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RTL-“Dschungelcamp“-Kandidat Harald Glööckler erlebte furchtbare Familientragödie: „reiner Horrorfilm“

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Von: Linda Rosenberger

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Berlin: Harald Glööckler, deutscher Modedesigner, steht im Foyer des Bundespresseamts.
Der Modedesigner ist Teilnehmer des Dschungelcamps 2021: Harald Glööckler. Doch so schillernd wie er sich heute präsentiert, umso dunkler sind die Zeiten, die hinter ihm liegen. © picture alliance/dpa | Arne Immanuel Bänsch

Zieht mit Harald Glööckler tatsächlich der pure Glamour ins RTL-Dschungelcamp? Oder gibt der „Prinz pompöös“ vielleicht mehr von seinen dunklen Dämonen preis?

Südafrika - Alles, das ihn umgibt, soll funkeln: Harald Glööckler liebt den Glamour, kreierte daraus nicht zuletzt seine eigene, schrille Welt. Doch während sich der Designer dadurch am Ende tatsächlich ein extravagantes Imperium geschaffen hat, zeigt ein Blick hinter die funkelnde Fassade alles andere als Glanz. Stattdessen leidet der inzwischen offiziell bestätigte „Dschungelcamp“-Kandidat immer noch unter den Schatten seiner Vergangenheit, die ihn letztlich aber genau zu dem werden ließen, was er heute ist: der „Prinz pompöös“. Um den vermeintlichen Exzentriker also besser zu begreifen, lohnt ein Blick hinter Harald Glööcklers Fassade, den wir im Folgenden wagen wollen.

„Dschungelcamp“-Kandidat Harald Glööckler litt unter dramatischer Kindheit und seinem gewalttätigen Vater

.„Es war eine sehr unangenehme Geschichte mit meinem Vater“, erinnert sich Harald Glööckler im Gespräch mit bunte.de an die Handgreiflichkeiten seines gewalttätigen Papas, wegen welcher seine Mama letztlich verstarb: „Mein Vater hat meine Mutter die Treppe runtergestoßen, und sie kam danach im Krankenhaus ums Leben. Meine Mutter war damals 39, ich erst 13“, so der Designer, der trotzdem keine großartigen Andenken an seine Mutter haben will. Er brauche kein Foto von ihr aufstellen, um an sie zu denken. Stattdessen habe er sie vielmehr loslassen müssen, weil er auch das Gefühl gehabt habe, „ihr Geist wollte sich nicht von uns Kindern trennen. Aber man muss mit der Vergangenheit abschließen.“ Das sei auch einer der Gründe, „weshalb ich da in Zukunft nicht weiter drüber reden möchte“, beschreibt Harald seine Gefühle.

Doch auch, wenn er sich eigentlich nicht mehr groß an die Vergangenheit erinnern will, sei sie dennoch wichtig, um zu verstehen, warum er zu dem geworden ist, was er heute ist, nämlich „Harald Glööckler, der Modeprinz mit dem Doppel-,ö‘“. Daher hat die augenscheinliche Kunstfigur nun tatsächlich ein Buch über seine Kindheit geschrieben und darin noch etwas Positives erkannt:. „Das hat etwas Befreiendes, fast wie eine Therapie“.

So spricht der Designer in seiner 2010 erschienenen Biographie „Harald Glööckler“ ganz konkret über die Gespenster seiner Vergangenheit und insbesondere die Schrecken seiner jungen Jahre: „Ich gehöre leider nicht zu den Leuten; die ihre Kindheit als warmen Ort mit viele glücklichen Erinnerungen empfinden. Es gab schöne Momente, aber meine Kindheit war in vielen Aspekten ein reiner Horrorfilm“, beschreibt der heute 56-Jährige sein Aufwachsen in Baden-Württemberg.

So düster ist die Familiengeschichte des neuen RTL-Dschungelcampers Harald Glööckler

Vor allem waren es eben jene Schläge des Vaters, einem gelernten Metzger und Inhaber eines Gasthofes, die bei Harald seelische Spuren hinterließen, auch wenn sie körperlich nie an ihn, sonders stets die Mutter gerichtet waren. Seine eigene Machtlosigkeit und das Nichts-tun der Polizei erschwerten alles noch mehr - solange, bis alles seinen traurigen Höhepunkt erreichen sollte. „Abends gab es wieder Streit und Mama schlich sich in mein Zimmer, schlief in meinem Bett. Am Morgen riss mein Vater die Tür auf und schlug sie“, erzählte der selbsternannte „Prinz pompöös“ einst im Interview von dem wohl schlimmsten Tag in seinem Leben. Zuvor habe seine Mutter ihren Mann ihren Kindern gegenüber immer verteidigt und gesagt, er sei „nicht wirklich böse“, sondern müsse nur wieder nüchtern werden. Möglicherweise stimme das sogar wirklich, meint Harald rückblickend, muss aber gestehen: „Leider wurde er nur nie nüchtern“.

„Dschungelcamp“ 2022 (RTL): Harald Glööckler wurde nach seiner dramatischen Kindheit zum heutigen „Prinz pompöös“

Als er seine Mutter nach dem Höhepunkt der Gewalttaten seines Vaters anschließend mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus fahren sah, habe er bereits geahnt, dass sie nicht mehr nach Hause kommen würde. „Drei Tage später war Mama tot“, schreibt Harald in seiner Biographie. Als Reaktion auf dieses Trauma sowie all die Dramen zuvor ließen Harald sich in seine eigene Traumwelt flüchten, um das Erlebte zu verarbeiten. Er begann zu schneidern, zu malen, zu singen und sich immer mehr der Imagination hinzugeben. Nachdem er mit 18 Jahren endlich von zu Hause und dem gewalttätigen Vater ausgezogen war und sich eine Lehrstelle als Einzelhandelskaufmann gesucht hatte, sollte auch seine Karriere in der Modebranche langsam starten - wozu die ihn führte, ist allseits bekannt: Heute zählt Harald nicht nur zu den extravagantesten Designern, sondern kreierte zugleich sein Label „pompöös“ sowie sein eigenes schillerndes Imperium und stilisierte sich schließlich selbst zur Marke.

Doch ob sich Harald Glööckler so auch im RTL-Dschungelcamp zeigen wird? Oder zeigt er sich bei „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ vielleicht doch von einer anderen Seite? Das können alle Fans der TV-Show selbst beurteilen, wenn das Trash-Format 2022 mit neuen Folgen an den Start geht. (lros)

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