Misstöne zum Abschied

Delling findet ganz deutliche Worte: Darum hört er bei der ARD auf

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Gerhard Delling verlässt die ARD.

Sportschau-Moderator Gerhard Delling (59) hört nach über 30 Jahren bei der ARD auf. Jetzt mischen sich Misstöne in den Abschied.

Update vom 26. Mai, 14.03 Uhr: In den emotionalen und von so vielen netten Worten geprägten Abschied von Gerhard Delling mischen sich auch Misstöne. Der Moderator hatte dem Tagesspiegel ein Interview gegeben, das erst kurz vor dem Pokalfinale veröffentlicht wurde und deswegen fast ein wenig unterging. Und in dem alles etwas anders klingt als in dem Bild-Interview (siehe voriges Update weiter unten), bei dem es eben mit „Neues ausprobieren“ begründet wurde.

Im Tagesspiegel erklärt Delling, warum er aus seiner Sicht wirklich aufhört bei der ARD. Er findet drastische Worte. „Mein Abschied hat sicherlich auch ein bisschen damit zu tun gehabt, dass die Aufgaben, die ich mir gewünscht hätte, nicht gekommen sind“, so Delling. „Ich bin ja nie einfach nur Moderator gewesen. Ich sehe mich als Journalist, hab’ Formate entwickelt, bin ein ständiger Unruhegeist. Bei der ARD war es jetzt nicht mehr möglich, das weiter zu tun, sprich, noch mal neu anzufangen.“

Auf die Frage, ob das nun ein wenig verbittert klinge, antwortet er mit einem knappen „Nein“.

Im Mai 2019 musste sich derweil Joachim Löw in eine Klinik in Freiburg begeben.

Gerhard Delling spricht über sein Aus bei der ARD - und Günter Netzer

Einen Wechsel ins Pay-TV kann sich Delling durchaus vorstellen. „Prinzipiell bin ich allem gegenüber aufgeschlossen. Der Sport, aber auch aktuelle politische oder wirtschaftliche Ereignisse interessieren mich immer noch. Aber ich will jetzt raus aus der ‚Routine‘. Es muss mich wieder neu fesseln.“

Vorerst hat die ARD-Legende aber andere Pläne. Eine App soll‘s sein: „Ich mache die App nicht, sondern kümmere mich um den Content. Ich habe großes Interesse daran, etwas im digitalen Bereich zu tun, auch mit Bewegtbildern. Mit meinem Schwager habe ich biologisch abbaubare Reinigungsmittel entwickelt. Das Umweltthema treibt mich schon seit meiner Kindheit um. Dazu mache ich noch Personal Coaching. Es gibt zu tun.“

Übrigens sehen Delling und Günter Netzer sich weiterhin, wie ersterer verrät. „Regelmäßig. Wir siezen uns auch noch, sind aber sehr befreundet. Es geht bei Günter Netzer nicht mit dem Du. “

Gerhard Delling kämpft mit Tränen - emotionaler Abschied in ARD bei DFB-Pokalspiel

Update vom 25. Mai, 23.00 Uhr: Es wurde zum Ende hin noch emotional. Die ARD organisierte zum Abschluss der DFB-Pokalsendung Oliver Bierhoff, der die letzten Worte in Richtung Gerhard Delling richtete: „Lieber Gerhard, ich bin stolz dabei gewesen zu sein. Ich bin dankbar für die Gespräche, auch hinter der Kamera. Ich würde dir gerne noch tausend Dinge sagen. Im TV ist die Zeit aber knapp. Aber nicht ich sollte die letzten Worte, sondern jemand anders“. Nach den Worten von Bierhoff kam ein Einspieler, in dem Günter Netzer einen Bericht anmoderierte, in denen die schönen Momente und einige Fauxpas aus Dellings Vergangenheit zu sehen waren. 

Am Ende schwenkte wieder die Kamera auf den Moderator, der von seinem Co-Kommentator Arne Friedrich mit rührenden Worten gebührend verabschiedet wurde. Sichtlich mit den Tränen zu kämpfen, musste Delling die Sendung abmoderieren, bevor der zu weinen anfing. Was ein emotionales Ende eines Pokalendspiels. 

