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Die Schurken von gestern: neuer „Sarah Kohr“-Krimi

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„Sarah Kohr - Geister der Vergangenheit“
Anton Mehringer (Herbert Knaup) und Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff) stellen sich den „Geistern der Vergangenheit“. © Christine Schroeder/ZDF/dpa

Ein Feind aus alten Tagen macht Sarah Kohr und ihrem Staatsanwalt schwer zu schaffen. Die kühle Kämpferin teilt wie gehabt aus, und ein wenig verlieben darf sie sich auch noch.

Berlin/Hamburg - Mit ihr ist nicht gut Kirschen essen: Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff) gilt als die Kampfsportlerin unter den deutschen TV-Ermittlerinnen: Mit Fäusten wie aus Stahl schlägt die Powerfrau im menschenleeren Fitness-Studio gleich zu Beginn zwei brutale Schläger windelweich.

Ein bisschen dick aufgetragen wirkt dieser Auftakt schon, aber die Schrammen auf der Stirn samt dekorativer Blutspur sind längst das Markenzeichen dieser Hamburger Polizistin geworden, die sich ihr martialisches Image hart erarbeitet hat. Dem TV-Publikum jedenfalls gefällt die nordisch kühle, taffe Amazone mit Dienstmarke: Die ZDF-Krimireihe „Sarah Kohr“ kann seit 2014 mit starken Quoten punkten. Die neue Folge „Geister der Vergangenheit“ läuft am Montag (14.03.) um 20.15 Uhr im Zweiten.

Ein Mann sinnt auf Rache

Sarah und der herrlich betuliche Staatsanwalt Anton Mehringer (Herbert Knaup) bekommen es diesmal mit einem Erzfeind aus alten Tagen zu tun. Lorenz Degen (Anatole Taubman) ist nach fast 20 Jahren aus dem Gefängnis geflüchtet und sinnt auf Rache. Damals haben es der junge Mehringer und die noch minderjährige, damals drogenabhängige Sarah Kohr als Kronzeugin mit nicht ganz legalen Mitteln geschafft, den Verbrecher aus dem Verkehr zu ziehen. Ihr Geheimnis bis heute.

Nun ist der skrupellose Degen, schön diabolisch gespielt von Anatole Taubman, wie ein böser Geist zurück. Er entführt den 12-jährigen Sohn von Mehringer und seiner Ex-Frau Anna. Und er fordert von Sarah Kohr, ihm deren Jugendliebe Axel (Alexander Wüst) auszuliefern, weil der sich bestens mit Geldfälschung auskennt. Aber Axel ist verschollen, und als Sarah ihn auf einem heruntergekommenen Bauernhof aufspürt, ist auch das eine Sackgasse. Das Bangen um den Jungen geht weiter.

Hat die Liebe eine Zukunft?

Regisseur Bruno Grass und Drehbuchautor Timo Berndt gelingt es nicht ganz, die zahllosen Fäden zwischen Gegenwart und Vergangenheit immer sinnvoll zu verknüpfen. Sie haben von Bandenkriminalität über Kindesentführung bis zum Falschgelddrucken einfach zuviel in diese Folge reingepackt. Da bleibt auch leider zu wenig Zeit für starke Nebenfiguren wie Sarahs Mutters Heike, verkörpert durch die Theaterschauspielerin Corinna Kirchhoff vom Berliner Ensemble.

Und natürlich ist Kämpfen nicht alles. Sarah Kohr hat auch ein Liebesleben, auch wenn die einsame Wölfin es selbst kaum glauben mag. Da spielt sogar mal ein Lächeln um ihre Lippen. Danylo (Golo Euler) heißt der Auserwählte, ein Barbesitzer aus dem Kiez, der sich von seinem kriminellen Vater losgesagt hat. Ob diese Liebe eine Zukunft hat, steht im Fall der freiheitsliebenden Polizistin in den Sternen. dpa

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