Ausstrahlung auf RTL

"Deutschland 83": Diese RTL-Serie war ein Hit in den USA

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Jonas Nay spielt in "Deutschland 83" den DDR-Spion Martin Rauch.

München - "Deutschland 83" war in den USA ein Hit. Jetzt zeigt RTL die Serie über einen DDR-Spion in der Bundeswehr. Die tz erklärt, was Sie zu "Deutschland 83" wissen müssen.

Worum geht’s in "Deutschland 83"? Im Mittelpunkt der Geschichte, die RTL ab Donnerstag, 26. November in vier Doppelfolgen zeigt, steht Martin Rauch – ein junger Soldat der NVA, der unter dem Decknamen Moritz Stamm für den Auslandsgeheimdienst der DDR den Westen ausspionieren soll. Großartig gespielt wird er von Jonas Nay.

Der historische Hintergrund: Wie der Titel sagt, spielt "Deutschland 83" in den 80er-Jahren in der heißen Phase des Kalten Krieges. Wie der Titel sagt, spielt die Serie in den 80er-Jahren in der heißen Phase des Kalten Krieges. Im Westen Deutschlands beginnt die Kanzlerschaft von Helmut Kohl, die Grünen ziehen in den Bundestag ein, Zehntausende demonstrieren gegen den Nato- Doppelbeschluss, erste Home Computer wie der C-64 kommen auf den Markt. In der In der DDR bilden sich erste oppositionelle Gruppen, Michail Gorbatschow prägt Schlagwörter wie Perestroika und Glasnost. 1989 schließlich fällt die Mauer.

Die Story von "Deutschland 83": 1983 nannte Ronald Reagan die Sowjetunion das „Reich des Bösen“, Westdeutschland rüstete mit Pershing-II-Raketen auf, und die NATO probte auf westdeutschem Boden den nuklearen Ernstfall. Dabei probten sie so glaubhaft, dass sie den paranoiden sowjetischen Präsidenten Andropow zu der Annahme verleiteten, die Probe sei gar keine Probe, sondern der gefürchtete US-amerikanische nukleare Erstschlag. Während im Osten zitternde Finger über den roten Knöpfen schweben, demonstrieren in ganz Westeuropa Millionen Menschen für den Frieden – doch die nukleare Katastrophe ist näher, als es die Demonstranten ahnen... Viele junge Menschen in der BRD, die gerade zu Nenas „99 Luftballons“ tanzen, machen sich allerdings mehr Gedanken darüber, ob sie Popper, Punker oder Bhagwan-Anhänger werden sollen, während sie sich auf dem Schulhof über „Dallas“ unterhalten. In diese Welt wird der ahnungsloser Martin Rauch von der Stasi katapultiert. Er wurde auserkoren, als Ost-Agent in der westdeutschen Bundeswehr zu spionieren.

Die Macher hinter der Serie: "Deutschland 83" ist eine Produktion aus dem Hause UFA Fiction (Unsere Mütter, unsere Väter). Die Drehbücher stammen von der US-amerikanisch-britischen Autorin Anna Winger. Bei den ersten fünf Folgen hat Edward Berger (KDD, Ein guter Sommer) Regie geführt. Die Episoden sechs bis acht wurden von Samira Radsi inszeniert. Gedreht wurde vornehmlich in Berlin, zum Beispiel im Stasi-Museum.

Premiere in den USA: Eine Premiere im doppelten Sinne feierte "Deutschland 83" in den USA: Zum ersten Mal lief eine deutsche Serie noch vor ihrer Ausstrahlung in der Heimat in Amerika. Die Resonanz war überwältigend: Die New York Times fand die Geschichte „fesselnd“ und „aufregender“ als Serien wie House of Cards. The Independent schrieb: "Deutschland 83" sei die Spitze des Eisbergs. „Es scheint, als wolle die ganze Welt auf einmal deutsches TV“, so die Zeitung.

Warum sich das Einschalten bei lohnt: "Deutschland 83" ist eine Agenten-Thrillerserie, die den Vergleich mit amerikanischen Produktionen tatsächlich nicht scheuen muss. Von der ersten Minute an ist man in den Bann gezogen, die Schauspieler agieren auf höchstem Niveau – allen voran Jonas Nay, der seine Rolle als junger Offizier durchaus sympathisch spielt, weswegen man als Zuschauer permanent und mit großer Spannung mit ihm mitfiebert. Das Lebensgefühl der 80er-Jahre wird dank einer aufwendigen Ausstattung und liebevoller Musikauswahl authentisch in die Wohnzimmer von heute transportiert. Bleibt nur eine Frage: Ist RTL der richtige Sender für dieses großartige Programm? Die Antwort wird es am Freitagmorgen geben – wenn die Quote veröffentlich wird.

