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Eine Frage des Instinkts - Heike Makatsch auf Mördersuche

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„Tatort: In seinen Augen“
Ellen Berlinger (Heike Makatsch) hat Hannes Petzold (Klaus Steinbacher) zu Fall gebracht und kann ihn festnehmen. © Daniel Dornhöfer/SWR/dpa

Ist die reiche Witwe wirklich an einem Insulinschock gestorben? Heike Makatsch bekommt es in ihrem neuen Fall als „Tatort“-Kommissarin mit einem interessanten Beziehungsgeflecht, ihrem Bauchgefühl und der Frage nach dem sexuellen Verlangen reiferer Frauen zu tun.

Mainz - „Es war Mord!“ Kommissarin Ellen Berlinger (Heike Makatsch) ist sich in ihrem neuen „Tatort“-Fall sicher, dass hinter dem Tod der reichen Witwe Bibiana Dubinski mehr steckt, als es zunächst den Anschein hat.

„Ich habe es gesehen in den Augen des Mörders.“ Und sie steht vor der Herausforderung, vor der schon unzählige Ermittler vor ihr standen: „Ich weiß es, und jetzt muss ich es beweisen.“

Doch Berlinger wird ausgebremst. Staatsanwältin Jasmin Winterstein (Abak Safaei-Rad) stellt den Fall ein, da ihr die Hinweise auf ein mögliches Gewaltverbrechen nicht ausreichen und an der offiziellen Todesursache Insulinschock festhalten will. Unterstützt wird die Kommissarin im „Tatort“-Krimi „In seinen Augen“ (Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten) hingegen von ihrem Kollegen Martin Rascher (Sebastian Blomberg). „Sie hat gute Instinkte“, weiß er.

Und so setzt das Mainzer Ermittlerteam auf eigene Faust Puzzlestein um Puzzlestein in dem Fall zusammen. Im Visier hat Berlinger den Ex-Knacki Hannes Petzold (Klaus Steinbacher). Ist der attraktive Mann Anfang dreißig eine Art Gigolo, der sich von älteren Frauen aushalten lässt? Petzold ist der Lebensgefährte von Charlotte Mühlen (Michaela May), die nach dem Tod ihrer wohlhabenden Freundin Dubinski deren Villa und Vermögen geerbt hat.

Freundinnen mit sexuellem Appetit

Die beiden Freundinnen Dubinski und Mühlen sind kinderlose Witwen, die eine schillernd und reich, die andere eher eine graue Maus. Beide haben durchaus noch sexuellem Appetit. Mühlen, die sich selbst als „alte Schachtel“ bezeichnet, glaubt zudem an ihr „spätes Liebesglück“ mit Petzold; für ihre betuchte Freundin geht es vor allem um Sex- und Machtspielchen. Und mittendrin der um einige Jahrzehnte jüngere Petzold.

„In welchem Alter hört das sexuelle Verlangen auf? Hört das je auf?“, fragen sich die beiden „Tatort“-Ermittler. Oder geht es gar nicht um Sex, sondern eher um die Sehnsucht nach Geborgenheit? „Sex bleibt Sex“, ist sich die Kommissarin sicher.

Im neuen „Tatort“ ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Das Drehbuch aus der Hand von Thomas Kirchner spielt mit verschiedenen Zeitebenen. Es gibt immer wieder neue Wendungen, es bleibt bis zum Schluss spannend. Die Handlung ist raffiniert ausgedacht und lässt den Zuschauer bis zum Schluss im Ungewissen, ob Petzold ein Schurke oder ein im Grunde genommen gar nicht so übler Kerl ist. Das liegt auch an dem virtuosen Spiel von Klaus Steinbacher, dem man beide Varianten abnimmt.

Ermittlerteam wächst zusammen

Der neue „Tatort“ lebt nicht nur von Steinbachers Auftritt, sondern auch von der Schauspielkunst von Michaela May (70) und Ulrike Krumbiegel (60), die sich auch an gewagte Szenen herantrauen und ihre Charaktere überzeugend verkörpern. Und Makatsch und Blomberg wachsen als Ermittlerteam in dieser Folge sichtlich zusammen und spielen sich die Bälle zu.

Weniger überzeugend agiert dagegen Abak Safaei-Rad als Staatsanwältin, deren familiäre Probleme ihre dienstlichen Blick erheblich trüben. Und leider bleibt auch die eine oder andere Frage, die im Lauf der Handlung in einem der Seitenstränge aufgetaucht ist, beim Finale unbeantwortet. dpa

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