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Ein fröhlicher Junge: „Ein Gen verändert unser Leben“

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ZDF-Reportage
Für eine ZDF-Reportage hat der Autor Andreas Klinner eine ganz besondere Familie aus Frankfurt/Main zwei Jahre lang begleitet (Symbolbild). © Peter Kneffel/dpa

Ein Kind wird geboren, die Eltern freuen sich sehr. Doch bald merken sie, dass mit dem Baby etwas nicht stimmt. Eine ZDF-Reportage.

Berlin - Eine schlimme Diagnose kurz nach der Geburt eines Kindes verändert das Leben einer ganzen Familie. Davon erzählt die Reportage „Ein Gen verändert unser Leben - Diagnose: Angelman-Syndrom“. Der Film aus der renommierten Reihe „37 Grad“ ist zu sehen an diesem Dienstag um 22.15 Uhr im ZDF.

Der kleine Milo hat einen Gendefekt, genauer das Angelman-Syndrom. Das bedeutet eine schwere physische und psychische Beeinträchtigung. Milo wird zeit seines Lebens ein Pflegefall mit starker Beeinträchtigung sein, wohl niemals richtig sprechen können und immer die Hilfe von anderen benötigen. Der blonde, dreijährige Junge ist das zweite Kind für Nicole und Michael. Nach einem gehörigen Schock haben sie rasch begonnen, diesen Schicksalsschlag anzunehmen und das Beste daraus zu machen - so gut das eben geht.

Bei der Entwicklung von Kindern mit diesem seltenen Syndrom ist das Verhalten der Eltern von großer Bedeutung - und hier machen Nicole und Michael, die seit elf Jahren ein Paar sind, sehr vieles richtig. Das wird auch von einer Fachärztin im Klinikum Frankfurt-Höchst im Film bestätigt.

Familie zwei Jahre begleitet

Natürlich haben sie auch mit Rückschlägen zu kämpfen - so hat Milo innerhalb von zwei Wochen gleich drei epileptische Anfälle erlitten. Seine Medikamente können zu erheblichen Nebenwirkungen führen; auch mit dem Schlafen klappt es nicht immer reibungslos. Er lernt aber relativ schnell zu gehen und selbstständig zu essen.

Autor Andreas Klinner (53, „heute - in Europa“) hat diese ganz besondere Familie aus Frankfurt/Main über den Zeitraum von zwei Jahren begleitet. Dazu gehören anstrengende Zeiten daheim, aber auch sehr entspannte Phasen im sonnigen Familienurlaub an der Nordsee, wo Milo weiterhin alles mit dem Mund erkundet und fröhlich im flachen Wasser planscht. Seine drei Jahre ältere Schwester Nala spielt für sich allein, da das mit Milo nicht möglich ist. Sie muss in vielen Dingen zurückstecken. Die Großeltern versuchen daher, sich ein bisschen mehr mit ihr zu beschäftigen.

Die Eltern bekommen noch ein drittes Kind, ein kerngesundes Mädchen. Jetzt kümmert sich Nicole um alle drei Kinder, als Lehrerin kann sie weiterhin nicht arbeiten, während ihr Mann eine Hausarztpraxis leitet. Den Haushalt organisieren sie gemeinsam, so dass sie nie wirklich ganz zur Ruhe kommen. Deutlich wird aber durch diesen sensiblen Film eben auch, dass sie zwar eine besondere Familie sind, dafür gleich mit drei fröhlichen kleinen Kindern. dpa

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