1. tz
  2. TV

ESC 2016: Letzter Platz für Jamie-Lee - wer ist schuld?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Stefanie Thyssen

Kommentare

61st Eurovision Song Contest - Grand Final
Ratlos: ­Jamie-Lee und ARD-Mann Thomas Schreiber (l.). © dpa

München - Erneut nur Letzter beim Eurovision Song Contest - kann Deutschland denn überhaupt noch ESC? Wir legen den Finger in die Wunde und fahnden nach den Verantwortlichen.

Update vom 16. Mai 2019: Kassieren wir mal wieder reihenweise null Punkte aus aller Herren Länder? Es sieht ganz danach aus, als ob Deutschland mit Sisters beim ESC 2019 ein Debakel droht.

Update vom 10. Februar 2017: Nun steht fest, dass Levina Deutschland beim ESC 2017 vertreten wird. Wir haben bereits zusammengefasst, welche Länder und welche Interpreten beim Eurovision Song Contest in Kiew teilnehmen werden

Update vom 2. Februar 2017: Im vergangenen Jahr landete Deutschland beim Eurovision Song Contest wieder auf dem letzten Platz. Beim ESC in Kiew soll es heuer besser laufen. Fünf Newcomer wollen heuer für Deutschland antreten. Wir haben bereits zusammengefasst, welche Teilnehmer beim ESC-Vorentscheid 2017 für Deutschland antreten.

Nein, das hat sie nicht verdient – da sind sich alle Eurovision Song Contest-Experten einig. So schlecht, dass der letzte Platz gerechtfertigt gewesen wäre, war Jamie-Lee wirklich nicht. Europa begeistern konnte die 18-Jährige allerdings auch nicht – weder das Publikum noch die internationalen Jurys. Die Frage, die sich auch einige Tage nach dem Debakel von Stockholm die meisten stellen: Woran lag’s? Wieso sind „wir“ (immerhin zum zweiten Mal in Folge!) ESC-Schlusslicht? Und vor ­allem:

Wer übernimmt die Verantwortung?

Rein formal gibt es einen Mann in der ARD, der als sogenannter Unterhaltungskoordinator für die deutschen Belange des ESC zuständig ist: Thomas Schreiber vom NDR. Der 56-Jährige, auch privat großer ESC-Fan, macht diesen Job nun schon einige Jahre. Mit beachtlichen Erfolgen (der Sieg von Lena Meyer-Landrut fällt in seine Amtszeit), aber eben auch mit vielen Entscheidungen, die mindestens für Kopfschütteln sorgen. Jüngstes Beispiel: die Nominierung von Xavier Naidoo, der – wäre es nach Schreiber gegangen – eigentlich am Samstag für Deutschland hätte antreten sollen. Doch es kam anders: Eine große Protestwelle schwappte über den NDR, Naidoo musste wieder ausgeladen, ein Vorentscheid organisiert werden (tz berichtete). Eine peinliche Blamage vor allem für Schreiber – der aus diesem missglückten Alleingang aber keine persönlichen Konsequenzen zog. Er machte weiter, suchte mit Experten zehn neue Kandidaten aus. Die Zuschauer entschieden sich für Jamie-Lee – und haben damit ganz offensichtlich kein gutes Händchen bewiesen. Und Thomas Schreiber? Seine Erklärung für Jamie-Lees Niederlage: „International und beim Publikum in allen Altersschichten ist es offenbar eher auf Unverständnis gestoßen, dass ein Manga-Mädchen aus Deutschland antritt“, verbreitete er am Sonntagmorgen via Pressemitteilung. Bitte? Das japanische Outfit soll schuld sein? Mit Verlaub – das ist Unsinn. Wir hätten bei Herrn Schreiber gerne genauer nachgefragt, leider lehnte der NDR eine Interview­anfrage ab …

Interessieren sich die Deutschen überhaupt noch für den ESC?

Ja! 9,3 Millionen Menschen haben hierzulande die Übertragung live mitverfolgt. Das ist der beste Wert seit 2011, als Lena Meyer-Landrut zum zweiten Mal für Deutschland an den Start ging und 14,7 Millionen vor die Bildschirme lockte. Heuer erzielte die ARD vor allem beim jungen Publikum gute Werte: Der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen lag bei 46 Prozent.

Wie geht es jetzt weiter?

Dass Deutschland – wie von einigen Kritikern gefordert – im kommenden Jahr eine Auszeit vom Eurovision Song Contest nimmt, ist höchst unwahrscheinlich. Wir sind neben Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien schließlich als eines der großen Geldgeber-Länder automatisch fürs Finale gesetzt. Aus der Nummer kommt man also gar nicht so leicht raus. ESC-Urgestein Ralph Siegel (70) hat bereits angekündigt, dass er sich gut vorstellen könnte, Deutschland im nächsten Jahr zu vertreten. „Wenn es mir gelingt, das, was ich im Kopf habe, gut zu produzieren und mit den richtigen Leuten zu besetzen, werde ich mich noch einmal beteiligen“, sagte Siegel im Interview mit der dpa. Heuer hatte der 70-Jährige allerdings schon im Vorentscheid keinen Erfolg mit seinen Künstlern.

Apropos Erfolg: Es ist ja nicht so, dass die Deutschen in den vergangenen Jahren gar nichts gerissen hätten beim ESC – man denke an Lena, aber auch an Künstler wie Roman Lob (8. Platz, 2012) oder Max Mutzke (8. Platz, 2004). Bei denen hatte allerdings auch ein Mann seine Finger im Spiel, der sich (leider, leider!) von der großen TV-Bühne verabschiedet hat: Stefan Raab. Vielleicht liegt beim NDR ja noch irgendwo seine Nummer rum … Irgendwas muss sich doch ändern!

thy

Auch interessant

Kommentare