"Deutschland 83": Die wichtigsten Figuren

Jonas Nay als DDR-Spion – er fotografiert US-Geheimakten.

Jonas Nay als Moritz / Martin: Als braver NVA-Soldat mit ausgeprägtem Familiensinn ist Martin Rauch mit seinem Leben im Osten der Republik ganz zufrieden. Das ändert sich, als seine Tante Lenora, eine hochrangige Mitarbeiterin des DDR-Auslandsgeheimdiensts, ihn für einen Spionageauftrag empfiehlt. Weil sich Martin gegen die Mission sträubt, wird er bewusstlos in den Westen geschleust und zur Zusammen­arbeit gezwungen. Aus Martin wird Moritz, der als Offizier des Bundeswehrgenerals Edel die Pläne für das Nato-Mannöver „Able Archer“ auskundschaften soll. Ein gefährliches Spiel, das schon bald zu eskalieren droht. Für seine erste Hauptrolle in Homevideo wurde Jonas Nay (25) prompt mit dem Grimmepreis ausgezeichnet. Der gebürtige Lübecker gehört zu den talentiertesten Jungschauspielerin Deutschlands und war zuletzt für den ZDF-Dreiteiler Tannbach für den Bambi nominiert. Nay, der sich zum Filmkomponisten ausbilden ließ, spielt Gitarre, ­Klavier und singt in der Band Northern Lights. "Deutschland 83" markiert seinen Karriere-Durchbruch.

Maria Schrader als Lenora: Lenora Rauch ist zielstrebig und ­linientreu. Offiziell ist sie Kulturattaché der Ständigen Vertretung der DDR in Bonn. Inoffiziell überwacht sie Ost-Spione bei ihrem Einsatz im Westen. Sie bringt ihren Neffen Martin ins Spiel, als es da­rum geht, Generals Wolfgang Edel eine Laus in den Pelz zu setzen. Maria Schrader (50, Keiner liebt mich, Aimée und Jaguar) brilliert in "Deutschland 83" in der Rolle der Tante Lenora, die ihre Interessen kühl und überlegt durchsetzt. Als Regisseurin wirkte Schrade beim TV-Projekt 24h Jerusalem mit.

Ulrich Noethen als General: So leicht lässt sich General Wolfgang Edel nicht täuschen, heißt es. Moritz aber, der ihm in "Deutschland 83" in der Bundeswehr direkt unterstellt ist, gewinnt sein Vertrauen. Schon bald kann er sich Zugang zu geheimen Nato-Akten verschaffen. Edel ahnt nicht, dass Moritz, der seiner Wunschvorstellung eines Sohnes entspricht, ihn ausspioniert. Ulrich Noethen (56) gehört zu den vielseitigsten Schauspielern des deutschen Kinos und Fernsehens. Aktuell stand er für den Kinofilm Anne Frank vor der Kamera.

Sylvester Groth als HVA-Agent: Er ist ein hohes Tier bei der HVA, der Hauptverwaltung Aufklärung in der DDR. In puncto Westagenten hält Walter Schweppenstette (Sylvester Groth) die Fäden in der Hand. Mit allen Mitteln der Einschüchterung rekrutiert er den etwas naiven NVA-Soldaten Martin und setzt ihn auf die brisante Spionage-Mission an. Schweppenstette spinnt in "Deutschland 83" geschickt Intrigen und schreckt nicht vor drastischen Maßnahmen zurück. Sylvester Groth (57) beeindruckte zuletzt in der ARD-Verfilmung Nackt unter Wölfen.

Ludwig Trepte als Alex: In der Bundeswehrkaserne lernen sich Alex Edel, Sohn des Generals, und Moritz kennen. Alex ist jung, kritisch und rebellisch, und im Gegensatz zu Moritz mag er sich den Zwängen des dominanten Vaters nicht unterordnen. Er schließt sich der Friedensbewegung an und radikalisiert sich zunehmend. "Deutschland 83" thematisiert einen Generationenkonflikt, der sich auch in der Realität in der BRD in dieser Form oft abspielte. Ludwig Trepte (27) überzeugte Produzent Nico Hofmann und die Kritiker bereits im TV-Mehrteiler ­Unsere Mütter, unsere Väter.

A. Kistner / St. Thyssen

"Deutschland 83": Kalter Krieg zwischen Ost und West

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