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Jochen Bendel: Meine Tipps fürs Dschungelcamp

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Von: Stefanie Thyssen

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München - Radio-Arabella-Moderator Jochen Bendel kennt sich im Dschungelcamp aus: 2014 war er selbst Kandidat. In der tz verrät er seine ganz persönlichen Überlebenstipps.

Für ihn ist die Rechnung komplett aufgegangen – der Münchner Jochen Bendel (47) gehört zu den ganz wenigen Kandidaten in der Geschichte der RTL-Dschungelshow, die von dem Spektakel im australischen Urwald profitiert haben. Nicht nur, dass der Drittplatzierte des Vorjahres den Zuschauern als super sympathischer Teilnehmer in Erinnerung geblieben ist. Seine Karriere hat auch einen ordentlichen Schub bekommen. Jüngstes Beispiel: Bei Radio Arabella moderiert Bendel samstags zwischen sechs und elf Uhr seine eigene Morningshow.

Wenn heute die neuen Kandidaten von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! ins Camp einziehen, wird Jochen Bendel gebannt vor dem Fernseher sitzen. In der tz verrät der amtierende „Dschungelkönig der Herzen“ (Siegerin der vergangenen Staffel wurde ja Melanie Müller) seine ganz persönlichen Überlebenstipps für die Zeit im Camp.

Hunger

Der Hunger ist mit Sicherheit das erste Problem, das auf die Kandidaten zukommt. Vor allem der komplette Entzug von Zucker und Koffein ist hart, das ist eine große Umstellung für den Körper. Um mich darauf vorzubereiten, habe ich zum Beispiel schon einige Wochen vor meinem Einzug ins Camp aufgehört, Kaffee zu trinken. Das hat geholfen. Und: Ich habe vor der Show ganz bewusst zugenommen. Ich habe Urlaub in Miami gemacht und von Burgern bis Nachos alles Mögliche in mich hineingemampft wie ein Irrer. Ich wollte mir ein kleines Polster zulegen. Das war schlau, denn die meisten Kandidaten machen den Fehler, dass sie vor der Show extra noch abnehmen und sich im Fitnessstudio richtig austrainieren, um gut auszuschauen. Aber: Du brauchst keine Muskeln auf den Rippen, sondern Fett!

Da fällt mir eine Situation wieder ein: Einmal kam bei uns das Essen eine ganze Zeit später als geplant. Da saßen wir alle wie die Löwen in Hellabrunn vor der Fütterung, aber es tat sich nichts. Was war die Folge? Die Stimmung im Camp explodierte. Ein Wort gab das andere, ein Riesengeschrei. Und kaum war der Streit vorbei – der auch gesendet wurde – kam das Essen …

Wehwehchen

Man muss wissen: Es gibt im ganzen Camp nicht eine Sitzgelegenheit mit Lehne, was zur Folge hat, dass fast alle nach fünf Tagen Rückenschmerzen bekommen. Ist ja klar. Mir hatte Dr. Bob schon vor dem Einzug einen guten Tipp gegeben: „Jochen“, hat er gesagt, „beweg dich! Lauf rum, schau dich um und genieße die schöne Natur.“ Das war das Beste, was ich machen konnte. Für den Rücken, aber auch für die Psyche.

Langeweile

Auch gegen die Langeweile hilft dieses ganz einfache und sehr schöne Mittel: Ich habe das Camp erforscht. Das ist ja insgesamt viel größer als der kleine Lagerplatz, den man im Fernsehen meistens sieht. Insgesamt ist das Areal etwa einen Quadratkilometer groß. Und dort kann man sich als Kandidat frei bewegen – bis zu den Grenzen, die von den Parkrangern bewacht werden. Das ist ein echtes Natur­erlebnis, man ist mitten im Urwald, da gibt es kleine Wege, einen Badeteich, die Holzsammelstelle, den Wasserfall, wo man duschen kann … Man kann sich da recht gut absondern und beschäftigen. Aber: Die wenigsten machen das. Die meisten Kandidaten hocken den ganzen Tag auf ihrer Pritsche.

Heimweh

Als meine Dschungel-Zeit begann, war ich mit meinem damaligen Freund, der inzwischen mein Verlobter ist, sehr frisch zusammen. Das war natürlich hart für uns und auch ein Risiko. Keiner wusste, was diese Zeit mit unserer so jungen Beziehung macht. Aber wir haben im Vorfeld viel darüber geredet, das hat uns geholfen. Man muss sich – und das gilt für jede Beziehung, ob frisch oder nicht – schon mit dem Thema auseinandersetzen. Ich habe zu Matthias gesagt: Wenn wir das überstehen, können wir auch heiraten. Und so wird es kommen. Einen Termin gibt es aber noch nicht (lacht).

Umgang miteinander

Die Kandidaten lernen sich ja nicht erst im Camp kennen, sondern etwa eine Woche vorher beim Abflug aus Deutschland. Und schon da werden die ersten Allianzen gebildet. Mein Tipp: Man sollte auf die Leute ganz unbefangen zugehen. Ich kannte niemanden vorher und habe jeden Einzelnen einfach angesprochen. Ich wollte auch wissen, warum sie überhaupt bei der Show mitmachen. Durch Gespräche findet man recht schnell heraus, wer zu einem passt und wer nicht. Mit Corinna Drews zum Beispiel kam ich anfangs nicht so klar. Das Eis brach, als ich merkte, dass sie zwei Brühwürfel ins Camp geschmuggelt hatte. Und nachdem ich die Küche gemacht habe, fand ich das natürlich klasse. Kurzum: Man muss sich auf die Leute einlassen und jedem eine Chance geben.

Persönliche Krise

Früher oder später kommt die Krise bei jedem. Bei mir war das Problem, dass ich für viele Kandidaten die Anlaufstelle war, wenn sie etwas auf dem Herzen hatten. Das fand ich auch schön, aber irgendwann habe ich gemerkt, dass niemand fragt, wie es mir eigentlich geht. Da habe ich mich zwischendurch sehr alleine gefühlt. Aber, und darauf habe ich sehr bewusst geachtet: Ich bin vor der Kamera nicht zusammengebrochen. Das wollte ich nicht – schließlich laufen solche Ausschnitte jahrelang im Internet (lacht). Grundsätzlich kann ich den Kandidaten nur raten, dass man sich im Camp jemandem anvertraut, wenn es einem mal nicht gut geht. Reden hilft da meistens schon ganz gut weiter. Und ich habe mir immer wieder bewusst gemacht: Diese Show läuft jetzt drei Wochen, dann bin ich wieder zu Hause.

Aufgezeichnet von Stefanie Thyssen

Live-Kommentar von tz-Reporter Jörg Heinrich

tz-Reporter Jörg Heinrich begleitet den Start der neuen Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" am Freitagabend ab 21 Uhr mit einem bösen Live-Kommentar.

Alle Sendezeiten der neunten Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" haben wir für Sie zusammengefasst.

Alle Informationen rund um die aktuelle Staffel von IBES finden Sie in unserem Dschungelcamp-Ressort.

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