Friedrich Ani: Der Fall Peggy ließ ihn nie los

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Friedrich Ani.

München - Der aufgeweckte Blick aus stahlblaue Augen, das fröhliche Lachen: Ihr Gesicht hat sich in sein Gedächtnis gebrannt. Am 7. Mai 2011 verschwand die kleine Peggy (9) aus dem fränkischen Lichtenberg (Kreis Hof).

Seitdem lässt Friedrich Ani das vermisste Mädchen keine Ruhe. „Von Anfang an habe ich die Suche verfolgt“, sagt der Münchner Autor der tz. „Ich wollte immer darüber schreiben.“ Erst entstand sein Roman "Totsein verjährt nicht" (2009) – jetzt bringt Ani den Fall Peggy ins Fernsehen. Für das ZDF verfasste er mit seiner Lebensgefährtin Ina Jung den Krimi "Das unsichtbare Mädchen". Ende Juli beginnen die Dreharbeiten, der Ausstrahlungstermin ist noch offen. Ani bildet den mysteriösen Fall nicht Eins zu Eins ab. Aber natürlich gibt es Parallelen. Peggy heißt im Film Sina, die Handlung spielt im fiktiven Landkreis Sihl, der an der bayerisch-tschechischen Grenze liegt.

Es gibt den verurteilten Mörder Ecco, einen behinderten Mann, an dessen Schuld aber nicht alle glauben. Wie auch in der Realität: Seit 2004 sitzt der geistig behinderte Ulvi K. (33) seine Haftstrafe ab. Er bekam im April 2004 lebenslänglich, obwohl niemals Peggys Leiche oder DNA-Spuren gefunden wurden. „Nicht mal Peggys Vater ist davon überzeugt, dass Ulvi das Kind umgebracht hat“, weiß Ani. In seinem Drehbuch steht vor allem die Arbeit der Polizei, ihre Methoden und Hierarchien im Vordergrund. Ani beschreibt die Handlung: „Ein junger Kommissar kommt in eine Kleinstadt, wo vor 19 Jahren ein Mädchen verschwunden ist.“ Bei einem Betriebsausflug der Mordkommission lernt der Polizist, gespielt von Robert Zehrfeld, eine ältere Frau kennen – Sinas Mutter. Angestachelt von einem pensionierten Kommissar (Elmar Wepper), der früher die Suche nach Sina leitete, rollt der jüngere Kollege den Fall neu auf.

Doch er bekommt einen Gegenspieler, in Form von Ulrich Noethen, „dem Oberbösewicht in Person“, so Ani. Und dann wird auch noch die Leiche einer Frau gefunden … „Es ist ein dramatischer Thriller mit vielen zwischenmenschlichen Momenten und einem abgefahrenen Humor“, verspricht Ani. Starke Schauspieler inklusive. Auch hinter der Kamera agieren ausgezeichnete Leute: Die Regie übernimmt Dominik Graf, neunfacher Grimme-Preisträger. Dass er und Ani gut können, haben sie bereits 2009 bewiesen. Für ihr gemeinsames Werk "Kommissar Süden und der Luftgitarrist" bekamen beide den Grimme-Preis verliehen.

Daneben ist eine Dokumentation über Peggy geplant, gedreht von Anis Freundin Jung. Sie besuchte auch Peggys Papa, Mario Schwenk. Seine Reaktion auf die Filme? Resigniert. „Er sagte: Es hilft uns ja nicht weiter“, erinnert sich Jung. Für ihn zählt nur sein kleines Mädchen, das er seit zehn Jahren nicht finden kann.

Eva Hutter

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