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Letzte Ausgabe "Pelzig hält sich" im ZDF

tz-Interview mit Pelzig: "Ein Tränchen werde ich weinen - hinterher"

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Ein letztes Mal heißt es am Dienstagabend "Pelzig hält sich"

München - Es wird ein trauriger Abschied werden. Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig wird am Dienstagabend seine letzte Sendung im ZDF haben. Mit der tz sprach er über Wehmut und seine berühmte Bowle.

Frank-Markus Barwasser privat.

Am Dienstagabend läuft die letzte Ausgabe von Pelzig hält sich. Nach knapp fünf Jahren im ZDF hat sich Frank-Markus Barwasser entschieden, seine originelle Talkrunde, die er zuvor von 1998 bis 2010 im Bayerischen Fernsehen präsentiert hatte, zu beenden. Die tz sprach mit dem 55-Jährigen über Wehmut beim Abschied, Angst vor Terror und seine berühmte Bowle.

Herr Barwasser, mit welchen Gefühlen gehen Sie in die letzte Ausgabe von ­„Pelzig hält sich“?

Frank-Markus Barwasser: Mit keinen schlechten Gefühlen, jedoch mit einer gewissen Wehmut. Aber nach insgesamt 18 Jahren mit dieser Sendung wäre es auch merkwürdig, wenn nicht etwas Wehmut mein Herz umwehte. Ich werde aber keine wehmütige Abschiedssendung machen. Ein Tränchen werde ich weinen, ja. Aber erst hinterher und dann ganz für mich allein.

Warum haben Sie entschieden, gerade jetzt aufzuhören?

Barwasser: Intuition. Alle wollten, dass ich weitermache. Ich musste mich am Ende selbst dazu überreden, denn ich habe es sehr gerne gemacht. Aber manchmal fehlte mir in den letzten Jahren trotzdem die Ruhe, um mich noch gründlicher mit manchen Themen und Problemen zu befassen. Sendung, Bühne, Sendung, Bühne – vor lauter Lesen und Kofferpacken kam ich manchmal nicht mehr zum Nachdenken. Das ist schlecht in meinem Beruf. Und wie schon beim Ende von Neues aus der Anstalt höre ich zu einem Zeitpunkt auf, an dem das Bedauern der meisten Zuschauer größer zu sein scheint als die Erleichterung. Das passt also.

Gibt es eine Ausgabe aus den vergangenen Jahren, die Ihnen besonders in (guter oder schlechter) Erinnerung geblieben ist?

Barwasser: Nicht vergessen werde ich den Abend, als Sepp Blatter ankündigte, nicht mehr als FIFA-Präsident zu kandidieren. Genau an diesem Dienstag stand ich gerade fürs Warm-up auf der Bühne und begrüßte das Publikum. Die Zuschauer wurden plötzlich unruhig, und als ich fragte, was los sei, informierten sie mich über den in dieser Minute versprochenen Rückzug, hielten mir ihre Smartphones vor die Nase. Ich hatte aber einiges vorbereitet zur Tatsache, dass Blatter eben nicht zurücktreten, sondern unbedingt bleiben will, das war ja mein Kenntnisstand. In den drei Minuten, die noch bis zum Sendungsbeginn blieben, musste ich nun vieles umwerfen und ändern. Dieser elendige Blatter. Der macht immer nur Ärger. Aber wissen Sie was? Ich liebe solche Situationen.

Zu Gast in der letzten Sendung ist unter anderem der Angstforscher Borwin Bandelow. Wovor hat Frank-Markus Barwasser Angst?

Barwasser: Ich habe die gleichen konkreten Ängste wie jeder, gerade jetzt, wo der Terror so präsent ist. Das zieht einen runter. Aber dann denke ich: Wie machen das die Menschen in Kabul, Beirut oder in Tel Aviv? Die leben seit Jahren dauernd mit dieser Bedrohung, und ihr Risiko tagtäglich ist viel höher. Und daran sind wir als sogenannte westliche Welt nicht gerade unbeteiligt mit dieser jahrzehntelangen plan- und hirnlosen Nahostpolitik, dieser verlogenen Realpolitik, den Kriegen im Irak und anderswo. Das Monster ist auch unser Kind. Die Resistenz gegen jede Erkenntnis, die Fortschrittslosigkeit, das macht mir Angst auf einer abstrakten Ebene.

