„DSDS“ erhält Negativpreis

„Deutschland sucht den Superstar“ muss herbe Kritik von der Medienbranche einstecken

Eigentlich sollte es bei „DSDS“ um Musik gehen - doch schon lange stehen eher skurrile Auftritte im Vordergrund. Dieses Jahr wurden die von der Jury geliefert.

  • Das Internetmagazin  vergibt jedes Jahr den Negativpreis „Der Goldene Günter“, der die Peinlichkeiten des Medienjahres auszeichnet. 
  • Die Auszeichnung für die „Show des Jahres“ ging 2020 an „Deutschland sucht den Superstar“. Das RTL-Format machte in den vergangenen zwölf Monaten nämlich kaum mit musikalischen Auftritten auf sich aufmerksam.
  • Den „Goldenen Günter“ erhielt „DSDS“, nachdem im letzten Jahr gleich zwei Juroren ihren Posten wieder abgeben mussten: Xavier Naidoo und Michael Wendler machten beide mit kuriosen, verschwörungstheoretischen Aussagen auf sich aufmerksam und waren für den Privatsender daraufhin nicht mehr tragbar.

Köln – Seit fast zwanzig Jahren flimmert „Deutschland sucht den Superstar“ über unsere heimischen Bildschirme. Während die Sieger der ersten Staffeln noch eine Art Starstatus erreichen konnten, drehte sich „DSDS“ in den letzten Jahren wohl eher um die skurrilen und nicht selten kontroversen Auftritte diverser Kandidaten. In diesem Jahr machte jedoch vor allen Dingen die Jury um Plattenboss Dieter Bohlen, der sich kürzlich bei Pietro Lombardi auf Instagram entschuldigte, auf sich aufmerksam. Gleich zwei Juroren mussten ihre Plätze vorzeitig wieder abgeben - und das sogar aus ähnlichen Gründen. Vom Internetmagazin „DWDL.de“ wurde die Casting-Sendung deshalb als „Show des Jahres“ mit dem Negativpreis „Der Goldene Günter“ ausgezeichnet. Die Trophäe, die auf eine Aussage des ehemaligen ARD-Programmdirektors Günter Struve zurückgeht und jährlich in verschiedenen Kategorien verliehen wird, soll die peinlichen Ausrutscher des vergangenen Medienjahres ins Gedächtnis rufen. 

RTL musste sowohl Xavier Naidoo als auch Michael Wendler vorzeitig kündigen, nachdem die beiden Juroren durch kontroverse Aussagen auf sich aufmerksam gemacht hatten.

Wie unter anderem „Bild der Frau“ berichtet, sind die Ereignisse um die Rauswürfe von Xavier Naidoo und Michael Wendler Grund für den Negativpreis des selbsternannten TV-Branchendienstes. Naidoo mussten seinen Posten an der Seite von Bohlen abgeben, nachdem Videos von ihm publik wurden, in denen er unter anderem antisemitische Verschwörungstheorien unterstützte. Trotz seines Starstatus war der Sohn Mannheims für RTL daraufhin nicht mehr tragbar. Kritisiert wurde von „DWDL.de“ allerdings auch das Verhalten des Pop-Titans selbst: Bohlen, der trotz allem versucht, die Fans heiß auf die neue Staffel zu machen, hatte in der Sendung behauptet, die Presse verbreite ausschließlich Lügen. Außerdem nahm er zum Rauswurf Naidoos keine Stellung.

Die Casting-Sendung „DSDS“ wurde als „Show des Jahres“ mit dem Negativpreis „Der Goldene Günter“ ausgezeichnet

Im Herbst kam dann der nächste Eklat für „DSDS“: Juror Michael Wendler nahm sich seinen Kollegen zum Vorbild und veröffentlichte ebenfalls Videos, in denen er sich als Unterstützer skurriler Verschwörungstheorien zu erkennen gab. Erneut musste der Kölner Sender die Reißleine ziehen und seinen Neuzugang vor die Tür setzen. In seiner Begründung zur Preisvergabe des „Goldenen Günters“ schreibt „DWDL.de“ deshalb, dass die schrägen Auftritte in der Casting-Show 2020 nicht von den Kandidaten, sondern den Juroren selbst absolviert wurden. 

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/TVNOW | Stefan Gregorowius

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