Er unterzeichnete den Einheitsvertrag

Dschungelcamp 2019: Dieser Ex-Minister könnte einziehen

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Ex-Bundesverkehrsminister Günther Krause (vorne rechts) könnte ins Dschungelcamp 2019 ziehen.

Zieht Ex-Bundesverkehrsminister Günther Krause ins Dschungelcamp 2019? Der CDU-Politiker soll einen entsprechenden Vorvertrag unterschrieben haben.

Nach der Wende gehörte er zu den Hoffnungsträgern der ostdeutschen Politiker. Aber im Gegensatz zu einer aufstrebenden CDU-Politikerin namens Angela Merkel nahm die Karriere von Christdemokrat Günther Krause einen anderen Verlauf. Während die Eine (noch) im Kanzleramt sitzt, könnte der Andere - immerhin ein ehemaliger Bundesminister - im Januar 2019 ins Dschungelcamp ziehen.

Im Dschungelcamp gab es ja schon viele illustre Kandidaten: Ex-Erotikdarstellerinnen (Dolly Buster oder Michaela Schaffrath), Fußball-Weltmeister (Thomas Hässler) und natürlich Personen, bei denen man erst mal gar nicht weiß, woher man sie kennen soll (oder wissen Sie vielleicht noch, warum Heydi Núñez Gómez oder Allegra Curtis Promi gewesen sein sollen?). Aber ein ehemaliger Politiker - ein Ex-Bundesminister noch dazu - das ist schon ein echtes Novum in der Geschichte des TV-Formats. Zumal es sich bei Günther Krause um einen Mann handelt, der Zeitgeschichte schrieb: 1990 verhandelte er für die DDR den Einigungsvertrag, den er im Sommer 1990 mit West-Innenminister Wolfgang Schäuble unterzeichnete. Allen, die im Geschichtsunterricht gepennt haben, sei an dieser Stelle verraten, dass es sich dabei wohl um eines der wichtigsten Dokumente in der Historie unsere Landes handelt: Immerhin regelte der Einigungsvertrag die Auflösung der DDR, deren Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland und die deutsche Einheit. Laut MDR soll West-Minister Wolfgang Schäuble über Krause geurteilt haben: „Günther ist der einzige von drüben, dem man nichts zu erklären braucht.“

DDR-Staatssekretär Günther Krause (r.) und  Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble unterzeichnen am 31. Augist 1990 den Einigungsvertrag.

Wie die Bild-Zeitung berichtet, hat Günther Krause einen Vorvertrag (einen sogenannten „Letter of Intent“) für das Dschungelcamp 2019 unterschrieben. Offiziell dementiert Krause (noch) gegenüber der Boulevardzeitung: „Es gab eine Anfrage des Dschungelcamps an mich, aber ich ziehe nicht ein.“ Allerdings weist die in Sachen RTL-Sendungen stets bestens informierte Bild im Hinblick auf dieses Dementi auf zwei Punkte hin: „Erstens hat der gebürtige Hallenser den Gesundheitscheck (Krause hat Herzprobleme) noch nicht absolviert, zweitens hält RTL die Kandidaten (auch potenzielle) zur absoluten Verschwiegenheit an.“

Günther Krause ins Dschungelcamp 2019? Politiker galt als Hoffnungsträger der Ost-CDU

Im Dschungelcamp 2019 könnte Politiker Günther Krause am Lagerfeuer viel aus seinem bewegten Leben erzählen. 1990 wurde der damalige Ingenieur als Parlamentarischer Staatssekretär Mitglied der ersten frei gewählten DDR-Regierung. Als deren stellvertretende Regierungssprecherin tauchte damals eine gewisse Angela Merkel erstmals in den bundesdeutschen Medien auf. Aber das sei nur am Rande erwähnt.

Nach der Wiedervereinigung wurde er - neben vier weiteren ostdeutschen Politikern - im Kabinett von Kanzler Kohl „Bundesminister für Besondere Aufgaben“. Nach dem Motto: „Wir brauchen Euch Ossis für die Quote, wissen aber noch nicht genau wofür.“ Immerhin wurde Günther Krause, der auch Vorsitzender der CDU in Mecklenburg-Vorpommern war, nach der Bundestagswahl 1990 im Januar des folgenden Jahres Bundesverkehrsminister. Seine Minister-Kollegin im Ressort für Frauen und Jugend war eine gewisse... Ach, sie können sich eh schon denken, dass wieder von Angela Merkel die Rede ist. Jedenfalls könnte Günther Krause im Dschungelcamp 2019 sicher viele lustige Geschichten über die Kanzler Kohl und Merkel erzählen. Sollte Kraus im Camp brisante und bislang noch unerhörte Dinge verraten, dann wären die entsprechenden RTL-Clips sogar wichtige zeithistorische Dokumente. Sachen gibt‘s!

Günther Krause 1991 mit Kanzler Helmut Kohl.