Und welche Ängste umtreiben Pelzig?

Barwasser: Pelzig ist etwas angstfreier. Borwin Bandelow sagt, die Wahrscheinlichkeit, in Europa an einem Kugelschreiber zu ersticken, sei deutlich höher als bei einem Terroranschlag ums Leben zu kommen. Jetzt hat Pelzig nur noch Bleistifte, und seitdem geht es ihm etwas besser.

Sie haben angedeutet, dass der Abschied vom ZDF nicht endgültig ist. Sind Sie schon offen für neue TV-Projekte?

Barwasser: Nee, jetzt mach’ ich mal eine Pause, und dann legt mir das Schicksal schon wieder irgendetwas vor die Füße. Schönes israelisches Sprichwort: Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, dann mache einen Plan. Das ist für jemanden wie mich, der sich immer möglichst gut organisieren möchte, allerdings nur ganz schwer zu akzeptieren.

Das Ende von „Pelzig hält sich“ ist nicht das Ende der Figur Erwin Pelzig. Können Sie sich ein Leben ohne ihn eigentlich noch vorstellen?

Barwasser: Irgendwann wird das der Fall sein, da mache ich mir nichts vor. Spätestens dann, wenn man Pelzig auf der Bühne für jünger hält als Barwasser im Leben. Im Augenblick ist das hoffentlich noch nicht der Fall. Und ich arbeite täglich an meinem Teint, um den Zeitpunkt etwas hinauszuzögern.

Wer hat in den vergangenen Jahren mehr vom anderen übernommen – Frank-Markus Barwasser von Erwin Pelzig oder Erwin Pelzig von Frank-Markus Barwasser?

Barwasser: Klare Antwort: Der Pelzig hat mehr von mir bekommen als ich von ihm. Das merkte man auch in manchen TV-Gesprächen. Da war der Dialekt gelegentlich fast nicht mehr erkennbar. Das war dann doch ich, der fragte und er nur die Handpuppe, durch die ich sprach. In meinem privaten Leben hatte er noch nie eine Chance, sich durchzusetzen. Ich habe mal irgendwann privat ein blaukarriertes Hemd anziehen wollen, aber selbst das ging nicht. Das Inkognito war trotzdem dahin, Karo ist Pelzig.

Zum Abschluss hätten wir gerne noch ein paar Geheimisse gelüftet: Aus was um Himmels willen wird Ihre Bowle hergestellt? 

Barwasser: Ich würde das Rezept verraten, wenn es eines gäbe. Jedenfalls haben wir eine solide Säurebasis, viel Farbstoff und niemals Alkohol. Ja, und dann gibt’s noch ein paar weitere und ständig wechselnde Ingredienzen. Unser Requisiteur, der das mixt, experimentierte auch mal irgendwann mit Wasser aus dem Würstchenglas. Mehr sage ich nicht, weil ich mir das schützen lassen will als „Münchner Metzgerbowle“.

Und was ist im Täschli?

Barwasser: Auf diese indiskrete Frage habe ich gewartet. Was haben Sie denn in Ihrer Tasche? Gehen Sie mal davon aus, dass es ganz ähnliche Dinge sind. Nur in hässlich.

Wie viele Pelzig-Outfits gibt es, und wer kümmert sich um die „Instandhaltung“?

Barwasser : Es gibt zwei Hüte. Der eine ist noch immer das Original, stammt also aus Mitte der 90er-Jahre. Der hat sich gut gehalten, besser als ich. Den trage ich auch im TV. Der andere ist viel jünger, fällt aber fast auseinander. Und Hemden im orangenen Karo besitze ich viele. Die werden von mir immer gut gebügelt, darauf besteht Pelzig. Macht nichts. Barwasser bügelt Hemden gerne und mit Leidenschaft. (Pause) Jetzt spreche ich schon wieder von „er“ und „ich“. Ich glaube, ich hab’ echt einen Knall.

Stefanie Thyssen

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