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Eine Leiche frei Haus: „Spreewaldkrimi - Tote trauern nicht“

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Spreewaldkrimi - Tote trauern nicht
Noch sind es keine Irrlichter: Kriminalrat a. D. Thorsten Krüger (Christian Redl) sitz sinnend am Feuer. © Jan Fehse/ZDF/dpa

Ein Umweltaktivist liegt tot im Wasser. Christian Redl muss also erneut als TV-Polizist Thorsten Krüger ran. Dabei hat der Ermittler doch schon genug Baustellen mit seiner Trauer.

Berlin - Eigentlich hat Thorsten Krüger (Christian Redl) dem Polizeidienst abgeschworen. Doch nun liegt ein Toter fast genau vor der Tür des Pensionärs. Es handelt sich um den Umweltaktivisten Chris Wenzel (Remo Schulze).

Kommissar Fichte (Thorsten Merten) und die frisch absolvierte Kriminalbeamtin Luise Bohn (Alina Stiegler) übernehmen die Ermittlungen. So beginnt der neue „Spreewaldkrimi - Tote trauern nicht“ an diesem Montag um 20.15 Uhr im ZDF.

Die Ermittler stoßen auf das Ehepaar Jasmin (Sophie Lutz) und Gerald Heyse (Jan Krauter), die Eltern des Mädchens Marie. Marie hatte sich vor drei Jahren beim Spielen in einem Fischkasten versteckt, der knapp über dem Wasserlauf aufgehängt war. Damals ist die Sechsjährige in einem unbeobachteten Moment darin ertrunken. Auch das Opfer Wenzel hatte Jasmin und deren Tochter gekannt, er war öfters bei ihnen zu Besuch gewesen, während Vater Heyse beruflich in Berlin weilte.

Ein zutiefst menschliches Drama

Regisseur Jan Fehse (53, „München Mord“) fängt die melancholische Stimmung mit sehr einfühlsamen Bildern ein. Der Film ist weniger ein Krimi, vielmehr ein zutiefst menschliches Drama, das den Tod gleich mehrfach in den Blick nimmt und ganz allmählich eine verschachtelte Verbindung zwischen den beiden Toten herstellt.

Fehse hat auch am Drehbuch mitgewirkt, mit zwei anderen Autoren. Die drei übernehmen den Part von Autor Thomas Kirchner, der nach der letzten Folge den Abschied von der Reihe verkündet hat. Ihnen allen ist es gelungen, ein atmosphärisch dichtes Geschehen zu gestalten, das zwar an die vorigen Folgen anknüpft, aber dennoch eine eigene Geschichte erzählt, die ganz nah bei ihren Hauptfiguren bleibt.

Einsamkeit und Trauer

Christian Redl (73, „Nahschuss“) gibt mit leisem Spiel einen zutiefst einsamen Mann, der sich in seiner unendlichen Trauer zu verlieren scheint und meistens - vor sich hin sinnierend - auf einem Klappstuhl im Walde sitzt. Der Pensionär lebt in seinem alten, undichten Bauwagen und sieht in traumhaften Trugbildern des Öfteren seine verstorbene Freundin Marlene (Claudia Geisler-Bading), die zudem in einigen Rückblenden zu sehen ist.

Dabei sagt Krüger zu Marlene: „Verpasste Gelegenheiten hinterlassen schwarze Löcher, und aus ihnen kriechen die Dämonen.“ Redl dazu: „Krüger wird alt. Er spürt, dass seine Zeit bald ablaufen wird. Das macht ihm aber keineswegs Angst, im Gegenteil. Ich denke, es hat für ihn auch etwas Befreiendes, dass er nach seiner Pensionierung mit seiner Zeit nun viel selbstbestimmter umgehen kann.“

Ob er das künftig in weiteren Folgen dieser Reihe machen sollte, ist eine ganz andere Frage. Irgendwie sieht das alles nach einem baldigen Abschied für ihn aus - dann müssten die Zuschauer sich wohl mit dem Ende einer TV-Reihe voller mystischer Bilder abfinden. Die Toten mögen nicht trauern, die Lebenden hingegen schon. dpa

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