Maximilia verstarb mit neun Monaten

Schock für TV-Arzt - Bundesregierung schickt geschmacklosen Brief an seine tote Baby-Tochter

TV-Arzt Dr. Johannes Wimmer
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TV-Arzt Dr. Johannes Wimmer verlor im letzten Jahr seine kleine Tochter.

Erst im November 2020 verstarb die Tochter von Dr. Johannes Wimmer an einem Hirntumor. Nun erhielt der TV-Arzt ein Schreiben der Bundesregierung - mit geschmacklosem Inhalt.

  • Erst im November 2020 war die Tochter von Dr. Johannes Wimmer nach einem Hirntumor verstorben.
  • Nun erhielt die Familie einen an die kleine Maximilia adressierten Brief der Bundesregierung.
  • Der geschmacklose Inhalt des Briefs riss alte Wunden wieder auf - und sorgte bei Wimmer und seiner Frau für Fassungslosigkeit

Hamburg - Dr. Johannes Wimmer hat schwere Monate hinter sich. Erst Anfang des vergangenen Jahres war der TV-Arzt Vater einer kleinen Tochter geworden. Im August folgte der große Schock für die Familie: Bei der kleinen Maximilia wurde ein aggressiver Gehirntumor diagnostiziert. Wimmer ging direkt bewusst offen mit der Krankheit um, gab in den Medien regelmäßige Updates zum Gesundheitszustand seiner Kleinen. Maximilia verlor den Kampf im November letzten Jahres, verstarb nur neun Monate nach ihrer Geburt.

Wimmer und seine Frau hatten also bisher kaum Zeit, ihre Trauer richtig zu verarbeiten, schon flattert die nächste böse Überraschung ins Haus. Ausgerechnet ein Brief der Bundesregierung ist es, der den TV-Doc nun aufs Neue schockiert - und der Inhalt ist unter den betreffenden Umständen wirklich geschmacklos.

Dr. Wimmer: Geschmackloser Brief der Regierung an seine verstorbene Tochter endet mit „bleiben Sie gesund“

Anfang der Woche erhielt Wimmer einen Standardbrief der Regierung, der an seine verstorbene Tochter adressiert war, erzählte er der Bild. Dort drin befand sich der sogenannte „Berechtigungsschein 1“. Mit diesem kann man sich sechs FFP2-Schutzmasken für eine Eigenbeteiligung von zwei Euro in einer Apotheke abholen. Durch die schwere Krankheit hätte seine Tochter ein Recht auf die Masken gehabt - vorausgesetzt, sie wäre noch am Leben. Besonders geschmacklos an der Post: Der Brief an die verstorbene Maximilia endete wohl mit den Worten „Bleiben Sie gesund. Ihre Bundesregierung“.

Für Wimmer und seine Ehefrau war die unerwartete Post ein riesiger Schock, der alte Wunden aufreißt. „Meine Frau und ich habe uns fassungslos angeschaut“, erzählt Wimmer und reagiert mit gewissem Unverständnis auf die Aktion. „Abgesehen davon, dass ich nicht verstehen kann, wie beim derzeit wichtigsten Thema in Deutschland so schlampig mit den Daten umgegangen wird, war es auch ein Stich in unser Herz“, macht seinem Ärger Luft.

Dr. Wimmer: Brief reißt alte Wunden auf - „Irgendwann hört es halt auf“

„Es ist schon ein Unding. Irgendwo hört es halt auf“, sagt Wimmer im Talk bei Bild live. „Datenschutz ist unser höchstes Gut, das wird immer wieder vorangestellt. Digitale Lösungen und Innovationen werden im Gesundheitsmarkt ausgebremst, weil es immer heißt ‘Datenschutz, Datenschutz‘. Aber dann kriegt man das kleine Einmaleins der Datenbewältigung nicht hin“, regt er sich auf.

Was ihn dazu noch ärgere: Wenn es um Geld geht, geht alles gerne ganz flott. Die Kassen und Behörden würden in Fällen wie dem seiner verstorbenen Tochter wahnsinnig schnell reagieren, sich direkt melden und erklären, was zu tun sei und welche Leistungen man nicht mehr bekommen würde. Laut Wimmer habe es schon zwei Wochen nach dem Tod seiner Tochter den ersten Brief gegeben, dass Leistungen wie beispielsweise Kindergeld gestrichen seien und man das überbezahlte Elterngeld zurückfordere. Auch die Elternzeit seiner Frau sei daraufhin direkt beendet worden. Schritte, die für Wimmer zwar nachvollziehbar sind, für die er sich aber für alle Familie mit ähnlichen Schicksalen in Deutschland „mehr Pietät und Mitgefühl“ wünschen würde. (han)

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