Moderator Gerhard Delling verlässt die ARD - jetzt steht der Grund fest

Update vom 25. Mai 2019, 19.30 Uhr: Zum Abschied hat Gerhard Delling von Joachim Löw und Oliver Bierhoff  vor dem DFB-Pokal-Finale (bei uns im Live-Ticker) ein Nationalmannschafts-Trikot mit seinem Namen auf dem Rücken bekommen. Delling verlässt den Sender nach über 30 Jahren. 

Auch FC-Bayern-Trainer Niko Kovac wünschte dem Moderator „viel Glück für die Zukunft“. 

Moderator Gerhard Delling verlässt die ARD - jetzt steht der Grund fest

Kaum ein Fernsehzuschauer in Deutschland kennt sein Gesicht nicht. Die Rede ist vom Sportjournalisten und TV-Moderator Gerhard Delling (59). Wie die Bild nun berichtet, hat Delling seinen Vertrag mit der ARD (ARD-Sportschau-Moderatorin Julia Scharf: Pikantes Foto aufgetaucht, wie extratipp.com* berichtet)nun gekündigt.

Angefangen hat Delling im Jahre 1984 beim NDR, als er noch während seines Studiums eine Festanstellung als Sportreporter erhalten hat. Seit 1987 war er als Sportschau- und Sport-Extra-Reporter im Einsatz und dadurch vor allem im Fernsehen der ARD zu sehen. Dort berichtete von fast allen Welt- und Europameisterschaften und Olympischen Spielen.

Moderatoren Gerhard Delling verlässt die ARD - jetzt steht der Grund fest

Gegenüber Bild hat Delling nun die Gründe für seinen Rücktritt erläutert. „Ich will nach den vielen Jahren jetzt Neues kennenlernen, will mich ausprobieren, will noch viel lernen.“ Digitale Inhalte reizen ihn, Delling denke sogar über die Entwicklung einer Fußball-App nach. „Und ich will noch ein Buch schreiben – vielleicht sogar einen Roman. Darauf freue ich mich sehr!“

Lesen Sie dazu auch: Die ARD plant ein neues Sendeformat namens „Sportschau Thema“.

Bis zum Saisonende kann man Gerhard Delling noch im Ersten sehen. Bis dahin wird er die ARD-Sportschau leiten und mit seinem Fußballwissen über die Bundesliga berichten. Ende Mai ist dann Schluss.

„TV-Ehepaar“ Delling und Netzer bleibt den Zuschauern im Gedächtnis

Viele Fußballfans werden sich vor allem an das TV-Duo Gerhard Delling und Günter Netzer erinnern. Zwölf Jahre lang belustigten die beiden mit ihrer Moderation der Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft die Zuschauer auf ihre ganz eigene Art. Witzig, frech und doch immer mit dem Thema verbunden. Delling zu Netzer: „Sie haben die WM doch sicher auch genossen.“ Netzer entgegnete kühl: „Oh ja, und wenn Sie nicht dabei gewesen wären, noch viel mehr“.

Gerhard Delling und Günter Netzer.

Delling, der eine neue Frau an seiner Seite hat, erklärte gegenüber Bild: „Er war das perfekte Glück, das ich beruflich gefunden habe. Es war Freundschaft und er hat mich professionell durch jede Sendung geführt.“ Auch Netzer bestätigte das: „Das war unsere Sprache, wir waren absolut authentisch. Deshalb sind wir auch bis heute per Sie. Wir haben irgendwann vergessen, uns das Du anzubieten. Aber ich bin sicher, dass die TV-Zuschauer meinen Freund, den Herrn Delling, niemals vergessen werden.“

Video: Günter Netzer vs Gerhard Delling - Best of

Seit 1987 steht er bei der TV-Institution „Sportschau“ vor der Kamera. Bei Olympischen Spielen, Fußball-Welt- und Europameisterschaften sowie anderen sportlichen Großereignissen gehörte und gehört er zum ARD-Stammpersonal. Daneben wirkte er aber auch in Sendungen zu Themen wie Politik und Kultur mit.

Lesen Sie auch: „Ihr Pseudowissen ist hier nicht gefragt“: Die Highlights von Delling und Netzer

Das DFB-Team bestreitet ein Trainingsspiel in Aachen. Es ist live im Free-TV und Live-Stream zu sehen - das gab es noch nie.

tf

*extratipp.com ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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