Von Peinlich bis Rekord-Sieger

Deutschland im Eurovision Song Contest: An diese Acts erinnert man sich noch heute

Stefan Raab steht bei ESC 2000 auf der Bühne
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2000 beim ESC für Deutschland auf der Bühne: Stefan Raab

Der ESC 2021 ist eine tolle Gelegenheit, auf die Acts zurück zu blicken, die Deutschland bisher vertreten haben und besonders im Gedächtnis geblieben sind.

Rotterdam - Am 22. Mai 2021 ist es endlich wieder soweit: Unter dem Motto „Open Up“ findet in Rotterdam das große Finale des Eurovision Song Contest statt. Letztes Jahr musste das Spektakel leider ausfallen, dieses Jahr hat man aber alles daran gesetzt, die bunteste Bühne der Welt auch in Pandemie-Zeiten wieder zum Leben zu erwecken. Mit dabei sind 26 Acts, die mit den unterschiedlichsten musikalischen Darbietungen um den Sieg kämpfen. Egal ob emotionale Ballade, Rocknummer à la Linkin Park oder seichter Sommer-Song - das Programm des Abends ist so vielfältig, wie man es vom ESC gewohnt ist.

Der „Grand Prix“ ist auch eine tolle Gelegenheit um zurück zu blicken. Vor allem auf die Acts, die in den 68 Jahren seit dem ersten Wettbewerb für Deutschland ins Rennen gegangen sind. Unsere Eurovision-Historie ist gespickt mit Künstlern, an die man sich heute noch gut erinnert. Und das oft nicht wegen dem hohen musikalischen Mehrwert ihrer Auftritte. Seien Sie also gewarnt: Dieser Rückblick kann peinlich werden.

ESC: Die haben‘s gut gemacht - Deutsche Sieger und Fast-Sieger

Bevor man sich den unglücklicheren Beiträgen widmet aber vorher ein kurzer Blick auf die Glanzmomente. Gewonnen hat Deutschland den ESC bisher tatsächlich nur zweimal. 1982 holte Nicole mit dem Lied „Ein bisschen Frieden“ den Sieg und 2010 tat es ihr Lena mit der auch heute noch gerne gehörten Pop-Nummer „Satellite“ gleich.

Ein paar Mal erklommen deutsche Beiträge auch den zweiten Platz. Darunter die Band Wind, der das 1985 und 1987 gelang und Katja Ebstein, die auch zweimal den dritten Platz ergattern konnte und damit neben Lena und Nicole zum sehr kleinen Kreis unserer Eurovision-Legenden zählt.

ESC: Deutsche Beiträge, bei denen gilt: Peinlich aber erfolgreich

Zwischen 1998 und 2001 platzierten sich die deutschen Beiträge jedes Mal in den Top 10 - eine beachtliche Leistung im Vergleich mit den eher miesen Ergebnissen der Vorjahre. Bekannt dürfte vielen davon noch Guildo Horns „Guildo hat euch lieb“ sein, das es trotz peinlichem Samtanzug und dezent fragwürdigem Songtext bis auf Platz 7 schaffte.

2000 wagte sich dann Stefan Raab, der zwei Jahre zuvor schon als Komponist von Guildo Horns Beitrag am ESC mitwirkte, auf die Bühne und schoß mit „Wadde hadde dudde da“ im Glitzer-Cowboy-Outfit auf Platz 5. Die Nummer war Klamauk pur, aber sie war eingängig und ließ sich super mitgrölen, weshalb sie auch heute noch für die meisten ein deutscher ESC-Klassiker ist. Auch hier gilt also: Peinlich aber erfolgreich.

ESC: Deutsche Acts, an die man sich (leider) heute noch erinnert

Bekanntlich musste Deutschland in der Vergangenheit aber auch eine Menge Grand Prix-Blamagen einstecken. Berühmt berüchtigt sind vor allem die No Angels, die 2008 mit einer eher schwachen stimmlichen Leistung auf dem vorletzten Platz landeten - was nur daran lag, dass es aus Rumänien rettende 12 Punkte gab. 2013 versuchte sich außerdem das Dance-Trio Cascada mit einer ziemlich offensichtlichen Kopie des Gewinner-Songs „Euphoria“ aus dem Vorjahr - was natürlich kläglich scheiterte. Insgesamt kamen nur 18 Punkte zusammen, was gerade einmal für den 21. Platz reichte.

Skandalös ging es bei den ESC-Beiträgen aus der Heimat sogar auch schon zu. 2005 gewann die Sängerin Gracia, die zuvor als Kandidatin bei DSDS Bekanntheit erlangte, den Vorentscheid. Später gab man jedoch zu, diesen Sieg mit Masseneinkäufen ihrer Eurovision-Single „Run & Hide“ erwirkt zu haben. Antreten durfte sie im großen Finale aber trotzdem - und landete mit gerade einmal 4 Punkten auf dem letzten Platz. Das lag aber weniger am Betrug, sondern eher an einer überraschend schlechten Vocal-Performance.

Man kann kaum über deutsche ESC-Pleiten sprechen, ohne den Künstler Leon zu erwähnen. Noch nie von ihm gehört? Das liegt vermutlich daran, dass es sein Beitrag nicht einmal bis ins Finale schaffte. Zum einzigen Mal in der Geschichte des Contests schied mit dem Song „Blauer Planet“ ein deutscher Act bereits in der Vorrunde aus - was die ARD dazu veranlasste, das Finale in diesem Jahr nicht live im Fernsehen zu zeigen, sondern nur als Aufzeichnung.

Deutschland im ESC: Hoffentlich dieses Jahr besser

In den letzten Jahren fielen die Ergebnisse der deutschen ESC-Hoffnungsträger, bis auf Michael Schultes vierten Platz 2018, eher mau aus. Ann-Sophie, Jamie-Lee und Levina tummelten sich drei Jahre in Folge auf den untersten Plätzen (Für Ann-Sophie gab es 2015 sogar 0 Punkte) und auch das Duo S!sters konnte 2019 nur 24 Punkte zusammenkratzen. Deshalb sollte man unserem diesjährigen Act Jendrik umso mehr die Daumen drücken und hoffen, dass sein Lied „I Don‘t Feel Hate“ in Rotterdam besser ankommt. (le)

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