Regisseur und Hauptdarsteller

tz-Interview zu Udo Honig: Wird sich Hoeneß den Film ansehen?

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Uwe Ochsenknecht als Udo Honig.

München - Gut einen Monat vor der Ausstrahlung der "Udo Honig Story" bei Sat.1 sprach die tz mit Regisseur Uwe Janson (55), mit Hauptdarsteller Uwe Ochsenknecht (59) sowie mit Hannes Jaenicke (55).

Uwe Janson (55) im tz-Interview

Hand aufs Herz: Wie oft haben sie sich den Film schon angeschaut?

tz-Reporter Johannes Heininger im Gespräch mit Regisseur Uwe Janson.

Janson: Bestimmt 30 bis 40 Mal. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich mich nicht daran satt sehen kann, sondern weil es ja immer wieder Dinge gab, die man verbessern musste.

Und wie kommt er bei Außenstehenden an?

Janson: Sie haben an vielen Stellen entzückend gelacht und geschmunzelt. Ich habe zumindest niemanden gesehen, der sich gelangweilt hat. Das ist ein gutes Zeichen und das freut mich.

Auf welche rechtlichen Probleme mussten Sie besonders achten? 

Janson: Wir hatten anfangs überlegt, ein paar spekulative Elemente einzubauen. Wie beispielsweise die Summe, um die es in diesem ganzen Verfahren wirklich geht. Da muss man also ganz vorsichtig sein.

Welche Fragen sollte sich der Zuschauer nach dem Film stellen?

Janson: Ist Udo Honig ein guter Mensch oder ist er ein schlechter Mensch? Ich denke, es wird ganz deutlich, dass es nicht immer einfach ist, ein guter Mensch zu sein. Vielmehr: Muss man sich nicht auch mal schlecht verhalten, um wieder zu spüren, das man auch Gutes tun kann? Man sollte sich viel öfter an der eigenen Nase fassen und fragen, wie oft man einen Menschen vorverurteilt.

Wir sich Uli Hoeneß den Film ansehen?

Janson: Ich hoffe es und gehe davon aus, dass er neugierig ist. Ich möchte klarstellen: Das ist keine Abrechnung mit seiner Person.

Uwe Ochsenknecht (59) im tz-Interview

Wie schwierig war es, in die Rolle von Udo Honig zu schlüpfen?

Ochsenknecht:Es ging ja nicht darum, einen Dokumentarfilm über ähnliche lebende Personen zu drehen, sie zu kopieren. Deshalb habe ich mich an die Vorgaben des Drehbuches gehalten. Natürlich ist die Rolle stark an eine bestimmte Person angelehnt und es werden auch einige Sachen sehr überspitzt dargestellt. Der Dialekt war eine Herausforderung. Jemand aus der Ulmer Ecke hat mir den kompletten Text auf Band gesprochen. So habe ich dann gelernt.

Sie waren verwundert darüber, dass man bei der Besetzung der Titelrolle an Sie gedacht hat?

Ochsenknecht: Das stimmt! Ich habe in den Spiegel gesehen und rätselte, wo sie da eine Ähnlichkeit erkennen wollten. Mein erster Gedanke: Muss ich etwa abnehmen? Aber als ich dann das erste Mal aus der Maske kam und die ersten Fotos mit den Kostümen sah, konnte selbst ich nicht widersprechen.

Die Ähnlichkeit ist schon verblüffend. Was ist Ihre Lieblingsszene? 

Ochsenknecht: Das ist ganz klar die legendäre Wutrede von Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung. Die haben wir im Wortlaut nachgespielt. Die Schwierigkeit bestand darin, dass es – wie beim Original – so wirken musste, als ob jeder Satz aus einer vorangegangenen Emotion heraus entstanden wäre.

Drei Fragen an Hannes Jaenicke (55)

Der deutsche Schauspieler spielt in der Udo Honig Story die ­Beckenbauer-Parodie Franz Kaiser.

Was machte die Rolle als Franz Kaiser so schwierig?

Jaenicke: Die größte Herausforderung war die Sprache. Es kann sehr gut sein, dass ihr Bayern mich dafür hassen werdet. Ich habe wirklich hart daran gearbeitet. Tage und Nächte habe ich mich vor dem PC durch You-tube-Videos von bayerischen Kabarettisten gearbeitet. Valentin, Gruber, Polt, Jonas, Astor – eine harte Schule aber ich habe mich schlapp gelacht.

Wird er sich wiedererkennen?

Jaenicke: Ich denke, wir haben ihn in diesem Film nicht durch den Kakao gezogen. Vielmehr haben wir ihn auf sympathische Art karikiert. Dazu bewundere ich den Mann auch zu sehr. Ich kenne keinen anderen Fußballer auf der Welt, der so viel erreicht hat. Den kann man nur bewundern.

Welche Rolle spielt Franz Kaiser im Film?

Jaenicke: Obwohl er einen Gastauftritt hat und keine dramaturgische Rolle übernimmt, agiert er schon als schützende Hand über Udo Honig.

Interviews: Johannes Heininger

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