TV-Kritik

Ein neuer Stern am Fernsehhimmel: Meira Durand im ARD-Tatort

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Talentiert, ausdrucksstark, wandelbar: Die 18-jährige Meira Durand, hier mit Andreas Lust, überzeugte im „Tatort“.

Es ist vermutlich Zufall – aber ein schöner. Zwei „Tatort“-Folgen mit starken weiblichen Hauptfiguren nehmen den Weltfrauentag, der am Freitag gefeiert wurde, in ihre Mitte:

Vergangenen Sonntag überzeugte Katrin Wichmann in der Rolle einer Supermarkt-Kassiererin, die ihren Nachbarn aus Neid brutal umlegt. Und seit gestern Abend gibt es, um es etwas pathetisch zu formulieren, einen neuen Stern am Fernsehhimmel – die 18-jährige Meira Durand.

Sie spielt die Hauptrolle im vierten Fall der Schwarzwald-Ermittler Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) und Franziska Tobler (Eva Löbau) – und zwar so, dass man sich jetzt schon auf alles freut, was mit dieser talentierten, ausdrucksstarken und wandelbaren Schauspielerin in Zukunft gedreht werden wird. Und das wird einiges sein.

Flucht auf der Suche nach Abenteuer

„Für immer und dich“, so der Titel des Krimis, erzählt die Geschichte der 15-jährigen Emily (Durand), die vor knapp anderthalb Jahren verschwand und seitdem vor allem von ihrer Mutter (auch stark: Kim Riedle) verzweifelt vermisst wird. Emilys Abgang allerdings war freiwillig, sie flüchtete mit einem Mann Ende 40 (Andreas Lust) ins

Ausland. Auf der Suche nach Abenteuer, Aufmerksamkeit und Liebe – beziehungsweise dem, was sie dafür hält. Parallelen zum realen Fall der damals 13-jährigen Freiburgerin
Maria H., die 2013 mit einem ebenfalls deutlich älteren Partner untergetaucht war, sind von der ARD nicht beabsichtigt, aber doch unübersehbar. Und das gibt es ja tatsächlich immer wieder: dass sich junge Frauen in wesentlich reifere Männer verlieben und umgekehrt.

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Der „Tatort“, den Julia von Heinz inszeniert hat (Buch: Magnus Vattrodt), wertet das nicht, und er macht Emily schon gleich gar nicht zum Opfer. Am Ende ist immerhin sie diejenige, die den Weg raus aus der Abhängigkeit findet. Gleichwohl wird klar, wie krank diese Beziehung ist und wie fatal so eine Liaison enden kann. Durand beherrscht die Darstellung der Emily in all ihren Facetten – vom kindlichen Mädchen, deren bester Freund ihr Hund ist, über die verführerische Lolita bis zur verzweifelten, erschöpften jungen Frau, die nicht mehr kann. Jede Pose, jede Stimmung nimmt man ihr ab.

Wo bleibt der Krimi, könnte man fragen, aber von Heinz verwebt das Beziehungsdrama geschickt mit der Geschichte eines Unfalls, bei dem ein 18-Jähriger zu Tode kommt. Der Verursacher begeht Fahrerflucht. Dass der Flüchtende Emilys Begleiter ist, weiß der Zuschauer, nicht aber die Ermittler. Daraus ergibt sich eine Spannung, die den Film alleine aber nicht tragen würde. Das Atemlose, das diesen Krimi auszeichnet, ist die Geschichte von Emily. 

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