Die tz am Set von Bogners Kultserie

Für "München 7": Ex-OB Ude wieder im Amt

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Autor und Kult-Regisseur Franz ­Xaver Bogner (r.) holte Christian Ude wieder ins Amt.

München - Kult-Regisseur Franz Xaver Bogner hat Alt-OB Christian Ude wieder ins Amt gehoben - für eine Szene der neuen Staffel von "­München 7". Die tz war dabei.

Er ist es! Er ist wieder da! Christian Ude als OB im Münchner Rathaus! In einem kleinen Sitzungssaal der Kämmerei empfing er am Donnerstagmittag eine Delegation aus Polizei und Obdachlosen, angeführt von der Mesnerin und vom Pfarrer von Heilig Geist am Viktualienmarkt, die sich für die Münchner Santler einsetzen! Weil die organisierten Bettler-Banden aus Südosteuropa den hiesigen Bedürftigen so arg zusetzen …

Um die einen von den anderen unterscheiden zu können, sollen sie jetzt mit Ausweisen für ein ­Bleibe- und Bettel-Recht an der Kirche ausgestattet werden. Weil aber dort auch das öffentliche Wegerecht greift und damit die Stadt ein Wörterl mitzureden hat, war eben jetzt der Ude gefragt.

Aber Achtung: alles natürlich nur im Film! Kult-Regisseur Franz Xaver Bogner hat den Alt-OB für diese Szene der neuen Staffel von ­München 7 wieder ins Amt gehoben – Udes letzter OB-Arbeitstag war der 30. April …

Freilich – ein bisschen geschmeichelt hat das dem Ude schon, wenigstens für eine Stunde wieder der amtierende OB sein zu dürfen. „Mich selber kann ich immer noch am Glaubwürdigsten spielen“, scherzt er gegenüber der tz. Seinen Text hat sich der Jurist übrigens selber schreiben dürfen: eine dreiminütige Rede über die Rechte der Bettler. Im Kern: dass so ein Ausweis der Heilig-Geist-Gemeinde zwar keine rechtliche, aber eine praktische Bedeutung hätte, weil die Polizei dann die Ausweisinhaber nicht mehr groß kontrollieren müsste, sondern sich auf die gewerbsmäßigen Bettler konzentrieren könne. Ude könnte sich das übrigens auch im wahren Stadtleben gut vorstellen.

Weil das Thema so ernst und real ist und die Komparsen echte Münchner Obdachlose sind, hat es im Vorfeld der Dreharbeiten sogar direkte Drohungen der organisierten Bettler-Banden gegeben, wie Drehbuchautor und Regisseur Franz Xaver Bogner am Donnerstag am Set erzählte. „Das heißt für mich, dass ich nicht weit weg von der Realität liege“, sagt Bogner.

Die 14 Obdachlosen hat die Filmcrew bei der Mittagsspeisung in St. Bonifaz gefunden. Bogner ist voller Lob: „Für mich war das ein wunderbares Lehrstück. Ich habe selten erlebt, dass die Komparserie so engagiert und pünktlich arbeitet.“

Auch der Alt-OB bekam viel Anerkennung vom Regisseur. Die Rede hielt Ude in einem Zug – und ohne Hänger. Applaus von der Filmcrew! Und es könnt durchaus sein, dass Ude zumindest in München 7 einfach der OB bleibt...

Ein weiteres Naturtalent bei München 7 ist Karl Schermann, der den Pfarrer gibt und in Wirklichkeit der langjährige Chefredakteur von tz und später Münchner Merkur war, bevor er sich im Dezember in den Ruhestand verabschiedete. Doch als Geistlicher hat sich Schermann schon in einigen München 7-Folgen bewährt – unter dem strengen Regiment seiner Mesnerin alias Margret Völker, in ihrer Rolle früher Managerin eines Großkonzerns, bevor sie obdachlos wurde und vom Xaver Bartl (Andreas Giebel) resozialisiert wurde.

Dass der Pfarrer auch weiterhin unter der Fuchtel seiner Mesnerin bleibt, dafür wird Franz Xaver Bogner sorgen: „Mittlerweile hat er jeglichen Widerstand gegen die Mesnerin aufgegeben“, schmunzelt der Autor. Aber freilich – es wird sich das Blatt schon auch wieder wenden, zumindest kurzfristig.

Ob das die zweite Karriere unseres Ex-Chefredakteurs ist, der als solcher ja auch gewissermaßen seelsorgerische Fähigkeiten haben musste? Da lacht der Schermann nur und bekennt: „Des is ja nur eine kleine Rolle. Und a Bogner-Pfarrer is halt a immer a bisserl a anderer Pfarrer. Mir macht halt die ganze Atmosphäre am Drehort eine unbandige Freud – die Leut, das Gewusel – alles wie im richtigen Leben!“ Freilich, so meint der Schermann, sei das Ganze auch ganz schön schwierig. „Vor den wirklichen Schauspielern kann ich nur den Hut ziehen!“

Der Ude auch. Aber der hat ja er selber sein dürfen. Und dass das Rathaus von irgendwelchen Leidensgemeinschaften gestürmt wird – das kennt er gut aus über 20 Jahren als OB. Mal waren es Hausbesetzer, mal Tramfahrerinnen. „Eine Szene, die aus dem Leben gegriffen ist!“

Die neue Staffel München 7 wird ab Herbst im Ersten gezeigt.

Ulli Schmidt

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