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„Friesland“: Tourismus-Boom fordert Bauernopfer

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„Friesland - Landfluchten“
Insa Scherzinger (Theresa Underberg, l.) und Melanie Harms (Tina Pfurr, r.) haben allen Grund zu feiern: Nach einem existentiellen Schock können die beiden Apothekerinnen endlich aufatmen. © Julia Feldhagen/ZDF/dpa

In „Friesland“ ist wieder schwer was los: Ein Landwirt wird erschlagen – und eine Initiative macht mobil gegen geplante Ferienhäuser. Der Fall „Landfluchten“ verspricht Spannung.

Berlin – Der Tourismus in Ostfriesland boomt, bald soll deshalb eine Abstimmung für mehr Ferienhäuser in den Dörfern sorgen. Das ist eine Nachricht aus seinem 1970er-Jahre-Fernsehapparat, die dem Altlandwirt Redenius (Curd Berger) gegen den Strich geht. „Dat geiht nich god – ney, ney, ney“, brummt der Senior und wirft erst einmal eine Pille ein. Kurz darauf liegt er tot auf seinem Hof – erschlagen, aber womit?

Auch sonst ist einiges los in und um Leer: Unter anderem formiert sich eine Bürgerinitiative gegen die Ferienwohnungen, die Mieten teuer und die Ortschaften öder werden ließen. Der Protest der jungen Leute richtet sich besonders gegen die überhebliche Landtagsabgeordnete Imke Classen (Karolina Lodyga), die nicht einmal von ihrem Assistenten und ihrer eigenen Mutter gemocht wird.

Im Fall „Landfluchten“ aus der komödiantisch angelegten ZDF-Krimireihe „Friesland“ (Sonnabend um 20.15 Uhr) ist der stets selbstgefällige Hauptkommissar Brockhorst (Felix Vörtler) also wieder einmal ge- beziehungsweise überfordert. Und natürlich sind es seine beiden ungleichen Streifenpolizisten, die Licht ins Dunkel bringen: der eher lässige Henk Cassens (Maxim Mehmet, „Schönes Schlamassel“) und seine um Korrektheit bemühte Kollegin Süher Özlügil (Sophie Dal, „Die Kanzlei“).

Insa spielt eine Sonderrolle

Eine Sonderrolle spielt dabei einmal mehr Insa (Theresa Underberg), die übermotivierte Chefin der Leeraner Hafen-Apotheke: Ihre pharmakologischen Untersuchungen des Blutes vom toten Bauern sind am Ende tatsächlich ausschlaggebend.

Nach dem Drehbuch von Susanne Wagner und Hagen Moscherosch hat der „Wilsberg“-Regisseur Dominic Müller die dialogwitzige Geschichte zu einem relevanten Thema recht ansehnlich und spannend ins Bild gesetzt. Und vor allem unterhaltsam – für diejenigen Zuschauer, die ihre Freude an schräg überzeichneten Figuren und deren provinziell-klüngelhaften Verstrickungen sowie einem lakonisch norddeutschen, gern auch schwarzen Humor haben.

Und genau darauf soll es auch bei diesem 18. Fall der seit 2014 laufenden Krimireihe ja wohl ankommen. Sie stellt mit diesem Erfolgsrezept die versammelte TV-Konkurrenz regelmäßig in den Schatten. Die Episode „Artenvielfalt“ mit Maxim Mehmet und Sophie Dal hatte im Februar dieses Jahres 7,35 Millionen Zuschauer erreicht. dpa

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