Als Minister kümmerte Kraus sich in der Bundesregierung vor allem um den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im Osten. Damals wurde unter anderem auch viel Geld in die Ostseeautobahn A 20 gesteckt. Was für ein Zufall aber auch: Der damalige Verkehrsminister wohnte selbst an der Ostsee. Rund 1,9 Milliarden Euro verschlang der Bau. Inwieweit die A 20 eine lohnende Investition war, ist bis heute umstritten. Immerhin erarbeitete Günther Krause sich den Ruf eines Machers. Der MDR schreibt über ihn: „Mit gesundem Selbstvertrauen und energischer Tatkraft wurde Günther Krause, Spitzname ‚Sause-Krause‘ zu einem DER Vorzeige-Ossis der Wendezeit.“ Und weiter heißt es über seine Amtszeit: "‘Sause–Krause‘ schob in wenigen Monaten Verkehrsbauprojekte in Ostdeutschland im zweistelligen Milliardenbereich an und drückte ein "Beschleunigungsgesetz" durch, womit im Osten Deutschlands schneller geplant und gebaut werden durfte. Das war nicht unumstritten, weil so kaum Zeit blieb Widerspruch gegen Bauprojekte einzulegen. Ihm ist es auch zu verdanken, dass nun in der gesamten Bundesrepublik der grüne Rechtsabbiegerpfeil zu finden ist.“

Kandidat im Dschungelcamp 2019? „Sause-Krause“ und Affären-Krause 

Eine volle Legislaturperiode überlebte Krause im Bundesverkehrsministerium aber nicht. Wie der Spiegel einst schrieb, erarbeitete Kraus sich nicht nur den Ruf eines Machers. Möglicherweise lernte er von seinen West-Kollegen auch, wie man sich in einem demokratischen öffentlichen Amt möglichst effizient die Taschen vollstopft: „Bald darauf wurde sein Name im Zusammenhang mit Affären genannt, etwa bei der umstrittenen Vergabe von Raststättenlizenzen an den Ost-Autobahnen und bei privaten Grundstücksgeschäften.“ Das alles kostete ihm aber noch nicht den Kopf. Erst die sogenannte „Putzfrauen-Affäre“ bedeutete für ihn das Aus als Minister: Er hatte Lohnkosten für seine Putzhilfe vom Staat kassiert. Es gibt aber auch eine andere Begründung für sein Aus als Minister: Krause sei einer Regierungsintrige zum Opfer gefallen, weil er schon damals gegen Helmut Kohls erklärten Willen eine Pkw-Maut einführen wollte. Im Dschungelcamp könnte er seine Sicht der Dinge sicher darlegen. 

1993 trat Günther Krause auch als Vorsitzender der CDU in Mecklenburg-Vorpommern zurück. Seine Nachfolgerin wurde... Na? Erraten Sie es? Natürlich Angela Merkel. 

Sein Versuch, nach dem Ende der Politik-Karriere, in die Privatwirtschaft einzusteigen, war mit einigen Rückschlägen verbunden Die Bild-Zeitung nennt die folgenden.

  • „2001 leistete er einen Offenbarungseid.
  • 2009 wurde er wegen der Millionen-Pleite seiner Firma „Aufbau Invest“ zu 14 Monaten Knast auf Bewährung verurteilt – die Vorwürfe: Untreue, Betrug und Steuerhinterziehung.
  • Im März 2018 kassierte Krause wegen Insolvenzverschleppung und Bankrott seiner Beratungsfirma „IBP“ einen Strafbefehl inklusive Geldstrafe in Höhe von 5400 Euro.
  • Im April diesen Jahres musste Krause seine illegal bewohnte Villa (inklusive Sauna und Pool) in Fincken (Mecklenburg-Vorpommern) räumen. Ein Jahr zuvor hatte Krause das Haus erworben (Kaufpreis: 359 000 Euro), die Eigentümer aber monatelang mit der Zahlung hingehalten.“ Eine ordentliche Gage für die Teilnahme am Dschungelcamp 2019, wäre daher nicht verkehrt.

Dschungelcamp 2019: Was ist für Günther Krause drin?

Ein Sympathieträger war Günther Krause noch nie. Laut MDR soll der letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière einmal über ihn gesagt haben: "Der Günther Krause war der intelligenteste Mann, den ich hatte. Nur mit seinem Charakter, da hatte ich Probleme."

Für ihn könnte es schwierig werden, die Zuschauer auf seine Seite zu bringen. Vielleicht kann er mit Geschichten über seine politischen und persönlichen Rückschläge punkten. 

Falls er in Sachen Image gestärkte aus dem Dschungelcamp 2019 hervorgeht... Naja, aber wie? Indem er Känguruhoden, Fischaugen oder Sandwürmer isst? Schwer vorstellbar. Jedenfalls: Sollte Günther Krause irgendwie beliebter aus dem Dschungelcamp 2019 rauskommen als er reingeht, dann könnte auch für andere Politiker die Hemmschwelle sinken, an der RTL-Show teilzunehmen. Ob Angela Merkel ihm irgendwann auch als Dschungelcamp-Kandidatin nachfolgt?

Für den Fall, dass die Ärzte Günter Krause kein Grünes Licht für das Dschungelcamp 2019 geben, so berichtet die Bild, soll RTL für den kommenden Januar einen männliche Ersatz-Kandidaten suchen. Ob Krauses früherer Kabinetts-Kollege Horst Seehofer dann schon wieder zu haben wäre?

fro

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