Reaktion auf US-Proteste zum Tod von George Floyd

Streaming-Dienst wirft sehr berühmten Film raus - weil er zu rassistisch ist

Ein Streaming-Dienst reagiert jetzt auf die Proteste zum Tod von George Floyd in den USA. Er nimmt einen Hollywood-Klassiker aus dem Programm.

  • Ein amerikanischer Streaming-Dienst nimmt einen Hollywood-Klassiker aus dem Programm.
  • HBO Max reagiert damit auf die Proteste in den USA zum Tod von George Floyd.
  • Der Film soll aber unter anderen Bedingungen wieder in das Portfolio des Pay-TV-Senders zurückkommen.

Los Angeles - Der Tod des Afroamerikaners George Floyd hat nicht nur Einfluss auf die politische Landschaft in den USA. Jetzt zieht sogar die Unterhaltungsbranche Konsequenzen. Einer der größten Streaming-Dienste des Landes wirft den Hollywood-Filmklassiker „Vom Winde verweht“ aus seinem Portfolio. Er reagiert damit auch auf die Aussagen des Oscar-Preisträgers und DrehbuchautorsJohn Ridley (12 Years a slave).

Hollywood-Regisseur John Ridley sagt: „Vom Winde verweht“ verfälscht das Bild der Sklaverei

In einem Interview, das der amerikanische Filmemacher Ridley der Zeitung Los Angeles Times gab, wirft er dem Film eine Glorifizierung der Sklaverei in den Südstaaten vor dem Bürgerkrieg vor. „In dem Film wird der Horror der Sklaverei ignoriert“, sagt Ridley. Außerdem bedienen die Rollen der schwarzen Schauspieler typische Stereotypen von Afroamerikanern, so der Drehbuchautor. Und auch die romantische Verklärung der Konföderation, die auch heute noch häufig im Süden der USA weitergegeben wird, unterstützt der Film. „Die Sezessionsbewegung hatte nichts Nobles - sie war lediglich ein blutiger Kampf für das Recht Menschen verkaufen und besitzen zu können“, sagt Ridley.

HBO Max verteidigt „Vom Winde verweht“ - will aber Änderungen vornehmen

Ein Sprecher des Streaming-Dienstes HBO Max nahm jetzt in dem Magazin The Hollywood Reporter Stellung zu den Vorwürfen. „Der Film ist ein Produkt seiner Zeit und stellt ethnische und rassistische Vorurteile dar, die unglücklicherweise Teil der amerikanischen Gesellschaft sind.“ Die rassistischen Darstellung seien aber falsch, besonders heute, fügte der Sprecher hinzu. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, den Film vorerst aus dem Programm zu nehmen. Die Tochterfirma des weltweit agierenden Warner Media Konzerns schließt eine Rückkehr jedoch nicht aus - unter bestimmten Bedingungen.

Man will den Film, der bei den zwölften Oscar-Verleihungen 1940 acht Trophäen gewann, nur wieder ins Programm nehmen, wenn er richtig historisch eingeordnet wird. Es soll Erklärungen zu den dargestellten Szenen geben. Den Film wolle man aber unverändert zeigen. „Sonst würde man so tun, als hätte es diese Vorurteile nie gegeben.“ Man müsse erst die Vergangenheit verstehen, um in der Zukunft etwas ändern zu können, so der Streaming-Dienst-Sprecher. 

Rassismus-Vorwürfe: Britische Kult-Serie ebenfalls aus dem Programm genommen

Der englische Fernsehsender BBC reagierte ebenfalls auf die Rassismus-Vorwürfe und nahm die Comedy-Sendung „Little Britain“ aus seiner Mediathek. Die Darsteller Matt Lucas und David Walliams haben sich in der gesellschaftskritischen Sketch-Sendung immer wieder als Schwarze oder Asiaten verkleidet. Netflix und der Streaming-Dienst BritBox folgten dem Vorbild der BBC. Matt Lucas hatte sich bereits vor mehreren Jahre für die Darstellung schwarzer Charaktere entschuldigt. Könnte er die Zeit zurückdrehen, dann würde er das nicht mehr machen.

In den USA ist jetzt eine Frau (21) während des Gassigehens erschossen worden. Der Grund ist unbegreiflich. 

Rubriklistenbild: © dpa / Britta Pedersen

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