrund liefen die Demonstranten an Rauch vorbei. Plötzlich näherten sich zwei Männer an und belästigten die Journalistin.

Einer der Männer stellte sich direkt neben Rauch hin und streckte seine Hand aus. Er hielt für einige Sekunden eine kleine Schnapsflasche vor die Reporterin und zeigte sie der Kamera. Daneben kam es auch zu einem körperlichen Übergriff, als sich ein weiterer Mann von hinten näherte. Der Demonstrant fasste beim Vorbeigehen die Reporterin von hinten an den Schultern und versuchte sie zu küssen.

Corona-Demo in Wien: Reporterin reagiert auf Übergriff - „mittlerweile zur Routine geworden“

Die Reporterin Julia Rauch äußerte sich gegenüber OE24 über den Vorfall. Mittlerweile seien Übergriffe auf die Presse zur Routine geworden, betonte sie. Auch in der Vergangenheit habe sie Parolen wie „Lügenpresse“ erleben müssen. Fokussiert auf die Berichterstattung zu den Demonstrationen habe sie die Belästigungen der Männer ignoriert, sagte Rauch.

„Wenn es jetzt länger gedauert hätte, hätte ich versucht, die Person wegzuschieben, mich bisschen zurückzuziehen, zu distanzieren“, gab die Journalistin an. In dem Moment sei dies jedoch nicht möglich gewesen, da sich alles sehr schnell abgespielt habe. Auch auf Twitter kommentierte sie den Übergriff.

Corona-Proteste: Twitter-Publikum verurteilt Übergriff auf Journalistin - „schamloses und sexistisches Verhalten“

Auf sozialen Medien wurde der Vorfall aufs Schärfste verurteilt. Zahlreiche Nutzer beschrieben die Attacke auf die Journalistin als „ekelhaft“ oder „widerwärtig“. Rauch sei „in abstoßendster Weise sexuell belästigt“ worden, schrieb ein Twitter-Nutzer und beklagte den leisen „allgemeinen Widerhall“ dazu.

Auch Teilnehmer und Unterstützer der Demonstrationen zeigten sich empört über die Handlungen der Männer. Ein Nutzer bezeichnete den Vorfall als „schamloses und sexistisches Verhalten“. Solch ein Benehmen sei „einfach nur widerlich“, kommentierte ein weiterer User und fügte hinzu: „Da kann ich mich nur schämen. Außerdem sieht es nicht so aus, als ob die beiden Herrschaften ihr Demonstrationsrecht ernst nehmen.“ Der Sender bat die Zuschauer um Informationen nach der Identität des Mannes. (bb)

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