In Unterföhring

Vor GNTM-Finale: Aktivistinnen demonstrieren vor ProSieben-Zentrale - Kritik an Darstellung der Models

Aktivistinnen demonstrieren vor dem GNTM-Finale vor der ProSieben-Zentrale.
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Aktivistinnen demonstrieren vor der ProSieben-Zentrale. Sie üben auch Kritik an dem Konzept, nach dem die vier GNTM-Finalistinnen in diesem Jahr ausgewählt wurden

Kurz vor dem GNTM-Finale haben Aktivistinnen vor der ProSieben-Zentrale. Sie kritisieren auch das neue Konzept der Casting-Show.

München - Am Donnerstagabend wird im Finale von „Germany's Next Topmodel“ 2021 die 16. Siegerin der ProSieben-Show gekürt. Kurz davor kommt Kritik auf, die so alt ist wie die Model-Show selbst. Aktivistinnen demonstrierten am Donnerstag vor der ProSieben-Zentrale in Unterföhring. Auf einem Banner waren ihre Forderungen „Kein Profit mit der Sexualisierung des weiblichen Körpers“ und „Körpernormen überwinden“ zu lesen.

Vor GNTM-Finale 2021: Aktivistinnen demonstrieren gegen verkörpertes Idealbild

„Wir sind eine kleine Gruppe von Frauen, die mit ihrem eigenen Körper zeigen wollen, dass das von „Germany's Next Topmodel“ propagierte Ideal von weiblichen Körpernormen nicht zutrifft“, sagte die 24 Jahre alte Versammlungsleiterin Eva Brunner in Unterföhring. „Auch mit normalen und weiblichen Körpern kann man vor der Kamera stehen und sich in der Gesellschaft zeigen.“

Heftige Kritik an neuem GNTM-Motto

Die Gruppe setzt sich Brunners Angaben zufolge zusammen aus Aktivistinnen des Augsburger Klimacamps. Sie bemängeln auch das Motto der aktuellen Staffel von Heidi Klums Castingshow, die erstmalig unter dem Motto „Diversity“ steht. Die Konzentration auf „dünne, weiße Personen“ entspreche nicht mehr dem Zeitgeist. Die Finalistinnen heben sich alle durch verschiedene Faktoren vom klassischen Bild eines Models ab. Mit Dascha ist zum ersten Mal ein sogenanntes Curvy Model dabei. Romina ist mit einer Größe von 1,68 Metern eigentlich zu klein für das Geschäft, Alex ist Transfrau und Soulin kam erst vor fünf Jahren nach Deutschland, nachdem sie vor dem Krieg aus Syrien geflohen war. Ex-GNTM-Juror Peyman Amin hatte kurz vor dem GNTM-Finale Kritik an der Finalistinnen-Auswahl gehegt. Diese hätten auf den Laufstegen dieser Welt keine Chance, so Amin.

Doch dieses neu ins Leben gerufene GNTM-Motto erntet nun Kritik: „Der Subtext dabei ist, dass dieser Körper nicht normal ist“, kritisierte Demonstrantin Eva Brunner vor allem in Bezug auf Dascha.

Transgender-Model Lucy Hellenbrecht, die 2020 bei GNTM dabei war, hat zum Diversity-Motto eine andere Meinung. Sie findet, ProSieben hat in dieser Staffel mit dem Diversity-Motto nicht zu viel versprochen: „Ich hatte, so wie wahrscheinlich jeder, am Anfang Bedenken, als ich hörte, die Staffel soll so divers werden und am Ende doch nur die ‚Standard-Models‘ übrig bleiben“, sagte die ehemalige GNTM-Kandidatin dem Nachrichtenportal watson. „Aber es ist ja nicht der Fall, von daher ist es wirklich sehr cool, dass Heidi Klum mit ihrer Ankündigung nicht zu viel versprochen hat.“ (spl mit dpa)

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