Der deutsche ist es nicht

Wettquoten für ESC 2021: Anbieter sehen denselben Favoriten vorn - doch einer pirscht sich plötzlich ran

Die Wettquoten am Morgen des ESC 2021: Mehr als ein Dutzend Anbieter sieht übereinstimmend denselben Song vorn. Und Deutschland?

Update vom 22. Mai 2021, 15.40 Uhr: Keine Bewegung auf dem vordersten Platz der Wettanbieter gegenüber dem Vormittag. Die auf Eurovisionworld.com verzeichneten gut ein Dutzend Buchmacher sehen alle übereinstimmend den italienischen Beitrag „Zitti E Buoni“ von Måneskin als obersten Favoriten, gefolgt von Frankreich und Malta.

Bemerkenswert ist aber der viertplatzierte Beitrag in der Gesamt-Auswertung: Der Song „Shum“ von Go_A aus der Ukraine hatte lange keinen Rang unter den ersten fünf belegt. „Aufpeitschender Elektro-Folk, der sich überraschend hoch platzieren könnte“, meint die dpa. Und beim Halbfinale gewann der ukrainische Beitrag auch viele Sympathien. „Gar nicht am ESC interessiert aber das Lied von Ukraine ballert so richtig und die Leute haben Style“, schrieb etwa eine Twitter-Nutzerin.

Die Trophäe beim ESC 2021. Wer nimmt sie entgegen?

Update vom 22. Mai 2021, 11 Uhr: Die Wettanbieter sehen am ESC-Morgen (Stand 10.55 Uhr) übereinstimmend denselben Song vorn: „Zitti E Buoni“ von Måneskin aus Italien. Zumindest jene mehr als ein Dutzend Buchmacher, die auf Eurovisionworld.com in einer Tabelle aufgeführt sind.

Wird es eine klare Sache? Nicht unbedingt. Denn Barbara Pravi aus Frankreich rangiert überall nur knapp hinter den Italienern und geht als Co-Favoritin ins Rennen. Und die ESC-Geschichte (siehe unten) zeigte nicht selten, dass die Wettanbieter daneben liegen können. Und beim Eurovision-Song-Contest-Finale Überraschungen möglich sind.

Hinter den beiden Top-Favoriten aus Italien und Frankreich rangieren in der Gesamtauswertung übrigens Malta, die Ukraine, die Schweiz, Island und Finnland. Und Deutschland? Auf Platz 24 von 26 Nationen. Jendrik versprüht im Vorfeld ohnehin nicht gerade Optimismus.

ESC: Plötzlich Top-Favorit! Ein Song geht durch die Decke (der deutsche ist es nicht)

Unsere Erstmeldung: Rotterdam - Je näher der Eurovision Song Contest rückt, desto turbulenter wird es stets im Ranking bei den Wettanbietern. Manchmal schiebt sich ein Teilnehmer nach vorne, der zuvor nur zum erweiterten Favoritenkreis gezählt hatte. Das liegt nicht selten an den Eindrücken aus den Halbfinals. Oder eben daran, dass der ESC seine eigenen Gesetze hat.

Zu den offiziellen Favoriten zu zählen, sei es weit im Vorfeld oder kurz vorm Wettbewerb, heißt allerdings noch lange nicht, dass der Sieg auch an die entsprechende Nation geht. Unvergessen bei manchem Experten: Francesco Gabbani aus Italien lag 2017 lange bei den Wettquoten vorn, galt für manchen als fast sicherer Sieger - und landete dann auf Rang 6.

Eine Lichtinstallation in Rotterdam im Vorfeld des ESC 2021.

ESC 2021: Song von Måneskin aus Italien plötzlich Top-Favorit bei Wettquoten

Klappt es 2021 in Rotterdam für Italien? Das Momentum scheint auf der Seite des Landes zu sein. Deren Teilnehmer Måneskin wurden mit ihrem Song „Zitti E Buoni“ zwar schon länger zum erweiterten Anwärter-Kreis auf den ESC-Sieg 2021 gezählt. Doch jetzt sind sie plötzlich Top-Favoriten! Eurovisionworld.com listet mehr als ein Dutzend Wettanbieter mit den entsprechenden Quoten auf - und bei fast allen liegen Måneskin (Stand Freitag, 21.5., 9.15 Uhr) auf dem ersten Platz. Meist noch vor dem zweiten Top-Favoriten aus Frankreich.

ESC 2021: Bringt ein Rocksong Italien den Sieg?

Måneskin fallen jedenfalls auf. Nicht nur mit Rockstar-Fotos bei Instagram. Zwischen all den Balladen-Schmachtfetzen und Pop-Liedchen könnte den Rockern ein ähnlicher Coup gelingen wie einst Lordi 2006 für Finnland: Mit harten Gitarren zum Sieg? Ebenfalls bemerkenswert: Måneskin singen in ihrer Muttersprache. Dem Englischen den Rücken zu kehren, ist allerdings wieder im Trend. Malta, Frankreich und die Schweiz - alle ebenfalls im engeren Favoritenkreis - setzen auf Französisch. Malta allerdings nur im Refrain.

Ach, und wo liegt Deutschland bei den Wettquoten? Sie wollen es vielleicht gar nicht wissen. Freitag Morgen steht bei der Auswertung von Eurovisionworld.com der 24. Platz zu Buche von 26 geführten Ländern. Ob Jendrik mit seinem Gute-Laune-Popsong „I Don‘t Feel Hate“ trotzdem die Sensation gelingt oder zu den Acts zählen wird, an die man sich immer erinnern wird? Ein Experte wagt seine Einschätzung - auch im Hinblick auf die Favoriten. (lin)

Rubriklistenbild: © EBU/Thomas Hanses

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