Schauspielerin brilliert in Multikulti-Komödie

Hoger: "Vorurteile haben mit Überlieferung zu tun"

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Argwohn und Vorurteile: Rose Roggenschaub (Hannelore Hoger) mit Marinela Mandel (Rigoletta Weiss, li.).

München - Die Multikulti-Komödie "Frau Roggenschaubs Reise", die am Montag um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen ist, trifft ebenso witzig wie ernst den Nerv der Zeit. Wir sprachen mit Darstellerin Hannelore Hoger.

"Sind Sie Zigeuner?“, will Frau Roggenschaub (Hannelore Hoger) ­argwöhnisch wissen. „Nein, ich bin Sinti“, lautet die Antwort des jungen Mannes. „Na, aber das ist doch eigentlich dasselbe…“, meint die ­neugierige Dame überzeugt.

Eine Szene aus der Multikulti-Komödie "Frau Roggenschaubs Reise", die am Montag um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen ist, und halb witzig, halb ernst den Nerv der Zeit trifft. Es geht um das Aufeinandertreffen völlig verschiedener Kulturen, den Argwohn, die Vorsicht, mit der sie sich begegnen – und was aus diesen Begegnungen entstehen kann. Hoger (73), die als Rosemarie Roggenschaub brilliert, formuliert es so: „Leider verhindert Angst oft eine natürliche Neugierde auf das, was ich noch nicht kenne. Komik und Humor können aber viel helfen.“

Im Film trifft Rosemarie, genannt „Rose“, nach einigen Irrungen und Wirrungen auf die Sinti-Familie Mandel. Zuvor hat sie alles verloren: ihren Job und allem voran ihren Ehemann Klaus (Christian Redl) – der mit seiner neuen Freundin Carola (Michaela May) zusammenziehen will. Die Rache der taffen Dame: Sie verkauft kurzerhand Klaus’ Habseligkeiten für einen Appel und ein Ei an den Sinti-Gärtner Sasha Mandel. Ihre offizielle Ver­sion bei der Befragung der Polizei lautet: Einbruch. Klaus ist verzweifelt. Teil der Beute ist seine vermeintlich wertvolle Fender-E-Gitarre, mit der er die neue Wohnung finanzieren wollte. Als er einen Detektiv engagieren will, kommt ihm Rose zuvor und macht sich selbst auf die Suche nach dem teuren Stück. Entschlossen nistet sie sich bei der Großfamilie Mandel ein. Zwei völlig verschiedene Kulturen prallen aufeinander…

Ob es Hoger gefallen hat, nicht die nette Dame von nebenan zu spielen, sondern vielmehr eine Rolle, die mitunter boshaft ist? „Gutmenschen kann ich nicht leiden. Jeder Mensch ist nicht immer nur gut oder immer nur böse“, meint Hoger. „Deswegen sind in unserem Beruf Wandlungen und Entwicklungen interessanter zu spielen. Wir möchten dem Zuschauer etwas aufzeigen, und wenn das mit Hilfe eines Lachens gelingt, umso besser.“

Das Drehbuch habe ihr auf Anhieb gefallen, so die Schauspielerin. „Wir wussten ja von An­fang an, dass das Thema kompliziert ist und wir keinen Doku­mentarfilm machen. Also entstand die Frage: Wie? Dann ha­ben wir den Balanceakt zwischen Drama und Komödie gewählt“, berichtet Hoger. Mit Erfolg! Gekonnt zeigt Regisseur Kai Wessel (Drehbuch: Beate Langmaack) die Schwierigkeiten, aber auch die positiven Entwicklungen auf, die aus dem Zusammentreffen zweier Kulturen entstehen können.

„Vorurteile haben ja viel mit Überlieferung zu tun“, meint Hannelore Hoger. „Kinder, wenn sie nicht schon von ihren Eltern versaut wur­den, sind da viel freier. Ihre Neugierde ist ungestillt, und sozusa­gen spielend lernen sie voneinander.“ Wie ein Erwachsener das eigene – vielleicht eingefahrene – Weltbild ändern kann? „Mithilfe von Einsicht“, sagt Hoger. „Niemand ist perfekt. Im Film helfen Rose Roggenschaub die anderen. Der Ehemann ist egoistisch, von dem hat sie nichts gelernt. Ihre Trauer, ihre Wut muss sie kanalisieren, und da hilft es, wenn man sich dem Fremden zuneigt.“

„Frau Roggenschaubs Reise“, Montag, 20.15 Uhr, ZDF

Lena Meyer

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