Die Mischung macht’s

Filmfest wieder ein Erfolg - so wird ausgewählt

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Berührend: Rosalie Thomass (o.) und Romy Butz in „Eine ­unerhörte Frau“.

München - Wo man sich auch umhört in diesen Tagen auf dem Münchner Filmfest – die Fernsehreihe wird in den höchsten Tönen gelobt. Ulrike Frick hat die Produktionen aus. SIe erklärt, wie das abläuft.

Wo man sich auch umhört in diesen Tagen auf dem Münchner Filmfest – die Fernsehreihe wird in den höchsten Tönen gelobt. Und das zu Recht: Die 19 Produktionen, die heuer Premiere gefeiert haben, sind durch die Bank gelungen. Ausgewählt hat sie Ulrike Frick, die seit 2007 die Programmreihe "Neues deutsches Fernsehen" leitet. Wir trafen die 45-Jährige zum Interview.

„Das Filmfest München ist eine Messlatte für Qualität im deutschen Fernsehen“ hat Christine Strobl von der ARD Degeto jüngst in der tz gesagt. Diese Aussage muss Sie als Verantwortliche der TV-Reihe glücklich machen.

Ulrike Frick: Ja, das stimmt, und ich kann nur sagen: Schön, dass es jetzt endlich alle merken (lacht). Es ist aber auch so, dass die TV-Filme seit einigen Jahren immer besser werden. Die Auswahl wird für mich schwieriger. Das ist schön.

Wie muss man sich diesen Auswahlprozess vorstellen?

Frick: Die Fernsehreihe basiert ausschließlich auf Einreichungen, das heißt, wir machen eine Ausschreibung, und die Sender und Produzenten schicken mir ihre Filme. Inzwischen kommen zwischen 80 und 100 Filme, weniger als zu Beginn der Reihe.

Wieso das? 

Frick: Das hat mit einer gewissen „Erziehungsarbeit“ zu tun. Bei bestimmten Filmen wissen die Sender mittlerweile, dass sie nicht tauglich fürs Filmfest sind. Der Sonntagsfilm im ZDF, Stichwort Rosamunde Pilcher, hätte zum Beispiel wenig Aussicht auf eine Filmfestpremiere.

Zu seicht?

Frick: Ja. Wobei ich eine gut gemachte, facettenreiche Liebesgeschichte sehr gerne nehme. Der Freitagsfilm im Ersten hat sich in dieser Hinsicht wunderbar entwickelt.

Wie muss denn generell ein Film sein, damit er beim Filmfest Premiere feiern darf?

Ulrike Frick ist Leiterin der Reihe Neues deutsches Fernsehen.

Frick: Er muss eine gewisse Qualität haben. Es sollte eine Geschichte sein, die Relevanz hat. Ich freue mich immer, wenn sich ein Film gesellschaftlich verankern lässt, gerne auch mit historischem Hintergrund. Und ich überlege mir natürlich, ob man den Film nicht nur im Fernsehen, sondern auch auf der großen Leinwand gut anschauen kann. Abgesehen davon: Die Mischung muss stimmen. Es dürfen nicht nur Krimis sein.

Der Deutschen liebstes Genre …

Frick: Ja, vor ein paar Jahren hatten wir genau 100 Einreichungen, und in 92 kam mindestens eine Leiche vor. Da habe ich schon gedacht: Das gibt es doch nicht! In diesem Jahr war das anders. Wir haben zum Beispiel eine kleine, feine Komödie im Programm: Zwei verlorene Schafe. Die mag ich persönlich wahnsinnig gerne (lacht).

Wie wichtig ist Ihnen die Besetzung eines Films? Sie wollen ja auch die Stars auf den roten Teppichen sehen, oder?

Frick: Namen spielen im Fernsehen von Haus aus eine Rolle, deswegen sind die meisten Filme ja prominent besetzt. Ich bin aber auch gerne die Plattform für junge Talente, für frische Gesichter – das gilt nicht nur für Schauspieler, sondern auch für die Menschen hinter der Kamera.

Sie sagen, Sie seien eine Art Türsteher. Sie wählen aus: Der eine (Film) darf rein, der andere nicht. Gibt es da manchmal harsche Reaktionen? 

Frick: Oh, ja. Als ich anfing, war das besonders schwierig. Da habe ich lange Briefe bekommen, mit Beschwerden und Beschimpfungen. Dann habe ich mich eine Zeitlang fast mit jedem Zweiten, den ich abgelehnt habe, persönlich treffen müssen, um meine Entscheidung zu erklären. Mit der Zeit ist das besser geworden. Aber es kommt immer noch vor, dass Leute so sauer sind, dass sie Mails schreiben und 20 verschiedene Bezeichnungen für mich finden. Ich bin da Gott sei Dank sehr unempfindlich und denke mir: Wenn man sich ein Jahr später wieder über den Weg läuft, ist es für denjenigen, der so geschimpft hat, peinlich, und nicht für mich (lacht).

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