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Bei Sieg geht’s mit dem Bulldog nach Malmö

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Stefan Dettl (r.) und die Burschen von LaBrassBanda. © dpa

München - So bayerisch ist’s beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) wohl noch nie zugegangen: Die Baruß-Band "LaBrassBanda" fährt bei einem Sieg per Traktort nach Malmö.

La­BrassBanda, die wahrscheinlich kultigsten Barfuß-Musikanten der Welt, tritt am Donnerstag an – und hat sich für den Siegesfall schon eine irre Aktion überlegt. „Wenn wir gewinnen, fahren wir von daheim am Chiemsee mit den Bulldogs nach Malmö“, verspricht Sänger Stefan Dettl. Mit Tempo 18 geht’s dann in einer Kolonne von 100 Traktoren mit Band, Fans und Sack & Pack nach Schweden. Errechnete Fahrzeit: 14 Tage.

Normal gibt’s nicht, normal ist langweilig. So ist es immer, wenn Dettl und seine Band- und Spaßgefährten (Oliver Wrage, Andreas Hofmeir, Manuel Winbeck, Manuel da Coll) was anpacken. Das gilt auch für ihren Live-Auftritt in Hannover. Selbst wenn sich da die geschniegelten Jungs von den Söhnen Mannheims mitbewerben, bleiben die Bandas die original bayerischen Burschen in T-Shirt, Lederhosen und ohne Schuhe.

„Nackert“ heißt ihr extra für den ESC eingespieltes Lied, das ab Donnerstag auch im Handel ist. „Wir werden uns da nicht verstellen, für uns ist es eine super Sache, da dabei zu sein – aber wir bleiben so, wie wir sind“, sagt Dettl. Im Text geht es um das bayerische Lebensgefühl, das viel mehr ist als das besungene textilfreie am See Liegen für den Schwarm des ganzen Dorfes, der Huber Vroni. Mit Dialekt, viel Blechmusik und lauten Tönen versprüht die Combo einfach nur wieder einmal gute Laune an kalten Tagen. Dass der für einen Preußen bayerische Text nur sehr schwer bis gar nicht verständlich ist, macht nichts. Die Bandas begeisterten auch schon in Ungarn und in Sibirien ihr Publikum. Musik kennt keine (Sprach-)Grenzen.

Übertriebene Erfolgsansprüche haben die Bandas für den ESC nicht. Spaß steht vor Ehrgeiz. „Der letzte Platz ist völlig ok. Alles was drüber ist, ist super“, sagt der Dettl. Doch wer weiß: Vielleicht lassen sich ja Jury und Fernseh-Zuschauer bei der Stimm-Vergabe (siehe Kasten) von LaBrassBanda begeistern. Die Bulldogs daheim am Chiemsee wären jedenfalls startklar für die Fahrt nach Malmö zum Finaltag am 18. Mai.

Sie wollen auch zum Grand Prix nach Schweden

Zwölf Kandidaten – und nur einer darf nach Malmö! Zu den bekanntesten Teilnehmern gehören die Söhne Mannheims. Allerdings lassen sie Xavier Naidoo zuhause. Das heißt also auch weniger Herz-Schmerz-Töne im Song One Love.

Für Kenner der Grand-Prix-Szene (etwa den Journalist Jan Feddersen) gehört Betty Dittrich zu den Favoriten. Die Berlinerin mit schwedischen Wurzeln mischt 60er- und 70er-Jahre-Klänge mit Rock’n’Roll. „Franz, er war ein Junge mit langem Haar, genau so wie Ringo Starr. Doch wo ist er hin?“ trällert die 28-Jährige. Ein bisschen sehr mädchenhaft, bisschen sehr Lalala – so heißt schließlich auch ihr Song. Konkurrentin Mia ­Diekow (25 aus Hamburg) dagegen singt ihr Lieblingslied, das frischer und frecher klingt.

Die Eurovision-Song-Contest-Gewinner der letzten 10 Jahre

Wer am Ende das Rennen macht und Deutschland in Malmö vertritt, entscheidet am Show­abend nicht nur die Jury (unter anderem bestehend aus Tim Bendzko, Roman Loob und Mary Roos). Die Zuschauer können anrufen und bereits vorab auf den Internetseiten der Radiostationen abstimmen. Hier geht's zum Voting von Bayern 3

Stefan Dorner

"Unser Song für Malmö", Donnerstag, 20.15 Uhr, ARD

Hier geht's zum Song-Check aller Teilnehmer

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